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Brennpunkt Das NP-Brennpunkt-Team an der Uni Hannover
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18:52 18.04.2013
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Hannover

Trotz unterschiedlichster Thesen, das Fazit klang unisono: Es muss was getan werden, damit Hannover auch in Zukunft ein attraktiver Uni-Standort bleibt.

Adis Ahmetovic, Politik- und Germanistik-Student im vierten Semester, stammt aus einer Gastarbeiterfamilie. Vater Lagerist. „Für einen angemessenen Bafög-Satz verdienen meine Eltern angeblich zu viel“, erzählt der Student NP-Moderator Christoph Dannowski. „Doch die Realität sieht anders aus. Meine Eltern sind nicht in der Lage, mich finanziell zu unterstützen.“

Ahmetovic beklagt: „Immer stärker ist ein Studium abhängig von der sozialen Herkunft. Das darf doch nicht wahr sein.“ Thorsten Wagner, Experte für Ausbildungsförderung beim Studentenwerk, fordert daher dringend: „Es ist alles sehr knapp. Die Bafög-Sätze müssen deutlich erhöht werden.“ Die letzte Anhebung 2010 um zehn Euro sei viel zu wenig gewesen: „Damit kann man keine Sprünge machen. Zehn Prozent eines jeweiligen Satzes sind angemessen.“

Doch Ahmetovic’ Kritik geht noch weiter: „Durch die Bachelor-Reform ist das Studium massiv verschult, es gibt Anwesenheitspflicht. Weiteres Engagement neben dem Studium ist kaum möglich. Aber was ist ein Leben ohne soziales Engagement? Das ist doch bitter!“ Fabian Voß ist im Asta, der allgemeinen Studierendenvertretung. Jura studiert der 23-Jährige im achten Semester. Die Leibniz-Uni habe „über die Kapazitäten hinaus Studenten aufgenommen“, sagt er. Die Folgen: „Alles wird dadurch gestrafft, eine Vorlesung reiht sich an die nächste, teilweise muss man in den Räumen stehen oder auf dem Boden sitzen.“

Pausen zwischen den Vorlesungen? „Maximal 15 Minuten“. An freie Bibliotheksplätze vor den Prüfungen sei gar nicht zu denken. Dennoch halte sich der Protest der Studenten in Grenzen: „Es gibt kaum noch Protestkultur. Aber vermutlich fehlt den meisten zwischen Vorlesung und Prüfung dafür auch schlicht die Zeit.“ Ingrid Kielhorn leitet beim Studentenwerk den Bereich „Studentisches Wohnen“. Für die rund 37 000 Studenten in Hannover stehen nur 2700 Wohnheimplätze zur Verfügung. Kielhorn: „Eine deutliche Unterversorgung, wir liegen damit klar unter dem Versorgungsdurchschnitt in Niedersachsen.“ Gerade bei kleinen Wohnungen für den kleinen Geldbeutel gebe es Engpässe: „Hier teilen sich Studenten den Wohnungsmarkt mit den Singlehaushalten“.

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