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WM-Affäre

Ermittler voreingenommen? Zwanziger will Schadensersatz

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat in der WM-Affäre eine Schadensersatzklage gegen das Land Hessen eingereicht.

Frankfurt. Der 71-Jährige sieht durch die vermeintliche Voreingenommenheit der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen seine Persönlichkeitsrechte verletzt und fordert deshalb ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro. Seine Klage werde am 22. März vor dem Landgericht Frankfurt am Main verhandelt, bestätigte Zwanziger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Erst am Donnerstagabend hatten mehrere Medien enthüllt, dass die Steuerfahndung dem Deutschen Fußball-Bund und den früheren WM-Organisatoren Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt vorwirft, den Fiskus bei der Rückzahlung eines ominösen Darlehens von 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus im Jahr 2005 bewusst getäuscht und dadurch Steuern hinterzogen zu haben. Dem DFB drohen deshalb Nachzahlungen in Millionenhöhe.

Zwanziger hatte seine Klage bereits vor mehreren Monaten eingereicht. Er sieht sich durch die Veröffentlichung von Vermerken der Steuerfahndung aber in seinem Vorgehen bestätigt. "Die Staatsanwaltschaft hat die Verpflichtung, die Akten zu kontrollieren. Die dürfen nicht an die Öffentlichkeit. In diesem Verfahren ist aber schon viermal die Öffentlichkeit informiert worden, bevor ich oder ein anderer Beschuldigter eine Information bekam", sagte er. "Auch in dem aktuellen Fall gibt es einen vorläufigen Bericht, der völlig unkommentiert bei der Staatsanwaltschaft liegt. Aber der wird an die Medien durchgesteckt. Was ist das für eine Art in einem Rechtsstaat?"

dpa


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