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Sport-Regional Hannovers Triathlon-Stars starten in Abu Dhabi
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00:18 04.03.2018
KONKURRENTEN UND FREUNDE: Justus Nieschlag (links) und Jonas Schomburg treten wie hier beim Triathlon in Stockholm in 2017 heute in Abu Dhabi erneut gegeneinander an . Quelle: imago
Ab Dhabi

Jonas Schomburg (24) ist wieder angekommen. Da, wo er hingehört. In das deutsche Triathlon-Team. Das war nicht immer so. Noch vor zwei Jahren schwamm, radelte und lief der Hannoveraner bei den internationalen Wettbewerben rund um den Globus unter türkischer Flagge – ohne etwas mit der Türkei am Hut zu haben.

Vor vier, fünf Jahren war es zum Bruch zwischen Schomburg und dem deutschen Verband gekommen. „Mir wurde gesagt, ich sein talentfrei“, erzählt Schomburg, der zu seinem Glück beim Triathlon in Istanbul auf sich aufmerksam machte. „Da ist der türkischen Verband dann auf mich zugekommen.“ Der Papierkram war schnell erledigt. Und Schomburg, nun mit einer doppelten Staatsbürgerschaft ausgestattet, hatte ein Ziel: Olympia 2016 in Rio. 2014 startete er noch unter neutraler Flagge, 2015 und 2016 dann unter türkischer. Doch der Olympia-Traum platzte. Der 96-Triathlet verpasste die Sommerspiele um zwei Plätze. Der Vertrag endete – und wurde nicht verlängert. Was auch sein Gutes hatte, denn Schomburg bekam entgegen anderer Vermutungen kein Geldmengen, im Gegenteil, alles in allem habe er sogar Minus gemacht. Aber er schaut nicht verärgert zurück. „Sportlich hat es sich gelohnt. Ich konnte große Rennen bestreiten, konnte mich weiterentwickeln, musste viel selbst organisieren. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt.“

2017 schwitzte er dann erneut unter neutraler Flagge. Seit Anfang 2018 darf er wieder für die Deutsche Triathlon Union starten. Mit dem Verband hat er sich versöhnt, „weil es dort eine Umstrukturierung gab. Ich freue mich wieder, als Deutscher starten zu können.“

Schomburg, der sich auf die Sprint- und die olympische Distanz konzentriert, hat sich in der Vergangenheit in der Weltrangliste hochgekämpft auf den aktuellen Platz 33 – damit ist er bester Deutscher. Fünf Plätze vor seinem Kumpel und Trainingskollegen Justus Nieschlag aus Lehrte. „Wir kennen uns schon lange, trainieren öfter zusammen“, erzählt Schomburg. In Abu Dhabi, wo beide am Freitag um 13.36 Uhr Ortszeit an den Start gehen, haben sie im Teamhotel ihre Zimmer Wand an Wand. Beide studieren auf Lehramt. Schomburg allerdings nicht wie Nieschlag in Saarbrücken, sondern in Hildesheim. Die Fächer Englisch und Sport. Am Start spielt die Freundschaft aber keine Rolle mehr. „Über die Sprintdistanz zählt jede Sekunde, da kämpft jeder für sich“, sagt Schomburg, der in Abu Dhabi „noch eine Rechnung offen hat“. 2016 war er auf Platz drei liegend mit dem Rad gestürzt. Sein Ziel am Freitag: ein Platz unter den Top 15 oder 20. Bei seinem Saisonstart vor zweieinhalb Wochen beim Weltcup in Kapstadt sprang Platz 13 heraus.

Mittelfristig hat er Olympia im Blick. Im Mai startet in Yokohama die zweijährige Quali-Phase für die Spiele 2020. In diesen Rennen zählt es. Und auch 2024 will Schomburg noch Olympia mitnehmen. dann kommt er mit 30 Jahren in ein Alter, um eventuell auf die Langdistanz zu wechseln. Aber das ist noch lange hin.

Nieschlag gibt auf Formel-1-Asphalt Gummi

Justus Nieschlag lief schon in der Vorbereitung auf die neue Saison heiß. Denn zuletzt trainierte er in der Hitze Namibias mit anderen Top-Triathleten wie dem Südafrikaner Richard Murray oder Stefan Zachäus aus Luxemburg. Der Lehrter hat große Ziele, schon vor dem Traum Olympia 2020 in Tokio. Am Freitag startet er in Abu Dhabi (ab 10.36 Uhr deutscher Zeit/Livestream auf triathlon.org) in die neue Triathlonsaison – und läuft erneut mit und gegen die Weltspitze.

Nieschlag hat eigentlich keine guten Erinnerungen an das Rennen der „World Triathlon Series“ (WTS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten. 2016 startete er dort zuletzt. Nach einem starken Schwimmen stürzte er auf dem Rad, fuhr anschließend hinterher. Das soll diesmal ganz anders laufen, auch wenn sich außer Nieschlag die versammelte Weltspitze angekündigt hat.

Doch der 25-Jährige hat ein Ass im Ärmel: die neue Strecke in Abu Dhabi. „Seit vergangenem Jahr findet das Rennen auf der Formel-1-Strecke statt. Die neue Radstrecke hat es besonders in sich“, sagt Nieschlag. Gut für ihn, denn das Radfahren ist seine größte Stärke. Mit dem Rad gehe es zum großen Teil über die schön asphaltierte Auto-Rennstrecke, der Kurs sei trotzdem „sehr technisch, und es gibt keine Passage, in der man sich ausruhen kann. Ich hoffe, dass ich das zu meinem Vorteil nutzen kann und nicht ganz so angeschlagen wie manch anderer meiner Konkurrenten auf die abschließende Fünf-Kilometer-Laufstrecke gehe.“

Zuerst stehen für Nieschlag auf der Triathlon-Sprintdistanz 0,75 Kilometer Schwimmen und eben 20 Kilometer Radfahren an. Und die nächsten Aufgaben hat er auch schon geplant. Mitte März wird er an einer Leistungsüberprüfung der Deutschen Triathlon Union teilnehmen, dort stehen 800 Meter Schwimmen und fünf Kilometer Laufen auf dem Programm. Im Anschluss geht’s zu einem Trainingslager nach Mallorca – und dann zum nächsten Stopp der WTS auf den Bermuda-Inseln am 28. April.

Von Simon Lange und Jonas Szemkus

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