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Hannover Scorpions „Durch die Hölle gegangen“
Sportbuzzer Hannover Scorpions „Durch die Hölle gegangen“
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21:09 28.07.2010
TELEFONMANN: Wie seine Spieler verkaufte Trainer Toni Krinner am Mittwoch emsig Dauerkarten. Quelle: Petrow
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VON SIMON LANGE

Herr Krinner, wie groß ist die Erleichterung?

Natürlich ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Wenn man die letzten Tage betrachtet, wars natürlich frustrierend. Die letzten Wochen und Monate waren ein auf und ab. Wir sind absolut erleichtert, dass wir ohne irgendein negatives Gefühl, was unsere Existenz betrifft, in die Vorbereitung starten können. Ich will meinen größten Dank an alle Beteiligten aussprechen, auch der Politik, dass das jetzt vom Tisch ist. Wir konnten uns auf Herrn Papenburgs Wort verlassen. Ganz großes Dankeschön auch an Marco Stichnoth, der Tag und Nacht gearbeitet hat.

Als wie bedrohlich haben Sie die Situation wahrgenommen?

Herr Papenburg ist ein Geschäftsmann. Er hat Interessen, die ich nachvollziehen und verstehen kann. Er ist mit Sicherheit keiner, mit dem Mann Schlitten fahren kann. Wenn er so eine Ansage macht, dann sollte man das ernstnehmen. Ich bin Optimist, aber auch Realist. Mir war klar, wenn es auf die Spitze getrieben wird, dann wird sehr eng.

Haben Sie in irgendeinem Moment gezweifelt oder sogar überlegt hinzuschmeißen?

Ich habe in keiner Sekunde die Entscheidung, hierher zu kommen, bereut . Es ist natürlich so, in Wolfsburg waren die Sommer ruhiger (lacht). Ich glaube, wir haben schon einen großen Sieg, bevor die Saison überhaupt gestartet ist, erreicht.

Sie haben in der Krise die Spieler, Papenburg und Stichnoth kennengelernt. Ein Vorteil?

Man lernt die Leute gleich in Stresssituationen kennen, und sieht, wie sie reagieren. Ich kann nur eines sagen: Hier ist ein Haufen zusammen, der die Scorpions am Leben erhalten will und erfolgreich sein will.

Wie haben Sie persönlich die Situation erlebt?

Ich bin ja nicht einer, der im Haufen mitläuft, sondern ich habe die Aufgabe, vorneweg zu gehen. So, wie man vorneweg geht, will man auch seine Leute haben: Das ist immer erhobenen Hauptes, breite Brust und mit einem optimistischen Denken. Diese Ausstrahlung setzt Kräfte frei, und dann kann man was bewegen. Mit Selbstmitleid kommt man nicht weit.

Kann man mit so einem Vorspiel vernünftig Eishockey spielen, kann man da Meister werden?

Ich denke, dass die Frage schlecht ist. Es hat uns sehr belastet. Die Mannschaft war sehr verunsichert. Aber ich glaube, dass wir das eine mit dem anderen nicht vermischen sollten. Diese Situation ist jetzt geklärt. Wir müssen das jetzt aus den Klamotten kriegen. Aber es wird mit Sicherheit von mir nicht akzeptiert, dass es vielleicht für den einen oder anderen eine Ausrede sein kann. Man kann im Sport keinen Erfolg vorhersagen. Es ist so, dass es schon ohne dem, schon schwer genug ist, vorne mitzuspielen. Wir müssen jetzt schauen in der Vorbereitung, dass wir mental und körperlich uns unseren neuen Spielstil so schnell wie möglich einverleiben.

Werden Sie das Thema noch ansprechen?

Beim ersten Training werde ich sicher eine Minute darüber sprechen. Aber dann wars das, dann will ich nichts mehr davon hören. Wir sind zum Eishockeyspielen hier.

Wie tief sind die Kratzer und Wunden, die diese Tage hinterlassen hat, auch bezogen auf das Image des Klubs?

Die lezten sechs, sieben Tage sind die Spieler durch die Hölle gegangen. Andererseits, wer durch die Hölle geht und mit dem Luzifer auf Du war, ist gestählt. Was das Image angeht in der Stadt: Entweder man wird geliebt oder gehasst. Das ist so, mit dem müssen wir leben. Wir haben allen gezeigt, dass wir für unsere Organistaion kämpfen und dementsprechen auch anpacken. Dass wir den Standort sichern wollen, uns identifizieren. Und wir machen das weiter. Von daher glaube ich, dass wir auch wieder positive Schlagzeilen bekommen werden.

Im ersten Ligaspiel treffen Sie auf Wolfsburg, ihren Ex-Verein. Traum-Start oder Horror-Start?

So weit denke ich noch gar nicht. Aber grinsen musste ich schon, was der Eishockeygott sich da ausgedacht hat

Ihr Vertrag geht drei Jahre? Glauben Sie, dass die Scorpions die nächsten drei Jahre überstehen?

Das muss die Zeit bringen. Ich habe einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben, und ich werde den Vertrag einhalten. Ganz klar.

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