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Sport-Regional Harmonie in der Hung-Kuen-Schule
Sportbuzzer Sport-Regional Harmonie in der Hung-Kuen-Schule
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12:42 12.12.2013
DRACHENTANZ: Dieses Angebot ist in Hannover einzigartig.
Hannover

Ein paar Schritte nach vorne, gestreckter Schritt zur Seite, wieder nach hinten. Die Augen klappen auf und zu, der Löwe schüttelt seinen Kopf, frisst einen Boxhandschuh und spuckt ihn aus. Das ist der Mou-Si, der Löwentanz.

Karl und Jasmin sind Schüler in der Hung Kuen Academy Germany. In der Schule in der Vahrenwalder Straße 171 unterrichtet Sifu (respektvolle Form für „Lehrer“) Frank Bolte neben der alten südchinesischen Kampfkunst Hung Kuen auch Selbstverteidigung, freies Kämpfen (San-Da), Qi-Gong, traditionelle Waffen (Bing-Hei) und den Löwentanz, der ein großer Bestandteil in der asiatischen Tradition ist. Man sieht ihn an allen Festtagen.

Foto: Florian Petrow

Jasmin hat den Löwentanz zum zweiten Mal gemacht. „Ich kann das noch nicht so richtig, es ist ein bisschen schwierig“, meint sie und erklärt: „Man muss darauf achten, wo der Vordere hingeht, man muss ja harmonieren. Wenn man woanders hinläuft, ist das doof.“

Jasmin geht zusammen mit Michelle Seibel (14) an die Längsseite des Raumes. Dort stehen spezielle Übungsschwerter, -stöcke und -dolche. Sie nehmen sich die Doppeldolche und üben eine Form. Das ist eine festgelegte Bewegungsabfolge, vergleichbar mit einem einstudierten Kampf, bei dem sich keiner verletzen kann. Die Formen werden - ob mit oder ohne Waffe - allein trainiert und Schläge, Blocks, Tritte und Drehungen immer wieder geübt, bis sie sitzen. Es geht um Disziplin und um die Stärkung des Charakters.

Von der Seite aus schaut Stephan Willems zu. Er lernt den Umgang mit dem Doppelendstock. „Den nennt man auch Affenstock. Es gibt die alte Legende um den Affenkönig Sun Wukong, der hat mit so einem Stock gekämpft“, erzählt der 24-Jährige, der so oft wie möglich zum Training kommt. Den Stock hat der Sifu für ihn ausgewählt, um seine Hüftarbeit zu verbessern. „Wir können schon sagen, was wir gerne lernen möchten. Aber der Sifu hat das letzte Wort. Er weiß, was zu uns passt und unsere Technik verbessert“, erklärt Stephan.

Nicht nur das Lernen der Bewegungen ist wichtig für die Schüler. „Alle verstehen sich, hier herrscht Harmonie, das ist wichtig“, meint Jasmin. Als Levy, Frank Boltes philippinische Frau, im vergangenes Jahr nach Deutschland zog, hatten Jasmin und die anderen Kinder sogar ein Geschenk in Arbeit. „Wir haben ein Buch gemacht und darin die Schule, Hung Gar Kuen und uns vorgestellt. Mit Fotos und Texten“, erzählt Jasmin und lacht: „Das ist aber erst fertig geworden, da war Levy schon ein Jahr hier.“

Alle Infos auf www.hungboxen-hannover.de

Christiane Looß

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