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Jubel: Martin Harnik freut sich über sein Tor gegen Hamburg.

Jubel: Martin Harnik freut sich über sein Tor gegen Hamburg.
© Maike Lobback

NP-Sportlerwahl 2017

Fußballer von Hannover 96

Das Jahr 2017 wird Fans und Verantwortlichen von Hannover 96 in guter Erinnerung bleiben. Nach dem direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga spielte das Team von Trainer André Breitenreiter eine überraschend starke Hinrunde und überwintert mit 23 Punkten auf Platz elf. Mit fünf Punkten ist der Abstand zu einem internationalen Platz geringer als zu einem Ab­stiegsplatz (acht Punkte). Ein Grund für die starke Hinserie ist die erfolgreiche Einkaufspolitik von Manager Horst Heldt, zweiter wichtiger Trumpf ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Das Team ist nominiert für die NP-Sportlerwahl – zehn Fragen an die Kapitäne Edgar Prib und Philipp Tschauner.

Hannover.  

Zwei 96-Kapitäne sitzen vor mir. Wer von Ihnen hat denn eigentlich den Hut auf?

Edgar Prib: Das spielt doch keine Rolle, wer hier den Hut aufhat. Jeder trägt hier Verantwortung. Wir leben nicht mehr in Zeiten, in denen Oliver Kahn noch Mitspieler angeschrien hat, weil sie nicht gespurt haben. In unserer Mannschaft haben viele den Hut auf.

Philipp Tschauner: Schade, dass Eddy auf dem Platz nicht dabei ist, extrem schade. Er ist eine Persönlichkeit auf und neben dem Platz. Jetzt trage ich halt in den Spielen die Binde. Es ist bei uns nicht so, dass einer die Richtung vorgibt und alle marschieren hinterher. Ich glaube, einer Mannschaft tut es gut, wenn man Verantwortung auch teilt.

Sie haben als Torwart vor dem Aufstiegsspiel in Sandhausen eine mittlerweile veröffentlichte Kabinenansprache gehalten: „Heißes Herz und kühler Kopf“. Wie kam das live rüber, Herr Prib?

Prib: Tschauni macht überragende Ansprachen. Ich habe innerlich ge­brannt in dem Moment, auch wenn ich gar nicht gespielt hatte, sondern verletzt war.

Tschauner: Das Spiel hat die Emotionen einfach schon in sich getragen. Ich bereite mich natürlich auf so etwas vor und versuche, der Mannschaft ein gutes Gefühl zu geben. Wir haben das eingeführt, als André Breitenreiter kam. Wir haben zusammengesessen und uns überlegt, wie wir das vor einem Spiel handhaben wollen? Großer Kreis auf dem Platz, kleiner Kreis? Wir haben uns dann entschieden, das in der Kabine zu machen. Das ziehen wir bis heute so durch.

Mit welchen Songs machen Sie sich in der Kabine heiß?

Tschauner: Baka (Marvin Bakalorz) ist unser Mannschafts-DJ. Kurz vor dem Anpfiff mache ich meistens die Musik rein. Etwas, mit dem die Spannung hochgeht. Die Musik soll die Emotionen der Jungs noch mal kitzeln.

Wie fahren Sie nach dem Spiel die Spannung wieder runter?

Tschauner: Das ist bei mir ganz einfach. Ich mache zu Hause die Türe auf – und die Familie ist da. Wichtig ist, dass jeder persönlich schauen muss, wie er wieder runterkommt.

Prib: Das Auslaufen einen Tag nach dem Spiel ist für mich der Punkt, an dem ich sage: Jetzt reicht’s, ab jetzt denke ich über das nächste Spiel nach.

Nennen Sie drei Punkte, die den Teamgeist bei 96 gut erklären?

Tschauner: Der Zusammenhalt.

Prib: Spaß am Spiel.

Tschauner: Jeder weiß, dass uns keiner hilft außer wir uns selbst.

Was waren die Höhepunkte 2017?

Prib: Derbysieg, Aufstieg.

Tschauner: In der Reihenfolge. Die Emotionen vom Derbysieg wurden nur noch von der Aufstiegsfeier getoppt.

Welche Rückschläge gab es?

Tschauner: Die Niederlage in Karlsruhe (0:2), die war sehr hart.

Prib: Genau, danach hat’s auch or­dentlich gekracht.

Tschauner: Das war für uns der Mo­ment, da haben wir gesagt: Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, wenn wir unser Ziel erreichen wollen. Wir wussten, dass wir uns nicht mehr viel erlauben durften.

Für den Fall, dass Hannover 96 zur Mannschaft des Jahres gewählt wird: Was würden Sie Hannover sagen wollen?

Tschauner: Ich glaube, wir haben Hannover durch den Aufstieg ein gutes Gefühl gegeben. Wir haben einigen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Allein in die Gesichter der Menschen zu sehen – dafür spreche ich unsere Dankbarkeit aus an die Leute, die uns unterstützt haben. Wir wollen Danke sagen für die Unterstützung in der Aufstiegssaison. Das kann man sogar unabhängig von der Wahl so sagen.

Prib: Gut formuliert.

Und der Klassenerhalt?

Tschauner: Das fällt doch erst ins nächste Jahr (lacht). Den Klassenerhalt feiern wir dann 2018.

Mit welchem Plan?

Prib: Wenn der Weg so solide und stabil weitergeht, dass wir schwer zu schlagen sind, dann schaffen wir den Klassenerhalt. Das wäre eine noch größere Leistung als der Aufstieg an sich. Dann hätte Hannover wieder allen Grund zur Freude.

Von Dirk Tietenberg und Timo Gilgen


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