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Hannover Scorpions So renoviert Kaminski die Indians-Welt
Sportbuzzer Hannover Scorpions So renoviert Kaminski die Indians-Welt
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13:25 16.09.2010
ENGAGIERT: Bernhard Kaminski ist der neue Chef-Coach hinter der Indians-Bande. Quelle: Petrow
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VON MICHAEL LANGE UND PHILIPP SCHAPER

 Herr Kaminski, haben Sie sich in Hannover eingelebt?

Eigentlich nicht, es gibt einfach zu viel zu tun. Das heißt, den Weg von der Eishalle zum Hotel und vom Hotel zur Eishalle kenne ich sehr gut. Aber das andere wird auch noch kommen. Momentan müssen wir sehr viel Zeit in die Mannschaft investieren, bis es so läuft, wie wir uns das vorstellen – auf dem Eis, neben dem Eis. Das ist einfach notwendig, um alles voranzubringen.

Was Ihren Ruf bestätigt, sehr akribisch zu sein und zudem analytisch an die Dinge heranzugehen – in Schweden haben Sie ja auch Angebote für Traineraus- und -fortbildung gemacht. Ist die wissenschaftlicheHerangehensweise kennzeichnend für Ihre Arbeitsweise?

Blödsinn. Ich bin ein Trainer. Man bekommt immer Stempel aufgedrückt: Wenn man viel arbeitet, seriös arbeitet, dann ist man akribisch. Wenn man versucht, den neuesten Stand der Sportwissenschaft ins Training reinzubringen, heißt es immer: Der ist Theoretiker. Ich bin seit 40 Jahren im Profigeschäft, mache den Trainerjob seit 15 Jahren, da bist du doch kein Theoretiker mehr.

… wobei: ‚Theoretiker’ ist doch keine Beleidigung?

Doch. In diesem Geschäft wird auf den Theoretiker herabgesehen. Im Eishockeygeschäft ist das einer, der vielleicht in den Büchern gelesen hat, wie es geht, aber nicht unbedingt auf dem Eis stehen und eine Mannschaft dirigieren kann. Da zähle ich mich nicht dazu. Ich lese zwar viel und glaube auch, dass Lesen dich formt als Mensch und man einfach zuhören muss, was andere führende Leute aus der Branche sagen, aus der NHL oder bei der WM, man muss das alles ja nicht immer sofort annehmen, aber man sollte darüber nachdenken. Wenn man in seinem Beruf seriös sein will, muss man so arbeiten.

Dass Sie sehr pragmatisch sein können, haben Sie bei der Zusammenstellung des Kaders bewiesen – Indians-Geschäftsführer Dirk Wroblewski und Sie haben 16 Spieler gefeuert und 18 neue Profis geholt …

Ja, und damit tritt zugleich eine neue Spielphilosophie bei uns ein. Viele Leute sind ja Traditionalisten, die sagen: So haben wir es noch nie vorher gemacht. Also macht man immer die gleichen Sachen, geht den gleichen Weg und versucht dabei, andere Ergebnisse herauszubekommen. Das Problem dabei: Das ist doch die Definition von Wahnsinn, oder? Man kann da keine halben Sachen machen, es geht nicht anders. Mit dem alten Kader hat man es versucht, es hat nicht geklappt, diese Spieler konnten es nicht reißen. Denn der 13. Platz ist nicht das, was die Indians wollen.

Und welches Ziel haben Sie mit den Indians?

Ganz klar: besser zu sein als letztes Jahr. Aber man darf nicht zu schnell zu viel erwarten, man muss Geduld mit uns haben. Wie groß der Schritt ist, den wir nach vorne machen, werden wir nach der Saison sehen. Für eine Vorhersage warten zu viele Fallen – im Sport kann alles passieren.

Was würden Sie machen, wenn die Indians aus Versehen Meister werden würden?

(lacht) Dann gebe ich einen aus. Nein, im Ernst: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich weiß, es ist ein Klischee, aber es geht darum, von Spiel zu Spiel, von Drittel zu Drittel, von Einsatz zu Einsatz zu denken.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?

(lacht) Eine Kristallkugel. Wenn ich eine Kristallkugel hätte, bräuchte ich nur einen Wunsch. Nein, was ich mir wünschen würde: dass unsere Ideen und Philosophien mit allen und allem übereinstimmen, denn das bedeutet Harmonie. Und ohne Harmonie kann es nicht vorangehen.

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