Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportmix Kiels Trainer glaubt an Burgdorf
Sportbuzzer Sportmix Kiels Trainer glaubt an Burgdorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 10.12.2009
DER GRÜBLER: Kiels Trainer Alfred Gislason freut sich auf Burgdorf – vor allem auf Manager Stefan Wyss.
Anzeige

Herr Gislason, wie oft haben Sie in letzter Zeit mit Burgdorfs Manager Stefan Wyss telefoniert?

Sehr, sehr viel. Wir haben noch regelmäßigen Kontakt. Wir kennen uns ja noch aus meiner Zeit als Trainer in Hameln (1997, d. Red.). Stefan war da Kotrainer. Auch wenn die Zeit nicht so erfolgreich war. Es war meine erste Trainerstation in Deutschland, wir sind als Tabellenfünfzehnter abgestiegen. Und ein Jahr später in der Aufstiegsrelegation am TuS Schutterwald gescheitert. Ich freue mich auf Stefan. Ich werde ihn am Samstag auf jeden Fall in die Arme nehmen.

Gehen sie nach dem Spiel mit Stefan Wyss noch was essen?

(lacht) Könnte gut möglich sein. Mal sehen, ob er noch Zeit hat. Je nachdem wie gut wir drauf sind, entscheidet sich, wer bezahlt.

Aber gegen Burgdorf wird es doch wohl ein Spaziergang?

Nein, das bestimmt nicht. Gegen jeden Gegner ist es gefährlich, wenn man nicht aufpasst. Die größte Gefahr ist, dass man nur an Gegner wie Flensburg oder Hamburg denkt.

Wie schätzen Sie Burgdorf ein?

Die haben das in der letzten Zeit richtig gut gemacht. Klar, am Anfang wars für sie eine Umstellung. Sie haben richtig gute Leute dazu bekommen. Und mit Puljezevic einen erfahrenen, sehr guten Torwart, der den Burgdorfern Rückhalt gibt. Auch Przybecki ist stark. Der hat sehr viel Erfahrung. Man muss höllisch aufpassen.

Tipp für Burgdorf, damit sie die Klasse halten?

Ich denke, sie müssen so weitermachen wie in den letzten Spielen. Sie haben eine sehr gute Entwicklung schon gemacht. Und wenn sie so weitermachen, werden sie mit Sicherheit in der Liga bleiben.

Wie bereiten Sie Ihre Jungs auf Burgdorf vor?

Genauso, als ob wir gegen Hamburg spielen würden. Oder ein paar Tage später gegen Flensburg oder Magdeburg.

Stichwort Magdeburg: Nach ihrem Abstecher in Hameln gings zum SC. War das bislang Ihre schönste und erfolgreichste Station?

Das war schon sehr schön. Ich war da sieben Jahre, das lief wirklich sehr, sehr gut. (Gislason wurde 2001 Meister, Supercup-Sieger, EHF-Pokal-Sieger und Trainer des Jahres. Und 2002 Champions-League-Sieger). Da habe ich immer noch mein Haus und viele Kumpels.

Scheinbar fühlen Sie sich aber auch in Kiel ganz wohl. Sie haben bis 2014 verlängert.

Das war eigentlich für mich klar, dass ich hier lange bleiben will. Außerdem ist es auch ein Zeichen für neue Spieler. Die wollen schon wissen, wer da Trainer ist, wenn sie in Kiel auftauchen.

Was ist das Geheimnis, dass Kiel seit Jahren so erfolgreich ist?

Kiel setzt auf Kontinuität. Hier wird sehr lange mit den Leuten zusammengearbeitet. Einen kompletten Umbruch alle zwei Jahre wie bei anderen Vereinen gibt es hier nicht. Deshalb bleibe ich ja auch etwas länger hier. Ich wundere mich, dass Vereine wie Hamburg oder die Rhein-Neckar-Löwen, bei denen große Investoren dahinter stehen, das nicht auch machen.

Stichwort Manipulationsaffäre: Wie sehr stört das Ihre Arbeit?

Ich merke das nicht. Das interessiert mich auch nicht. Das Thema bin ich leid.

Wie viele Stunden denken Sie an Handball?

