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Sportmix Nervenprobe für die junge Nationalmannschaft
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20:26 22.06.2010
Von Heiko Rehberg
Bundestrainer Joachim Löw vor dem entscheidenden Spiel gegen Ghana entspannt. Quelle: dpa

Am Mittwoch spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr entscheidendes Vorrundenspiel in Johannesburg gegen Ghana (20.30 Uhr, live in der ARD). Wenn sie verliert, wäre sie das erste Mal bei einer Weltmeisterschafts-Vorrunde gescheitert, das Wort Blamage wäre gewiss nicht zu klein für diesen Fall, und Joachim Löw stünde übermorgen mit großer Sicherheit ohne Job da. Und was macht der Bundestrainer einen Tag vor dieser Begegnung, von der er selbst sagt, dass „die ganze Welt darauf schaut“? Er ist die Ruhe selbst.

Löw wirkt entspannt, gelassen, einer, der solche Situationen mag. Im schwarzen Rollkragenpullover sitzt Löw in einem fensterlosen Raum des Loftus-Versfeld-Stadions in Pretoria und soll nach Johannesburg schauen, dorthin, wo seine Mannschaft heute mit einem Sieg gegen Ghana ins Achtelfinale vorrücken kann und bei einer Niederlage nach Hause fliegen müsste. Es ist eine Drucksituation, aber der 50-Jährige wirkt nicht, als würde ihn diese Belastung erdrücken. Löw ist konzentriert, wenn er etwas betonen möchte, dann wird er lauter. Er hat immer Druck oder macht sich welchen, wenn es zum Beispiel darum geht, aus seiner Mannschaft hier noch ein paar Prozente herauszukitzeln. Oder dort, wenn er nach einem 4:0 gegen Australien genau wie nach einem 0:1 gegen Serbien nach Schwachstellen fahndet, nach kleinen Haarrissen in der Struktur seiner Elf. Wer so denkt, der empfindet Druck anders, er kann dann auch Kitzel sein und Herausforderung oder beides. So wie für Löw.

Natürlich stehe er vor dem Ghana-Spiel unter „besonderer Spannung“, erzählte er, „das ist etwas anderes, als wenn wir gegen Liechtenstein oder Zypern spielen. Aber da ist auch eine große Vorfreude. Ich empfinde diese Anspannung nicht als Last. Ich habe mehr Freude als Angst.“

Eine junge Mannschaft wie die deutsche benötigt einen Trainer wie Löw, der in Alles-oder-nichts-Spielen ausstrahlt, was sie selbst braucht, am Mittwoch gegen Ghana, im Erfolgsfall in allen weiteren WM-Spielen: Ruhe und Mut. Niemand hätte Löw verübeln können, wenn er am Dienstag darauf hingewiesen hätte, dass seiner Mannschaft Michael Ballack fehlt, der erfahrene Spieler, der bei der EM vor zwei Jahren in einer ähnlichen Situation die Tür in die nächste Runde mit einem Freistoß in den Torwinkel gegen Österreich öffnete. Löw sagte lediglich: „Das Spiel wird kein Selbstläufer. Aber wir haben alles, was wir brauchen, um Ghana zu besiegen.“

Löw ist kein Trainerschauspieler, der Gelassenheit vorgibt, während ihm Ghana in Wahrheit den Schlaf raubt. Hinter seinem Glauben steckt die Überzeugung, dass seine Mannschaft besser ist, in den Gesprächen mit den Spielern „hatte ich nicht den Eindruck, dass sie nervös oder unsicher sind“. Überzeugung macht gelassen, bei Löw geht sie so weit, dass er sogar eine kleine Ausnahme macht von sonstigen Gepflogenheiten. Löw, der alte Geheimniskrämer, gibt den Reportern für das Basteln ihrer Aufstellung einen wichtigen Hinweis: „Im Moment tendiere ich gegen Ghana zu Cacau als Stürmer.“ Alles was dann folgt, freundliche Worte für Mario Gomez und Stefan Kießling („Sie drängen sich als Keilstürmer ebenfalls auf“) oder das Andeuten einiger Umbauarbeiten im Team („Es ist denkbar, die eine oder andere Position zu verändern“), sind dann wieder die üblichen Trainerspielchen.

Ein Spiel mit „hohem Tempo“ erwartet der Bundestrainer gegen Ghana. Und eines, „das uns nicht nur körperlich, sondern auch mental sehr fordern wird“. Dass seine Mannschaft am Mittwochabend in „Soccer City“ in Johannesburg diesen Anforderungen gewachsen sein wird, steht für ihn außer Zweifel.

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