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Sicherheitswochen Mehr Sicherheit auf der Straße
Thema Mit Sicherheit Sicherheitswochen Mehr Sicherheit auf der Straße
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12:00 24.11.2017
Mehr Sicherheit auf der Straße Quelle: Stockphoto.com/william87

Das Mobilnetzwerk Hannover, das sich auf Initiative der Region Hannover gegründet hat, setzt sich für mehr Sicherheit im Verkehr ein. Das Ziel: 40 Prozent weniger Verkehrstote und Schwerverletzte bis ins Jahr 2035 in und um Hannover. Dabei setzt das Mobilnetzwerk nicht auf den erhobenen Zeigefinger, sondern auf neue Ideen und innovative Konzepte.

Spaß beim Warten an der Ampel

Zum Beispiel auf einen Taster mit Touchscreen an der Fußgängerampel. Acti-Wait heißt die Neuentwicklung, die auf das Konto von Studierenden aus Hildesheim geht. Über den Touchscreen können Wartende an der Ampel miteinander in Kontakt treten und etwa einfache Spiele spielen. „An Ampeln mit langer Rotphase bietet der Acti-Wait Menschen so die Möglichkeit, Wartezeiten in ein positives Erlebnis umzuwandeln“, sagt Melanie Saraval, Projektleiterin im Team Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement der Region Hannover. „Der Taster soll verhindern, dass Menschen bei Rot über die Straße gehen.“ Ein Prototyp des Acti-Wait soll in Kürze an einer Kreuzung in der Region Hannover installiert werden.

Dann wird getestet, wie sich das Gerät auf die Verkehrssicherheit auswirkt. Erste Versuche in Hildesheim haben gezeigt: Es kann funktionieren. Wo zuvor noch 60 Rotgänger registriert wurden, waren es mit dem Acti-Wait nur noch elf. Weiteres Beispiel ist der Audio- Sit, der seinen ersten Einsatz in Hannover bereits hinter sich hat. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Hochsitz mit Audioguide. Im Oktober stand die Sitzgelegenheit mit Überblick an der belebten Kreuzung am Küchengarten im hannoverschen Stadtteil Linden. Die Idee ist, Menschen durch den Perspektivwechsel für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Der Nutzer oder die Nutzerin verlässt für einige Minuten den gewohnten Blickwinkel, um die Sinne zu schärfen. Die Straße wird zur Bühne. Den Blick von oben aufs Verkehrsgeschehen lenkt die Stimme vom Band.

500 Schwerverletzte pro Jahr in der Region

Diese und andere Projekte werden derzeit in vier Arbeitsgruppen des Mobilnetzwerks weiterentwickelt. Akteure aus den Bereichen Kultur, Soziales, Wissenschaft und Wirtschaft überlegen gemeinsam, wie sie das Thema Sicherheit im Verkehr in den Fokus rücken können. „Es sind überraschende Ideen aus der und für die Region, nach denen das Netzwerk sucht“, sagt Melanie Saraval. Aufklärungskampagnen, Sicherheitstrainings, Seminare für Erzieher und Lehrkräfte – vieles ist denkbar. Trotz des spielerischen Ansatzes: Das Anliegen ist ernst. Bei mehr als 500 Unfällen pro Jahr versorgen die Rettungskräfte in der Region Hannover Schwerverletzte. Für 33 Menschen kam zuletzt jede Hilfe zu spät. Sie starben am Unglücksort oder erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Bei jedem vierten Unfall, bei dem Todesopfer zu beklagen sind, ermittelt die Polizei überhöhte Geschwindigkeit als Ursache. Alkohol oder andere Drogen sind bei jedem zehnten Unfall mit tödlichem Ausgang im Spiel.

Zukunftsfähiges Konzept bis Anfang 2018

Die Akteure des Mobilnetzwerks haben unterschiedliche Handlungsfelder definiert: das Verhalten an Kreuzungen beispielsweise, Gefahrenstellen außerorts oder Unfälle mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bis zum Frühjahr 2018 wollen die Akteure des Mobilnetzwerks ein Konzept auf den Weg bringen, mit dem Verkehrswege in und um Hannover nachhaltig sicherer gestaltet werden können. Damit diejenigen, die sie nutzen, unfallfrei und füreinander sensibilisiert von A nach B kommen.

Weitere Informationen:

www.mobilnetzwerk.de

Zahlen und Statistiken

  • Fast 100 Unfälle geschehen pro Tag in der Region Hannover
  • Bei 18 Prozent aller Unfälle kommen Menschen zu Schaden
  • 16 Menschen verunglücken jeden Tag im Straßenverkehr
  • 1000 Radfahrende verunglücken jedes Jahr.                                    

Unfallschwerpunkte

  • Kreuzungen und Einmündungen sind besondere Gefahrenpunkte
  • Bei jedem zweite Unfall an Kreuzungen und Einmündungen hat ein Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt missachtet.
  • Radfahrende sind an Kreuzungen, Einmündungen und Ein- und Ausfahrten besonders gefährdet.
  • Jeden zweiten Tag wird bei einem Unfall an einer Kreuzung oder einer Einmündung ein Mensch schwer verletzt oder getötet.

Ursache Alkohol

  • Jeder siebte Fußgänger, der tödlich im Straßenverkehr verunglückt, hat Alkohol oder Drogen im Blut.
  • 80 Prozent aller Unfallbeteiligten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sind Männer.

Ursache Geschwindigkeit

  • Jeden Tag verunglücken zwei Menschen wegen zu hoher Geschwindigkeit.
  • Bei jedem vierten Unfall mit Todesfolge war das Fahrzeug zu schnell unterwegs.
  • Jedes achte Unfallopfer bei überhöhter Geschwindigkeit ist ein Fußgänger oder Radfahrer.
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