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Sport-Regional Isaiah Hartenstein vor Unterschrift bei den Rockets
Sportbuzzer Sport-Regional Isaiah Hartenstein vor Unterschrift bei den Rockets
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18:50 13.06.2018
MACHT DEN ABFLUG ZURÜCK IN DIE USA: Isaiah Hartenstein wird wahrscheinlich in den kommenden Tagen beim NBA-Team Houston Rockets unterschreiben. Der 20-Jährige wurde 2017 zu Niedersachsens Nachwuchssportler des Jahres gekürt. Quelle: Petrow
Hannover

Es ist nur ein kleiner Hüpfer, dann befindet sich Isaiah Hartensteins Hand auf Ringhöhe. Der 20-Jährige Riesenschlaks ist 2,16 Meter groß – und wächst noch immer! Den Basketball von oben durch den 3,05 Meter hohen Ring zu stopfen – eine der leichtesten Übungen für Hartenstein. Gut gelaunt wirft er ein paar Körbe auf dem Dach des Sportinternats des LSB in Hannover. Er ist da, um sich bei LSB-Chef Reinhard Rawe für die Auszeichnung zu Niedersachsens Nachwuchssportler des Jahres 2017 zu bedanken. Bei der Ehrung Ende des Jahres im GOP musste er passen.

Hartenstein gilt als eines der größten europäischen Basketball-Talente. Das betont auch sein Förderer und Mentor Gerd Meinecke, Ressortleiter Leistungssport beim NBV. „Der Junge wird in der NBA spielen und dort seinen Weg gehen“, sagt Meinecke. Hartenstein wurde bereits 2017 bei der jährlichen Spieler-Lotterie der NBA – dem Draft – von den Houston Rockets an 43. Stelle gezogen. Das NBA-Top-Team schickte Hartenstein aber erst einmal ins eigene Farmteam. Bei den Rio Grande Valley Vipers in der sogenannten G-League sammelte er vergangene Saison wertvolle Erfahrungen. Jetzt mit 20 scheint die Zeit reif für die stärkste Liga der Welt. Wohl noch im Juni wird er den Vertrag bei den Rockets unterschreiben, verrät der Niedersachse, der in Eugene (Oregon) in den USA geboren wurde und dort die ersten elf Jahre seine Lebens verbrachte. Er ist der Sohn von Florian Hartenstein, der lange als Profi in der deutschen Bundesliga spielte und mittlerweile Trainer des Zweitligateams Artland Dragons in Quakenbrück ist.

EIN RIESE HÜPFT HOCH: Isaiah Hartenstein bei seinem Besuch in Hannover. Quelle: Florian Petrow

Schnell war klar: Hartenstein junior wird auch Basketballer. „Der hat schon mit zwei Jahren angefangen, auf Körbe zu werfen“, sagt der Papa. „Mit 14 Jahren war klar, dass ich Profi werden will“, sagt der Sohn. Da war er schon zwei Meter groß. Eine Last? Überhaupt nicht, versichert Isaiah Hartenstein: „In Amerika war und ist ja auch alles groß. Kein Problem.“

Seine frühere USA-Zeit hilft ihm auch jetzt in der Vorbereitung zum größten Schritt seiner Karriere: „Ich weiß, wo was ist, kenne die Sprache. Das ist auf jeden Fall von Vorteil.“

Auch dass Papa selber Basketballer war, bewertet er positiv. Andere Jugendliche wurden und werden von Agenten mit Angeboten umgarnt oder belästigt. Damit musste sich Isaiah nicht beschäftigen. Sein Vater blockte alles ab, hielt ihm den Rücken frei und kümmerte sich um das Management: „Ich musste einfach nur Basketball spielen.“ Und das Ergebnis ist ziemlich gut.

Bereits als 16-Jähriger ge­hörte Hartenstein zum Bundesliga-Kader der Artland Dragons. Da war er auch schon Junioren-Nationalspieler. Ein Bandscheibenvorfall warf den jungen Mann etwas zurück. Mit Extra-Übungen hält er seinen Rücken seit der OP fit. 2016 entschied sich das Talent, ins Ausland zu gehen, Hartenstein spielte eine Saison beim litauischen Club Zalgiris Kaunas. 2017 folgte die Berufung in den Herren-A-Kader der Nationalmannschaft und zur EM.

VERGANGENHEIT: Isaiah Hartenstein (rechts) spielte auch BC Zalgiris Kaunas in Litauen. Quelle: dpa

„Ich liebe es, mich in der Nationalmannschaft zu beweisen“, sagt Hartenstein, der über einen US- und einen deutschen Pass verfügt. Auch wenn sich sein Lebensmittelpunkt seit 2017 wieder nach Amerika verschoben hat, „fühle ich mich hier in Deutschland sehr wohl“.

Dennoch: Die USA sind nun mal das Land für die ganz großen Basketball-Träume – und die NBA das Sehnsuchtsziel aller Spieler. Für Hartenstein wird der Traum schon jetzt mit gerade mal 20 Jahren wahr. Seine baldigen Kollegen, darunter die zwei Superstars James Harden und Chris Paul, hat er schon kennengelernt.

„Wir haben vor der Saison mal miteinander geredet, die waren total entspannt und cool zu mir“, auch mit seinen anderen künftigen Kollegen habe er „ein sehr gutes Verhältnis“. Der Schweizer Center Clint Capela ist der, an dem sich Hartenstein bei den Rockets orientieren will und muss. Vor seinem Bandscheibenvorfall lag der Fokus noch auf der Flügel-Position. Mittlerweile entwickelt sich Hartenstein eher zum Center.

Seine richtigen Idole spielen allerdings in anderen Teams: Kevin Durant vom Meister Golden State, der letzte Nacht die Rockets aus dem Titelrennen warf, oder Anthony Davis von den New Orleans Pelicans. Kein Dirk Nowitzki? Eher nicht, als kleiner Junge schaute Hartenstein zum deutschen Superstar auf. Nowitzki ist mit seinen fast 40 Jahren aber mittlerweile nicht mehr so interessant. Tipps holte sich Hartenstein beim Braunschweiger Dennis Schröder, dem Star der Atlanta Hawks.

Hartenstein ahnt, „dass es schwer werden wird im ersten Jahr. Aber am Ende ist es nur Basketball.“ Er will „einfach so gut wie möglich sein, erst mal reinkommen“ und sich alsbald für die Startformation empfehlen. Er weiß für die Zukunft mit Harden, Paul und Co.: „Du musst einfach den Ball reinmachen. Wenn nicht, kriegste den Ball nie wieder.“

Von Simon Lange

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