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Sein Remis ist wichtig: Michael Grunwald grübelt für den SV Berenbostel II.

Sein Remis ist wichtig: Michael Grunwald grübelt für den SV Berenbostel II.
© Foto: Jana Dehn

Schach

Vergiftete Bauern und einsame Damen

Landesligist SV Berenbostel spielt eine gute Saison – bereits den fünften von nun sechs Vergleichen haben die Garbsener gewonnen. Dabei gab es ein denkwürdiges Endspiel von Siegfried Kalkofen.

Schach. „Manchmal geht es im Schach zu wie im richtigen Leben – und eine Dame ohne Begleitung hat es sehr schwer.“ So launig hat Heino Müller, Pressesprecher des Landesligisten SV Berenbostel, die Niederlage von Siegfried Kalkofen kommentiert. Seine Königin sah sich in einem überaus ungewöhnlichen Endspiel einem Turm, Läufer, Springer sowie einem Bauern gegenüber – und musste die Waffen strecken. Die Berenbosteler schlugen die SVG Salzgitter gleichwohl mit 4,5:2,5. Ein Brett war gänzlich unbesetzt geblieben.

Christian Müller-Dehn eroberte durch eine Läuferfesselung eine Qualität und gewann sicher. Zeitgleich ließ Werner Szenetra zwei Freibauern unaufhaltsam marschieren, und Marco Dittmann demons­trierte die Überlegenheit eines „guten“ Läufers gegenüber einem „schlechten“ Läufer. Diese drei glatten Siege reichten zum Erfolg – in den übrigen Partien wurden sicher Remis gehalten. Die Berenbosteler spielen nach diesem neuerlichen Erfolg weiter um Platz eins mit.

König in der Mitte gestellt

Bezirksligist SK Neustadt profitierte vom kampflosen Sieg der Spitzenkraft Ulf Stoy. Gegen die SF Mühlenberg setzten sich die Gastgeber mit 5:3 durch.

Der SK-Vorsitzende Gerhard Gömann wählte Albins Gegengambit und erhöhte auf 2:0, er stellte den weißen König in der Mitte. Nach zwei Niederlagen schlug Oleg Rohn zurück, indem er die Aljechin-Verteidigung überwand, danach entschied Manfred Hannemann sein Duell mit dem Läuferpaar. Es hieß 4:2. Als Mihail Davydov im Mittelspiel einen „vergifteten Bauern“ genommen und eine Qualität verloren hatte , sah es so aus, als könne er sich nur mittels Dauerschach in ein Remis retten. Dann unterlief Davydovs Kontrahentin ein schwerwiegender Fehler und der Mannschaftssieg war eingefahren.

Die interessanteste Partie lieferte Sebastian Hartwig ab. Er opferte seine Dame für drei Figuren und startete einen Königsangriff. Er gab ferner beide Springer und stand auf Gewinn, wie es im Jargon heißt. Hartwig hätte die Partie per Abzugsschach entscheiden können, übersah das jedoch und unterlag mit Turm und Läufer nebst vier Bauern gegen Dame und drei Bauern.

Die SVg Steinhude rang die SG Garbsen/Marienwerder mit 4,5:3,5 nieder. Immo Frese und Rolf Bredemann hatten aufseiten der Gäste ebenso das bessere Ende für sich wie Thomas Poeschel, der im Endspiel einen Mehrbauern sowie den Vorteil eines Turms gegen einen Läufer besaß. Für die Steinhuder bezwang Tobias Knoke am Spitzenbrett den in arge Zeitnot geratenen Hartmut Klemmt, zudem überlistete Kraft Beyer den SG-Akteur Frie­drich Meyer mit einer Bauernumwandlung. Obendrein hielt Sascha Nülles Verteidigung gegen den Vorsitzenden des SV Marienwerder, Dieter Stummeyer, der einen Läufer für zwei Bauern gegeben hatte.

Beim Stand von 3,5:3,5 musste der Vergleich an Brett vier entscheiden. Kai Mares vermochte sich nach zähem Kampf aus der Umklammerung von Vladimir Nilov zu lösen und stellte den Steinhuder Sieg sicher.

Kai Mares kann sich befreien

Der SV Berenbostel II wies auswärts den SV Gretenberg mit 4,5:3,5 in die Schranken. Andreas Berg bewies dabei eiserne Nerven und „wies kühl einen gegnerischen Angriff als unzureichend nach“, wie es Heino Müller schön formulierte. Zudem erbrachte Ralf Müller den Beweis, dass man mit Eröffnungen aus dem 19. Jahrhundert noch heute punkten kann. Er setzte seinen Gegner dermaßen unter Druck, dass dieser in hoffnungsloser Lage die Zeit überschritt. Beim Stand von 4:3 machte Florian Körber mit einem Remis alles klar. Auch Michael Grunwald, Heino Müller, Uwe Daleszynski sowie Rainer Tensfeldt erstritten Unentschieden.

In der Kreisliga verlor der TuS Wunstorf gegen die SVg Calenberg. Den einzigen Sieg brachte Sergio Gioia an Brett acht unter Dach und Fach. Jürgen Reinhold ergatterte einen halben Punkt. „Sie waren einfach besser“, lobte Wilfried Möhr­stedt (Brett 3) die Kontrahenten.

Der SK Neustadt II kämpft weiter gegen den Abstieg, er musste sich bei den SF Barsinghausen II mit 3,5:4,5 beugen. Lange Zeit sah es nicht schlecht aus für die Gäste. Dietrich Kostka, Stefan Wellnitz und Thomas Kandelhardt erhoben sich siegreich.

Lothar von Janta entscheidet

Mit nur sieben Akteuren bezwang der SV Berenbostel III in der Kreisklasse den SK Rinteln III. Dominik Sorgenfrei glich für den SV aus, Marvin Andermann gewann ebenso überlegen. Frank Andermann tauschte nach dominant geführter Partie fehlerhaft Figuren ab, was seine Niederlage einleitete – es hieß 3,5:3,5. Routinier Lothar von Janta setzte seinen Rivalen matt, nachdem der einen Springer eingestellt hatte.

Die SG Garbsen/Marienwerder II hält durch das 4,5:3,5 bei den SF Mühlenberg II Anschluss an die Spitze. Bei der ersten Zeitkontrolle führte die SG durch Siege von Kai Thurow und Emrush Zeciri sowie vier Remis mit 4:3. An Brett eins hielt Wolfgang Narten mit Mühe die Stellung und vereitelte alle Versuche des Rivalen, mit dem Turm seiner Abwehrlinie in den Rücken zu fallen. Nach sechs Stunden willigte Steffen Kindermann ins Remis ein.

Von Stefan Dinse


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