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Sportmix "Magischer" Federer siegt in Wimbledon
Sportbuzzer Sportmix "Magischer" Federer siegt in Wimbledon
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19:24 16.07.2017
Federer verewigte sich auf dem Heiligen Rasen mit seinem achten Triumph in Wimbledon. Quelle: Adam Davy
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London

Mit der goldenen Trophäe des Wimbledon-Champions in der Hand holte sich Roger Federer drei Küsschen von Herzogin Kate ab.

"Sehr, sehr gut gespielt", sagte die Frau von Prinz William, als sie dem Schweizer Ausnahmesportler zu seinem achten Triumph auf dem Heiligen Rasen und seinem Rekord für die Tennis-Geschichtsbücher gratulierte. 14 Jahre nach seiner Titelpremiere krönte sich Federer am Sonntag mit einem 6:3, 6:1, 6:4 gegen den von Blasen am Fuß gehandicapten Marin Cilic erneut zum Wimbledon-Triumphator.

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Chancenlos: Marin Cilic verlor im Finale glatt in drei Sätzen.

"Ich bin unglaublich überrascht, wie dieses Jahr bislang gelaufen ist", sagte der 35-Jährige. In der Pressekonferenz analysierte er gefasst und nüchtern seinen historischen Sieg. Auf dem Centre Court waren ihm zuvor beim Anblick seiner vier Kinder auf der Tribüne die Tränen in die Augen geschossen. Mit dem Handtuch tupfte er sich über das Gesicht, von der Spielerbox schauten die bald achtjährigen Zwillingsmädchen Myla und Charlene und die Jungs Leo und Lenny zu.

"Sie haben keine Ahnung, was hier vor sich geht. Sie denken wahrscheinlich, das ist aber eine schöne Aussicht und ein schöner Spielplatz", sagte der 35 Jahre alte Schweizer über die Dreijährigen. Hatte Federer den Matchball nach nur 101 Minuten noch erstaunlich verhalten gefeiert und nur kurz die Arme in den Himmel gereckt, so fiel später die ganze Anspannung ab. "Dieses Turnier so gespielt zu haben, ohne Satzverlust, ist magisch, es ist wirklich zu viel."

Mit Titel Nummer acht überflügelte er William Renshaw und Pete Sampras, sicherte sich den 19. Titel bei einem Grand Slam und ist jetzt der älteste Wimbledon-Gewinner in der Historie des Profitennis. "Es ist einfach unglaublich, wer hätte das gedacht?", sagte Federers Kumpel Tommy Haas, der in der ersten Runde gescheitert war.

Einen Tag nach der Wimbledon-Siegpremiere der Spanierin Garbiñe Muguruza durften in der Royal Box neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate und die britische Premierministerin Theresa May die Federer-Show bestaunen. "Es gibt wenige Spieler, die auf diesem Platz so dominant auftreten wie Roger es tut. Und ich bin mir sicher, dass er hier noch öfter gewinnen kann", sagte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker in der BBC.

Nur bis zum 2:2 im ersten Satz sahen sie ein ausgeglichenes Match. Federer wirkte zu Beginn leicht angespannt. Als er seinen ersten Spielball zum 1:1 hatte, unterlief ihm ein Doppelfehler. Den Punktgewinn zum 2:2 zelebrierte er mit einem lauten "Komm jetzt".

Im Gegensatz zum verregneten Vortag, als Muguruza unter dem geschlossenen Dach die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams aus den USA mit einem 7:5, 6:0 deklassierte, schob sich während des Herren-Finals immer mal wieder die Sonne durch die Wolken.

Zum 3:2 nahm Federer seinem 1,98 Meter großen Gegenüber den Aufschlag ab und sicherte sich nach 36 Minuten den ersten Satz. Zu Beginn des zweiten Durchgangs verdunkelte sich plötzlich die Stimmung bei Cilic. Er verlor sein Service zum 0:2 und musste sich beim Stand von 0:3 behandeln lassen. Der 28-Jährige vergrub sein Gesicht im Handtuch und kämpfte erfolglos gegen die Tränen an. "Du bist ein Held", sagte Federer später bei der Siegerehrung auf dem Centre Court.

Doch der US-Open-Sieger von 2014 war geschwächt und angeschlagen. Nur 25 Minuten dauerte Durchgang zwei. Wieder kam medizinisches Fachpersonal auf den Platz und verband mehrere Blasen am linken Fuß. Ohne die Blessuren hätte er vielleicht Federer wie im Viertelfinale des vergangenen Jahres heftigere Gegenwehr leisten können.

2016 siegte Federer erst nach einem 0:2-Satzrückstand und der Abwehr dreier Matchbälle. Diesmal aber ließ Federer keinen Zweifel aufkommen, dass er diesen achten Titel so sehr wollte wie kaum einen anderen zuvor. Nach seinem Coup bei den Australian Open und den Erfolgen in Indian Wells und Miami hatte Federer eine freiwillige zehnwöchige Auszeit genommen und auf die komplette Sandplatz-Saison verzichtet. Für Wimbledon wollte er unbedingt auf dem Zenit sein.

Von der Pause ließ sich Federer nicht beeinflussen oder irritieren. Im dritten Satz glückte ihm die Vorentscheidung mit einem Break zum 4:3. Wenig später war der erste Wimbledon-Titel seit 2012 und der achte nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012 perfekt.

dpa

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