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IM BOOT: Svenja Schaeper in Aktion für Deutschland.

IM BOOT: Svenja Schaeper in Aktion für Deutschland.
© privat

NP-Sportlerwahl 2017

Kanupolo-Spielerin Svenja Schaeper

Svenja Schaeper (22) erlebt 2017 das wohl erfolgreichste Jahr ihrer jungen Karriere. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewinnt die gebürtige Hannoveranerin die Goldmedaille bei den World Games in Breslau sowie bei der Europameisterschaft in Saint Omer. In der Bundesliga wird sie Torschützenkönigin. Als zusätzliche Belohnung für ersteren Erfolg überreicht ihr Bundespräsident Steinmeier im Oktober sogar das silberne Lorbeerblatt. Mit ihrem Verein, der KG List, erreicht sie bei den Deutschen Meisterschaften das Halbfinale. Privat zieht es Schaeper 2017 nach Osnabrück. Ihr Bauingenieursstudium in Hannover beendet sie, um seit Oktober Sport und Mathe auf Grundschullehramt zu studieren. Und sie ist nominiert für die NP-Sportlerwahl 2017 – zehn Fragen an die Kanupolo-Spielerin

Hannover.  

Was war Ihr sportliches Highlight 2017?

Es gab mehrere, aber das größte Highlight waren die World Games, die wir mit Deutschland gewonnen haben. Die sind was sehr Besonderes in unserer Sportart. Neben dem Gastgeber sind auch nur sechs weitere Teams dabei. Um teilzunehmen, muss man sich bei der WM dafür qualifizieren.

Die World Games sind die Wettbewerbe für Sportarten, die nicht olympisch sind. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass sich das beim Kanupolo zeitnah ändert?

Das ist ein großes Thema bei uns. Da wird schon viel versucht. Wenn man es aber realistisch betrachtet, ist es noch relativ weit weg. Es wäre natürlich supercool. Wir sind aber schon superhappy, dass wir in dem Pool der Sportarten sind, die bei den World Games starten.

Wie sehen Ihre Ziele für 2018 aus?

Erst mal hoffe ich, wieder in die Nationalmannschaft zu kommen – da muss man sich jedes Jahr neu für qualifizieren. Und dann steht die WM in Kanada an. Ich bin zwar schon mal Weltmeisterin geworden, allerdings nur mit der U 21.

In der Bundesliga waren Sie 2017 Torschützenkönigin. Fürchten Sie da ernsthaft um Ihre Teilnahme an der WM?

Es ist schon ein Ziel, dass ich wieder ins Nationalteam komme. Ich bin jetzt zum Studieren umgezogen nach Osnabrück, trainiere hier auch. Man kann sich da nie sicher sein.

Können Sie in Osnabrück auf einem ähnlichen Niveau trainieren wie in Hannover?

Nein, hier wird eher viel im Nachwuchsbereich gemacht. Eine Damenmannschaft gibt es gar nicht. Fürs Training ist das im Winter nicht so schlimm, da wir dort mehr Krafttraining und Fitness machen. Im Sommer pendle ich dann öfter.

Wie sind Sie überhaupt zum Kanupolo gekommen?

Ich bin in einer Paddelfamilie groß geworden, auch im Urlaub fahren wir viel Wildwasser. Den Sport selbst mache ich, seitdem ich sechs bin.

Worauf kommt es beim Kanupolo besonders an?

Vor allem ist es die Vielfältigkeit. Man muss gleichzeitig werfen und paddeln. Man braucht viel Bootsgefühl – das unterschätzt man immer, wenn man den Sport nur sieht.

Wie hoch ist die Verletzungsgefahr in dem Sport?

Es gibt ziemlich viele Regeln, die den Sport relativ sicher machen. Und man ist auch durch die Ausrüstung gut ge­schützt. Aber es kann manchmal ein bisschen ruppig werden. Meist kriegt man an den Fingern etwas ab.

Wie oft muss man trainieren, um mit 22 Jahren schon fast alle großen Titel gewonnen zu haben?

Das ist schon sehr viel. In der Saison bin ich die ganzen Wochenenden komplett weg, und dazu kommen noch vier Trainingseinheiten in der Wo­che.

Wie sieht die finanzielle Unterstützung im Kanupolo aus?

Sehr schlecht. Das meiste müssen wir tatsächlich selber zahlen – auch bei der Nationalmannschaft. Das ist sehr traurig. In Italien ist es ähnlich professionell. Da ist dann auch mehr Geld im Spiel. Auch in Frankreich ist Leistungssport allgemein besser unterstützt als in Deutschland.

Von Timo Gilgen


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