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Sport-Regional Das Dilemma bei der HSG Badenstedt
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20:03 13.02.2018
In der Verantwortung: Spielerinnen wie Jana Pollmer (am Ball) sollen in die Trainingsarbeit der HSG eingebunden werden. Der Sportliche Leiter Bernd Schröder (kl. Bild) ist auf der Suche nach einem Interimstrainer. , Quelle: Petrow
Hannover

Die sportliche Situation ist überaus brenzlig, der Abstieg droht. Dieser Fakt allein bedarf schon der gesamten Aufmerksamkeit eines Vereins. Doch beim Frauenhandball-Zweitligisten HSG Hannover-Badenstedt hat sich noch eine zusätzliche Baustelle aufgetan, die es in sich hat: Er steht ohne Trainer da – und da Roland Friebe sein Amt ziemlich überraschend für die Verantwortlichen niedergelegt hat, geht die HSG am Sonnabend (19 Uhr) höchstwahrscheinlich ohne verantwortlichen Trainer in das wichtige Spiel um den Klassenerhalt gegen die punktgleiche TG Nürtingen.

„Die Entwicklung mit dem frühzeitigen Rückzug Rolands hat uns komplett überrascht“, sagt Bernd Schröder, Sportlicher Leiter bei der HSG. „Wir können jetzt nicht irgendeinen Nachfolger aus dem Hut zaubern.“ Kurios: Am Freitagabend, also am Vortag des „Vierpunktespiels“ (Schröder) in Herrenberg, das die HSG verlor, hatte die Clubführung der Mannschaft einen neuen Coach für die kommende Saison verkündet. „Wir stellen den neuen Trainer vor, einen Tag später schmeißt der alte hin“, sagt Schröder, „das war schon ein Hammer für uns.“

Den Namen des neuen Coaches, der sein Am am 1. Juli antreten soll, will der Club noch nicht verraten. „Wir haben ihm oder ihr versprochen, dass wir die Personalie der Öffentlichkeit erst zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren“, sagt Schröder. Im Umfeld wurde häufiger der Name Christian Hungerecker genannt. Der Landestrainer des Handballverbandes Niedersachsen (HVN) war schon vor dieser Saison als HSG-Coach vorgesehen, musste aber aufgrund seiner Arbeit beim Verband absagen. Hungerecker war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Egal, wie der neue Trainer heißen wird, für die Rolle als Interimscoach kommt er laut Clubführung nicht infrage. „Wir haben eine Prioritätenliste angefertigt“, sagt Schröder, „die wir jetzt peu à peu abarbeiten werden.“ Wann man den Friebe-Nachfolger präsentieren kann, weiß Schröder nicht. „Das Ganze ist nicht so einfach“, sagt er. Auf dieser Liste soll auch der Name der früheren Erstligaspielerin Nadine Große (Germania List) stehen, die derzeit die A-Jugend der HSG trainiert. Große, die als Manager-Assistentin beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 beschäftigt ist, ist im Besitz der A-Lizenz. Sie war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bis die HSG eine Interimslösung gefunden hat, übernimmt das übrig gebliebene Trainerteam die Verantwortung. Tim Friedrich (zuständig für die Fitness), Sven Neumann (Torwart) und Boris Linnemann (Ko-Trainer) sollen das Team in Zusammenarbeit mit Führungsspielerinnen wie Jana Pollmer auf das schwere Spiel gegen Nürtingen vorbereiten.

Über den Grund, der letztlich zum Rückzug Friebes geführt hat, schweigen der Ex-Trainer und der Verein. Der Trainer hatte am Sonnabendabend unmittelbar nach dem für alle überraschend verlorenen Spiel in Herrenburg erst der Mannschaft und später den Vereinsverantwortlichen seine Entscheidung mitgeteilt. Außer starker beruflicher sowie familiärer Einbindung und der misslichen sportlichen Situation sollen auch Spannungen zwischen ihm und der einen oder anderen Führungsspielerin zu diesem Schritt geführt haben.

Nachgetreten wird seitens des Vereins jedenfalls nicht. „Wir haben Roland für seine elfmonatige Tätigkeit sehr zu danken. Er hat uns im vergangenen Jahr im Abstiegskampf zu alter Stärke zurückgeführt und geholfen, den Klassenerhalt zu sichern“, sagt Schröder.

Dass die Verkündung des neuen Trainers für die nächste Saison eine Rolle bei Friebes Entscheidung gespielt habe, weist der Sportliche Leiter zurück. „Es war immer klar, dass Roland nach dieser Saison aufhören wird. Dass er jetzt schon vorher hingeschmissen hat, wirft nun einige Fragen auf“, sagt er.

Fragen, die möglichst zeitnah zu beantworten sind. Sonst sieht sich die talentierte junge Mannschaft schneller in der 3. Liga wieder, als ihr lieb sein mag.

Von Jörg Grußendorf und Uwe Serreck

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