Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportlerwahl Langsprinterin Ruth Sophia Spelmeyer
Sportbuzzer Sportlerwahl Langsprinterin Ruth Sophia Spelmeyer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 02.01.2018
GESCHAFFT: Ruth Sophia Spelmeyer nach ihrem Lauf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 08.07.2017 in Erfurt. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Frau Spelmeyer, Disqualifikation bei der Staffel-WM wegen eines Meldebogen-Fehlers verschuldet von einem DLV-Mann, Team-EM-Gold, DM-Titel-Hattrick, Nicht-Nominierung für die WM, dann doch WM-Start – ein komisches Jahr für Sie oder?

Definitiv. Es war kein einfaches Jahr, ziemlich verkorkst. Lehrreich war es auf jeden Fall. Es fällt mir sehr schwer, zufrieden zu sein mit dem Jahr. Weil ich große Ziele hatte mit dem Rio-Rückenwind. Gefühlt folgte aber einer Katastrophe die nächste. Die Staffel-WM zum Beispiel war ein Schlag ins Gesicht, die Quali fürs Finale wäre sicher gewesen. Trotzdem habe ich einiges erreicht. Ich bin meine erste WM gelaufen, stand mit der Staffel im WM-Finale. Im Vergleich war ich sogar besser als in Rio, als 14. statt 16. in der Welt, zweitbeste Europäerin. Nur mit der Bestzeit hat es leider nicht geklappt. Im Training war ich deutlich besser, ich konnte es nur nicht auf die Bahn bringen.

Auch wegen der vielen Rückschläge?

Der Schwachsinn mit meiner Nicht-Nominierung für die WM, dann doch die Nach-Nominierung – das war richtig schlimm und hat mich echt Kraft gekostet. Trotz all der Rückschläge habe ich es geschafft, in vielen Situationen in der Saison, im Kopf stark zu bleiben.

Ihre schönen Momente 2017?

Auf jeden Fall die WM. Und die Stimmung in London war toll, einmalig, sogar besser als bei Olympia in Rio.

Seitdem sind Sie aber verletzt?

Ja. Eine Schambeinentzündung. Eine Stressreaktion aufgrund einer Fehlbelastung. Mein Becken verschiebt sich oft. Der Zug der Adduktoren auf das Schambein war entsprechend zu hoch. Die Diagnose habe ich Anfang November bekommen. Schmerzen im Adduktorenbereich hatte ich allerdings auch schon vor der WM. Bei der WM waren die Schmerzen so stark, dass ich sogar das Staffel-Finale infrage gestellt habe.

Wie ist der Stand der Verletzung?

Ich trainiere viel, mache Aquajogging oder gehe auf den Stepper. Ich laufe aber nicht. Seit zwei, drei Monaten schon nicht mehr. Ich fühle mich mittlerweile wieder gut, habe keine Schmerzen mehr.

Zwischendrin haben Sie einen Abstecher in die Show-Welt unternommen. Sie haben bei dem TV-Format „Beginner gegen Gewinner“ mitgemacht. Wie war das?

Das war cool und hat richtig Spaß gemacht, auch wenn alles ewig gedauert hat. Aber es war spannend, mal hinter die Kulissen zu schauen. Wir hatten das vor der WM aufgezeichnet. Ich musste gegen eine Amateurin über 400 Meter antreten, mit Handicap, damit die Chancen ausgeglichen sind. Ich musste ein sieben Kilogramm schweres Barockkleid tragen. Ich habe knapp gewonnen, aber weit mehr als eine Minute gebraucht. Das war wohl mein langsamster 400-Meter-Lauf (lacht).

Was sind ihre Ziele für 2018?

Das wird für mich ein extrem wichtiges Jahr. Die Verletzung spielt mir natürlich nicht in die Karten. Dennoch halte ich an dem Traum fest, mich bei der EM in Berlin im Finale gut zu präsentieren. Es ist eine Heim-EM – und zudem in dem Stadion, wo ich 2008 mit 18 Jahren das erste Mal deutsche Jugend-Meisterin geworden bin. Allerdings über 200 Meter. Die EM hat also einen großen Stellenwert. Der Weg dorthin ist schwierig. Aber ich denke, dass die Chancen gut stehen.

Wann können Sie denn überhaupt wieder laufen?

