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WIEDER IM RING FÜR Hannover-SEELZE: Rückkehrer Raman Sharafa (links).

WIEDER IM RING FÜR Hannover-SEELZE: Rückkehrer Raman Sharafa (links).
© Petrow

Box-Bundesliga

Seelze setzt auf Klitschko-Schmiede

Am Sonnabend startet der BSK Hannover-Seelze in Schwerin in die neue Saison der ersten Box-Bundesliga. Trainer Arthur Mattheis ist überzeugt: Bleiben alle fit, „können wir Meister werden“. Mattheis setzt auch auf Kämpfer aus der Ukraine, sogar aus dem alten Klitschko-Stall.

Hannover. Mit Ukrainern hat Trainer Arthur Mattheis gute Erfahrungen gemacht. Immerhin hat er einst die Klitschko-Brüder nach Deutschland vermittelt. Für die am Sonnabend startende 1. Bundesliga hat sich der Vorsitzende des BSK Hannover-Seelze für drei osteuropäische Boxer entschieden – darunter ein Europameister. „Die Jungs sind richtig fit und körperlich stabil. Ich habe sie mir genau angesehen, der ukrainische Nationaltrainer hat sie zudem empfohlen“, sagt Mattheis. Um 18.45 Uhr steht der erste Schlagabtausch beim BC Traktor Schwerin an. „Wenn wir da siegen oder ein Unentschieden holen, wäre das ein starkes Zeichen“, sagt der BSK-Chef.

Die Bundesliga ist erneut in zwei Staffeln eingeteilt worden, diesmal sind die Seelzer im Norden dabei. „Das Niveau ist generell sehr hoch, aber die Nordstaffel ist noch stärker. Da sind viele Granaten dabei, das ist echt verrückt“, sagt Mattheis. Wer da allein auf eigene Kräfte und den Nachwuchs setze, dem drohe der Traum vom Titel schnell um die Ohren zu fliegen. Daher hat auch der BSK intensiv nach Verstärkung ge­sucht und, wie etliche Clubs, sogar einen EM-Champion gefunden: Im Leichtgewicht könnte Jaroslav Khartsyz aus Charkow gegen Traktor seinen Einstand geben. In der Klasse bis 60 Kilogramm haben die Seelzer mit dem elegant boxenden Artur Bril (Colonia 06) allerdings einen weiteren hervorragenden Mann. „Wir sind wirklich gut besetzt. Wenn sich keiner verletzt, können wir Meister werden“, sagt der BSK-Coach, der gemeinsam mit Dmitrij Schunk verantwortlich ist.

Wer in den acht Gewichtsklassen für die Seelzer antritt, mag Mattheis nicht verraten. Sehr wahrscheinlich wird jedoch Rückkehrer Raman Sharafa (Nordhäuser SV) im Federgewicht als Erster die Fäuste fliegen lassen.

Auch ihren früheren Weltergewichtspublikumsliebling Abass Baraou wollten die Seelzer wiedergewinnen, den Zuschlag bekam aber überraschend Hertha BSC. Nicht zuletzt deshalb hält Mattheis die Berliner für „das vielleicht stärkste Team der Nordstaffel – knapp vor den Schwerinern“. Mit Magomed Schachidov aus München stellt der BSK in dieser Klasse einen amtierenden deutschen Meister, zweiter Titelträger ist Schwergewichtler Eugen Weigel aus Walsrode.

Weitere Trümpfe sind der Armenier Sevak Miroyan (BSK/Halbweltergewicht), in der vergangenen Saison als bester BSK-Athlet ausgezeichnet, und der Ukrainer Juri Chestak (Mittelgewicht).

Für das Superschwergewicht hat Mattheis mit dem Kiewer Alexander Babisch einen 23-jährigen Hünen verpflichtet. „Der wird unsere Fans ebenso beeindrucken wie hoffentlich die Gegner“, sagt Mattheis. Ob das ein Mann vom Format der Klitschkos werden könnte? „Er kommt jedenfalls aus dem Stall wie Vitali und Wladimir. Das spricht für sein Können“, sagt Mattheis, „aber eine Profikarriere wollen viele machen.“ Und nicht wenige mussten sich diesen Traum aus dem Kopf schlagen – wenn das nicht gar andere für sie erledigt hätten.

Die Nordstaffel komplettieren der UBV Schwedt (erster Gegner im Autohaus Kahle am 20. Januar) und die Hamburg Giants. Der Erstplatzierte kämpft am 21. und 28. April mit dem besten Team der Südstaffel (Titelverteidiger Nordhausen, Chemnitz, Straubing oder Hanau).

Von Stefan Dinse


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