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NP-Anstoß Nicht länger trauern um Hannover 96
Sportbuzzer NP-Anstoß Nicht länger trauern um Hannover 96
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15:55 15.04.2016
Quelle: Petrow
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Hannover

Die kurze Zeit von Thomas Schaaf bei 96 ist beendet. Sie war trotzdem zu lang, befand 96-Legende Dieter Schatzschneider: „Schade, dass es nicht früher passiert ist. Wenn man einen Trainer holt, aber die Mannschaft und der Trainer passen nicht zusammen, warum kann ich die Entscheidung nicht revidieren? Da war dann irgendwann keine Basis mehr zwischen Trainer und Team.“ 96 hielt trotzdem lange an Schaaf fest. Auch wegen der Vorschusslorbeeren. „Als er kam, gab es sehr positive Stimmen“, weiß der 96-Fanbeauftragte Johannes Seidel, „im Trainingslager ist er sehr offen auf die Fans zugegangen, alles war super.“ Aber eben nur am Anfang.

Foto: Petrow

Besser läufts mit Übergangstrainer Daniel Stendel von den A-Junioren. Mit ihm gabs in Berlin ein 2:2. Und die Spieler hatten endlich wieder Spaß auf dem Platz, das sah man. „Mannschaften wie Hamburg und Frankfurt waren schwach, hätten wir normal gespielt, hätten wir die schlagen können“, urteilte Schatzschneider. Normal? So wie unter Stendel: „Es zeichnet sich immer weiter ab, dass der Abstieg vermeidbar gewesen wäre.“

Auch Jürgen Rynio lobte Stendel. Der Ex-96-Torhüter ist mit fünf Clubs aus der Bundesliga abgestiegen - Rekord. Und er hat in dieser Saison zum ersten Mal eine Dauerkarte für 96. Schlechtes Timing. 96 habe gegen Berlin „mutiger gespielt als sonst. Das war ein attraktives Spiel.“ Das nächste Lob für den Nachwuchs-Coach gabs von NP-Redakteur Andreas Willeke: „Er hätte eine Chance absolut verdient.“ Trotz der guten Vorzeichen soll Stendel nächste Saison nicht als Profi-Trainer auf der Bank sitzen. Und wer übernimmt, wenn Stendel wieder weg ist? „Die Fans wollen jemanden, der eine Mannschaft zusammenstellt, die füreinander kämpft“, unterstrich Seidel, „eine Mannschaft, die weiß, was es heißt, für 96 zu kämpfen.“

96 plant, der Blick geht nach vorne. In die zweite Liga. „Abstieg ist schon scheiße“, redete der Fan-Beauftragte Seidel Klartext. Für alle Anhänger, die 96 im Herzen tragen. Viele davon sind in Fanclubs organisiert. Etwa 100 offizielle gibt es. „Kleine mit fünf Mitgliedern, andere mit hunderten“, erzählte Seidel, „jeder lebt das Fansein unterschiedlich aus, manche fahren zu allen Spielen, manche gucken die Spiele im Fernsehen. Ich finde das schön, wenn man sich für etwas begeistern und Engagement einbringen kann.“

Darum gibts auch drei Fan-Kandidaten für den neuen 96-Aufsichtsrat. „Ich glaube nicht, dass sie die Macht übernehmen wollen. Sie wollen gehört werden und konstruktiv mitarbeiten“, sagte Seidel. Klar ist aber auch, sagt Willeke: „Die wollen die 50+1-Regel behalten. Wenn sie reinkommen, dann haut Martin Kind in den Sack.“

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