Ich machen tägliche vier bis sechs Stunden Videoanalyse, dazu kommen die Trainingseinheiten. Da kommt die Familie oft zu kurz. Das ist eigentlich viel zu viel.

Und trotzdem fasziniert Sie dieser Sport so sehr.

Klar. Handball ist wie ein Spitzenspiel beim Fußball. Multipliziere den Faktor von Aktion, Schnelligkeit, Spannung, Taktik mit fünf, und schon kommst du auf ein Spitzenspiel im Handball. Es gibt keinen besseren Sport. Aber ab und zu schaue ich auch mal Fußball. Auch weil man da so gut mal einschlafen kann.

Einschlafen beim Fußball?

Ja, aber es gibt auch spannenden Spiele.

Sind Sie noch Dortmund-Fan?

Klar bin ich das noch. Aber ich bin auch Mitglied beim 1. FC Köln, das will ich nicht leugnen.

Warum Dortmund?

Das war zu meiner Zeit als Spieler bei TuSEM Essen (1983 bis 1988). Da waren die meisten Schalke-Fans. Und ich wollte dagegensteuern.

Und Köln?

Klaus Hartmann war Ende der 90er Geschäftsführer beim 1. FC Köln und auch Geschäftsführer bei uns Handballern. Und da war ich beim Aufstiegsspiel 1999 dabei. Das hat Spaß gemacht.

Zu Hannover 96 haben Sie eher keine Beziehung.

(lacht) Nee ... Schlimm? Die spielen auch gut, ohne dass ich die Daumen drücke.

Fehlt Ihnen Ihre Heimat?

Ja schon, Ich bin sehr gern in Island, in Nord-Island, wo ich geboren bin. Aber ich bin dort schon lange weg. Ich fühle mich immer da heimisch, wo ich gerade bin. Auch in Deutschland. Ich habe vor, hier sehr lange zu bleiben.

Was unterscheidet die Isländer von den Deutschen?

Ich denke, da gibts gar keine großen Unterschiede. Sie sind sich sehr ähnlich. Deshalb passen die Isländer und die Deutschen auch so gut zusammen.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Ich muss es erstmal schaffen, am 24. Dezember mittags zuhause zu sein. Und am 25. ist wieder Training. So viel ist da mit Weihnachten nicht.

Stimmt es, dass Sie von Beruf Historiker sind?

Ja, das habe ich mal studiert. Ich war mit der Nationalmannschaft unterwegs und habe mir überlegt, was ich beruflich machen könnte. Und da ich immer eine Eins in Geschichte hatte, habe ich das ausgewählt. Auch weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte.

Hat Ihre Frau Sie da beeinflusst?

Ich bin jetzt 50 Jahre alt. Mit Kara-Gudrun bin ich seit 34 Jahren zusammen. Klar, dass ich sie gefragt habe.

Wird aus dem Trainer Gislason mal ein Historiker Gislason?

Nee ... Eine Job-Alternative für später ist es aber nicht. Ich bin dann doch lieber ein guter Trainer als ein schlechter Historiker.

Auf Auswärtsfahrten lesen Sie gerne ein Buch. Was lesen Sie gerade?

Ich komme zurzeit gar nicht dazu, weil ich fast nur Spielvideos analysieren muss. Ich habe sonst immer drei, vier Bücher dabei, historische Romane. Aber es gibt auch gute Krimis, die in Island spielen. Kann ich nur empfehlen. 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weitere Details über den größten Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte kommen ans Licht. Der teilgeständige Profi Marcel Schuon fühlte sich von einem inzwischen in U-Haft sitzenden Betreiber eines Wettbüros bedroht. „Er sagte, er werde mich immer finden, wo immer ich auch hingehe“, sagte er der „New York Times“.

09.12.2009

Die Wolfsburger schlichen vom Platz. Traurig und müde gingen die Profis des deutschen Meisters in die Kabine, nachdem sie den Sprung ins Achtelfinale der Champions League verpasst hatten.

09.12.2009

Ganz wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga: Aufsteiger TSV Hannover-Burgdorf gewann den Handball-Krimi gegen GWD Minden mit 25:24.

07.12.2009
Anzeige