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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in der "Nordkurve" beim NP-Jubiläums-Anstoß.© Dröse

Nordkurve

"Anstoß" mit Matthäus: 96 auf Tuchfühlung mit Europa

Wer passt besser zum 100. Anstoß der Neuen Presse als der Spitzenmann aus dem 100er-Club der Nationalmannschaft? Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler mit 150 Länderspielen, schwebte um 20.24 Uhr förmlich in die Nordkurve, getragen von 200 Gästen, die „Lothar, Lothar, Lothar!“ riefen.

Hannover. Matthäus grüßte lässig zurück, gab Innenminister Boris Pistorius förmlich die Hand. Dann erkannte er seine alten Freunde wieder. „Hey Dieter!“ freute sich Matthäus und klatschte zuerst 96-Rekordstürmer Schatzschneider, dann den früheren 96-Star Frank Hartmann ab. „Der Dieter, der hat die Dinger früher reingemacht und er war für die Geselligkeit nach dem Spiel verantwortlch“, lachte Matthäus.

Elegant tanzte Matthäus auf der großen Bühne durch den Interview- und Foto-Marathon. Dann dribbelte der Weltmeister von 1990 durch die Stimmungskurven bei 96. Die Platzdiskussion? „Ausrede.“ Der Stimmungsboykott? „Stört mich, nicht gut für den Fußball!“ Das Werben der Kölner um 96-Manager Horst Heldt? „Ein bisschen traurig!“

Matthäus konterte immer treffsicher. Schade vielleicht, dass er kein Trainer bei 96 wurde, vor knapp acht Jahren fast war es beinahe soweit „Beinahe ist gut“, erzählte Matthäus. „Ich hatte intensiven Kontakt mit Martin Kind, aber es war nicht der richtige Zeitpunkt.“ Passt ihm das Leben jetzt, ohne Trainerjob? „Mir fehlt nichts, ich liebe den Sport, bin nah dran, habe Zeit für mich und keinen Druck.“

Es kam Star-Stimmung auf wie nie zuvor beim 96-Talk. Matthäus sieht „Hannover sogar auf „Tuchfühlung zur Champions League“. Europa? Dieses Lied sang Schatzschneider begeistert mit: „Ach Lothar, ich bin so sehr Fan, Europa war einfach so geil, das möchte ich wieder haben.“

Hoffenheim verabschiedete sich wie Hertha und Köln aus dem Wettbewerb. „Da muss man mal die Finger in die Wunde legen, was da schiefläuft“, sagte Matthäus. 96 zeigte Hoffenheim beim 2:0, wie es besser geht. NP-Experte Andreas Willeke erklärte: „96 hat den Wetterbericht gelesen und den richtigen Plan B gehabt.“

Den Vorhersage für 96? Sonnig. „Sie haben gute Verpflichtungen gemacht. Das war viel Geld für Hannover“, weiß er. „Aber sonst gewinnt man nicht 4:2 gegen Dortmund.“ Schatzschneider sprach von „Verstärkungen im Winter“. Horst Heldt arbeitet dran. „Er ist sehr gut vernetzt“, beruhigte Matthäus „ich bin froh, dass der Präsident ihm gesagt hat: Vertrag ist Vertrag.“ Pistorius nennt solche Verhandlungen „Sperenzchen, ich finde es bedauerlich, das schädigt der Identifikation mit dem Sport.“

Matthäus ging in seiner Rolle als Star auf. „Ja gut, ich war Weltfußballer, habe andere Rekorde, aber Rekorde sind da, um sie zu brechen, da bin ich der erste, der gratuliert.“ Hannover gratuliert zu diesem Auftritt. Matthäus verabschiedete sich so elegant, wie er gekommen war: „Ach, der Jupp Heynckes ist auch damals wegen der Kohle zu Hannover 96 gekommen.“ Er selbst spendete sein Antrittsgeld an seinen Heimatclub in Herzogenaurach – und Hannover spendete zurecht Applaus.

Von Dirk Tietenberg


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