Geplant ist Mitte Januar. Am 3. Januar fahren wir ins Trainingslager nach Teneriffa. Da werde ich sicher auf der Bahn schon lockere Koordinationsübungen machen. Ich warte aber lieber im Zweifel noch zwei Wochen, als zu früh loszulegen.

Wie kommen Sie parallel mit ihrem Psychologie-Studium voran?

Ich habe in diesem Semester meinen Master begonnen. Aber das handhabe ich wie gehabt. Ich gucke, was ich mir zutraue, ohne den Sport zu gefährden.

Bleibt Olympia 2020 noch ein Fernziel?

Nach Rio 2016 habe ich gesagt, dass ich auf jeden Fall bis zur EM 2018 weitermache. Vielleicht mache ich aber doch noch länger. Ich kann mir jedenfalls noch nicht vorstellen aufzuhören.

Von Simon Lange

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Recken der TSV Hannover-Burgdorf spielen im neunten Jahr in Folge in der höchsten deutschen Handballliga und sind die amtierende NP-Mannschaft des Jahres 2016. Doch nach der Sportgala im Januar 2017 ging es für die Handballer steil bergab: Auf die Super-Hinrunde mit Platz fünf folgte eine Horror-Rückrunde. Das Team von Jens Bürkle blieb in 16 Spielen in Folge ohne Sieg. Der Trainer musste deshalb im Sommer gehen, der spanische Starcoach Carlos Ortega übernahm gemeinsam mit Landsmann Iker Ro­mero als Co-Trainer. Er brachte den Recken wieder das Siegen bei – und wie. Hannovers Handballer hauen reihenweise auch die Topteams weg, Platz drei ist der Lohn zur Winterpause. Neben Stars wie Kapitän Kai Häfner und Spielmacher Morten Olsen sticht in dieser Saison bisher vor allem Casper Mortensen hervor. Der Dänen-Linksaußen ist mit 133 Treffern bester Torschütze der Liga – zehn Fragen an den Handballer.

02.01.2018

2017 schaffte Bibiana Steinhaus (38) als erste Schiedsrichterin überhaupt den Sprung in die erste Bundesliga der Männer. Die gebürtige Bad Lauterbergerin wohnt seit Jahren in Hannover – Pflichtspiele von 96 darf die Polizistin daher nicht pfeifen. Ihren ersten Einsatz in der Bundesliga hatte sie am dritten Spieltag bei der Partie Hertha BSC gegen Werder Bremen (1:1). Bis Ende der Hinrunde folgten drei weitere Einsätze in der ersten Liga. Besonderes Aufsehen erregte ihr Einsatz beim Pokalspiel zwischen Chemnitz und Bayern München, bei dem ihr der Bayern-Star Franck Ribéry frech die Schuhe zubinden wollte – Steinhaus löste die Szene souverän auf und machte auch sonst keine Fehler. 2017 wurde sie zum dritten Mal in ihrer Karriere zur besten Schiedsrichterin der Welt gewählt. Privat ist Steinhaus mit dem englischen Schiedsrichter Howard Webb zusammen. Und sie ist nominiert für die NP-Sportlerwahl 2017 – zehn Fragen an die Schiedsrichterin.

28.12.2017
Sportlerwahl NP-Sportlerwahl 2017 - Fußballer Waldemar Anton

Waldemar Anton (21) wurde 1996 im usbekischen Almalyk geboren. Über den Mühlenberger SV kam er 2008 zu Hannover 96. Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Anton gilt als das größte Talent bei 96. Sein erstes Bundesligaspiel für den Club machte er unter dem damaligen Trainer Thomas Schaaf am 27. Februar 2016 in Stuttgart, sein erster Treffer gelang ihm am 15. April 2016 beim 2:0 gegen Gladbach. Antons größter Erfolg mit Hannover ist der direkte Wiederaufstieg im Sommer 2017 nach dem Bundesliga-Abstieg 2016. Dazu ist er U-21-Nationalspieler und kam bisher auf drei Einsätze. Mit dem U-21-Team wurde er im Sommer 2017 Europameister in Polen, blieb allerdings ohne einen Einsatz. Anton gilt als vielseitig einsetzbar, er kann im defensiven Mittelfeld oder als Innenverteidiger spielen. Seine persönliche Zukunft sieht er eher im Mittelfeld. In der Hinrunde fehlte Anton nur in einer Partie und spielte sonst immer 90 Minuten durch. Und er ist nominiert für die NP-Sportlerwahl 2017 – zehn Fragen an den Fußballer.

28.12.2017
Anzeige