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Sport-Regional Zwei Weltmeister, ein Traum
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17:25 11.03.2018
Beste Freunde: Leo Appelt (links) und Jonas Bokeloh. Quelle: Eichels
Umag/Hannover

Das vergangene Jahr war eines zum Vergessen für Jonas Bokeloh (21) und Leo Appelt (20). Hannovers junge Top-Radsportler hatten mit Verletzungen zu kämpfen, mit Krankheiten und Pech. Jetzt soll alles anders werden für die ehemaligen Junioren-Weltmeister, mit einem neuen Team, neuen Zielen – und einem Ultimatum.

Für Bokeloh ist es das letzte Jahr in der U-23-Klasse, für den Junioren-Weltmeister von 2014 geht es um seine Zukunft. „Ich will natürlich an alte Erfolge anknüpfen. Aber vor allem muss sich der langfristige Plan abzeichnen: Ob ich als Profi Fuß fassen kann oder mir besser eine Ausbildung oder ein Studium suche“, sagt Bokeloh. „Das Jahr nehme ich mir jetzt noch Zeit. Die Chancen stehen 50/50, dass es klappt. Aber ich will schon gern Profi werden. Mal sehen, was draus wird.“ Bokeloh sucht den Weg für die Zukunft nach einem völlig gebrauchten Jahr. Im Frühjahr 2017 legte ihn eine schwere Bronchitis wochenlang außer Gefecht. „Vorher lief es eigentlich, danach bin ich dann gar nicht mehr in Gang gekommen. Keine Ahnung woran das lag, aber da war der Wurm drin“, erzählt der 21 Jahre alte Sprinter. „Das einzige, was ich aus dem Jahr mitnehmen kann, sind wohl die gefahrenen Kilometer.“

Die ersten Kilometer im neuen Jahr machen Mut. Bokeloh fährt jetzt für LKT Brandenburg, beim ersten Rennen fürs neue Team lief’s rund. Bei der Umag Trophy in Kroatien schaffte er es auf Rang vier. Nach 144 Kilometern musste sich der Hannoveraner den beiden Ausreißern Krister Hagen und Tom Baylis geschlagen geben, belegte im Spurt des Hauptfeldes den zweiten Platz hinter Dusan Rajovic.“Der Auftakt war auf jeden Fall in Ordnung. Mal sehen, wann der erste Sieg drin ist.“ Vielleicht ja schon am Sonntag. Dann findet die letzte Etappe des Vier-Tages-Rennens in Kroatien statt, das er gerade fährt - mit einer Sprintankunft, die dem Hannoveraner liegen dürfte.

Über starke Rennen kann sich Bokeloh ab sofort mit einem besonderen Team-Kollegen bedanken: dem zweiten Hannover-Weltmeister. Denn auch sein bester Freund Appelt startet in dieser Saison fürs LKT-Team. Eine geplante Zusammenführung der zwei Superkumpel? Gar nicht, verrät der zweifacher Junioren-Weltmeister von 2015: „Das war ein großer Zufall. Ich habe den Vertrag unterschrieben, er hat den Vertrag unterschrieben, dann haben wir erst mitbekommen, dass wir beim selben Team sind“, erzählt Appelt. „Wir sind beste Freunde, Zimmerpartner. Das wird ein cooles Jahr.“ Eines, in dem auch er was zu beweisen hat. „Ich habe die vergangenen zwei Jahre nur auf der Fresse gelegen und de facto keine Erfolge vorzuweisen“, sagt er selbstkritisch. Gleich dreimal brach er sich 2017 das Schlüsselbein – keine Chance, in Fahrt zu kommen. „Aber das will ich jetzt abhaken. Dieses Jahr kann richtig gut laufen.“ Appelt hat immerhin noch zwei Jahre in der U23, auch er will Profi werden. „Aber wenn du immer nur 30. wirst, kriegst du keinen Profivertrag.“

Die neue Mannschaft soll helfen bei den hohen Zielen. Zuvor fuhr Zeitfahr-Spezialist Appelt fürs BMC-Nachwuchsteam, doch das hat sich aus finanziellen Gründen aufgelöst. „Das LKT-Team ist eine Nummer kleiner als BMC, aber auf einem super-professionellen Niveau.“ Vor allem, was das Trainer-Team angeht: Denn Bokeloh und Appelt werden ab sofort von Heiko Salzwedel gecoacht – ein echter Star im Radsport. Er trainierte schon Fünffach-Olympiasieger und Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins, war bis Oktober 2017 Nationalcoach des britischen Bahnrad-Teams. Zuvor machte er auch schon die Dänen zu WM- und Olympia-Medaillengewinnern. „Das ist mega geil, dass er Trainer ist und dem Nachwuchs etwas zurückgeben will“, schwärmt Appelt, „einen besseren als ihn gibt es eigentlich nicht.“

Kein Wunder, dass das LKT-Team unterm Experten Salzwedel den Fokus auch in Richtung Bahnrennen lenkt. „Bei BMC ging’s für mich nur um die Straßenrennen, die Bahn lief nebenher“, schildert Appelt, der auch auf der Bahn schon Weltmeister war und immer nebenher im Junioren-Nationalteam fuhr. „Der Fokus hat sich jetzt verschoben. Jetzt werde ich ganz anders gefördert.“ Unter der Anleitung des Toptrainers träumt er sogar von einer Olympiateilnahme 2020 in Tokio oder vier Jahre später in Paris. „Aber das erste Ziel ist und bleibt, Profi zu werden“, betont er.

Davon träumt auch Kumpel Bokeloh als allererstes. Doch auch er will es auf der Bahn versuchen. „Ich hab das sonst eigentlich nur mal im Winter gemacht. Aber ich will das mal mehr probieren, das wäre ein zweites Standbein“, sagt er. Ansonsten sei in dieser Saison die deutsche U-23-Meisterschaft ein Höhepunkt, „bei Paris-Roubaix zu starten wäre eine schöne Sache, die 4-Bahnen Tournee, und die Deutschland-Tour wäre ein Höhepunkt fürs Team“, zählt Bokeloh auf.

Bei Appelt kommt noch die U-23-WM dazu, die im September in Tirol stattfindet. Für Sprinter Bokeloh ist die Strecke zu bergig, für Zeitfahrer Appelt könnte es was werden: „Mal sehen, wie ich in die Saison reinkomme und mich entwickele. Ziel ist aber, da vorne mit dabei zu sein“, sagt der 20-Jährige kämpferisch. Denn Appelt hat ein gutes Gefühl: „Ich hab richtig Lust auf das Jahr. Ich wüsste nicht, warum es dieses Saison nicht gut laufen sollte!“

Von Jonas Szemkus

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