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Auf dem Eis: Dennis Schütt (2. von links) jubelt mit seinen Scorpions.

Auf dem Eis: Dennis Schütt (2. von links) jubelt mit seinen Scorpions.
 © Florian Petrow

Eishockey-Oberliga

Scorpion Schütt hat Glück im Unglück

Am Tag nach diesem ereignisreichen Wochenende hatten sich die Wogen zwar schon wieder etwas geglättet. Dennoch blieb bei den Hannover Scorpions die Personalie Dennis Schütt das Gesprächsthema. 

Mellendorf. Der Abwehrspieler des Eishockey-Oberligisten war am Freitag bei der 1:3-Auswärtsniederlage in Tilburg von Gegenspieler Brock Montgomery mächtig in die Plexiglas-Umrandung gecheckt worden. Die Scorpions-Verantwortlichen dachten sogar über eine Anzeige gegen den Tilburger nach.

 Zudem kochten die Emotionen hoch, weil auf dem Spielvideo, das die Scorpions nach der Begegnung vom Gastgeber erhielten, ausgerechnet die Szene des Foulspiels fehlte. Doch am Sonntagabend meldete sich Schütt zum Heimspiel gegen die Harzer Falken einsatzbereit, und am Montag tauchte dann auch das komplette Video auf.

„Der Hit, den Dennis kassiert hat, war ein richtiges Brett“, sagt Eric Haselbacher, sportlicher Leiter der Scorpions. Und so sah Schütt auch aus: blaue Flecken und Schwellungen im Gesicht; dazu eine dicke Lippe, die noch in der Kabine genäht wurde. Eine Untersuchung im Krankenhaus ergab jedoch keine Anzeichen einer Gehirnerschütterung. „Sonst hätte ich auch am Sonntag nicht gespielt. Ich habe mich aber gut gefühlt“, sagt Schütt, der sich an die Szene in Tilburg selbst nicht mehr erinnern kann. Umso interessanter auch für ihn, dass nun das komplette Video vorliegt. „Es war kein dreckiges Foul. Ich habe den Spieler aber nicht kommen sehen, sonst hätte ich meine Schulter nach oben genommen, um mich zu schützen“, schildert er die Situation. „Ich war komplett ausgeknockt. Es kamen wohl viele unglückliche Umstände zusammen, ich bin mit der linken Gesichtshälfte ins Plexiglas geflogen.“

Neben dem Eis

Neben dem Eis: So sieht der lädierte Dennis Schütt ohne Helm aus.

Quelle: privat

Beim 9:1-Sieg gegen die Falken steuerte Schütt trotz der Schmerzen drei Vorlagen bei, belegt nun mit Hamburgs Christoph Schubert den geteilten ersten Platz in der Wertung der besten Verteidiger. „Das ist natürlich ein Ansporn, diesen Platz zu verteidigen“, sagt Schütt. Er legt nun erst mal eine Trainingspause ein, um am Freitag im nächsten Topspiel fit zu sein – dann haben die Scorpions die Ice Fighters Leipzig zu Gast.

Bei der Aufregung um Schütt geriet fast in Vergessenheit, dass es am Freitag ein kleines Handgemenge auf der Scorpions-Bank gab. Sean Fischer und Sachar Blank waren die Streithähne, Fischer erhielt eine Zehn-Minuten-Strafe. „Sean hat sich entschuldigt und erklärt, dass er überreagiert hat, damit ist die Sache ausgeräumt. Er war sauer, dass ein Angriff in 3:1-Überzahl zwischen ihm, Sachar und Christoph Koziol so schlecht ausgespielt wurde“, berichtet Haselbacher und sagt, dass ihm solche Spielertypen nicht unrecht seien. „Es war eben ein emotionales Spiel. Und solche Dinge passieren ja nicht täglich.“

Von Stephan Hartung


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