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Adis Ahmetovic im Gespräch mit NP-Moderator Christoph Dannowski. Das NP-Brennpunkt-Team war am Donnerstag Mittag an der Uni Hannover, um über die Situation der Studenten zu sprechen.© Petrow

Hannover

Das muss besser werden an der Uni Hannover

Zu teuer, zu wenig Freiheiten, zu wenig Platz: Student Adis Ahmetovic schreibt in seinem Gastkommentar, was an der Uni Hannover und in der Bildungspolitik im Allgemeinen schief läuft.

Ich komme aus einer klassischen Arbeiterfamilie, meine Eltern sind bosnische Kriegsflüchtlinge, wir schwimmen nicht im Geld. Nach drei Semestern akademischer Erfahrung an der Leibniz Universität gibt es einige Dinge, die mir unter den Nägeln brennen.

Meine Forderungen richten sich an die Politik, an die neue niedersächsische Landesregierung, aber auch an die Universität.

Erstens: Die Studiengebühren müssen schnellstmöglich abgeschafft werden. Momentan haben wir im Land Niedersachsen, vor allem in unserer Landeshauptstadt die Situation, dass das Hochschulstudium von der familiären und sozialen Herkunft abhängt. Das ist ungerecht!

Zweitens: Das Bachelor-Master-System nimmt uns Studenten die Freiheit und Kreativität, das Studium nach unseren fachspezifischen Interessen und Leidenschaften zu gestalten. So, wie das Ganze jetzt strukturiert ist, ist es ein „System des Zwangs“ – ganz nach schulischem Vorbild.

Dritttens: Viele Lehramtsstudenten befürchten den Stopp von Verbeamtungen. Dieser Befürchtung darf die Landesregierung nicht gerecht werden, weil es immensen Schaden für die Schulpolitik mit sich tragen würde.

Viertens: Die Universität muss sich über eine Investitionsumverteilung Gedanken machen. Es ist gang und gäbe, dass insbesondere die Studienfächer, die nicht zum Philosophischen Fakultät gehören, von den Studiengebühren räumlich und materiell profitieren. Die Folge davon ist, dass wir Geisteswissenschaftler Seminarräume haben, in denen von 50 Menschen immer noch 15 stehen müssen. Oft sind die Seminarräume so klein beziehungsweise die Gruppen so groß, dass die Lesungen zu kuscheligen 90 Minuten werden. Ich hoffe, dass sich in den nächsten Monaten und Jahre etwas in diese Richtung bewegen wird, damit es wenigstens die Erstsemester angenehmer haben.

Adis Ahmetovic studiert seit Oktober 2011 im fächerübergreifenden Bachelor Politikwissenschaft und Germanistik.