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So sehen Derbysieger aus: Die Hannover Indians feiern ihren 3:1-Erfolg im ersten Weihnachtsspiel gegen die Scorpions.

So sehen Derbysieger aus: Die Hannover Indians feiern ihren 3:1-Erfolg im ersten Weihnachtsspiel gegen die Scorpions.
© Florian Petrow

Eishockey-Oberliga

Derby: Indians überrumpeln Scorpions

Er riss die Arme in die Höhe, sprang vor Freude gegen das Plexiglas vor der Indians-Fankurve, sprintete zur Bank zum Abklatschen mit seinen Mannschaftskollegen und herzte dann auch noch den eigenen Torhüter – das sind Emotionen pur. Was Tore im hannoverschen Eishockey-Derby bedeuten, zeigte die Explosion von Stefan Goller. Der Stürmer der Hannover Indians brachte sein Team im Oberliga-Heimspiel gegen die Hannover Scorpions mit 2:0 in Führung. Am Ende hatten die Indians Grund zum kollektiven Jubel: Die Gastgeber gewannen mit 3:1 (3:0, 0:1, 0:0). Am Dienstag (18.30 Uhr) erfolgt das Derby-Rückspiel im Mellendorf.

Hannover. 4608 Zuschauer im ausverkauften Eisstadion am Pferdeturm waren in freudiger Erwartung. Das Meer aus Wunderkerzen sorgte für knisternde Atmosphäre, die Indians-Spieler liefen durch kleine Pyro-Fontänen hinaus aufs Eis – und mussten warten. Wo waren die Scorpions? Rund fünf Minuten nach Beginn der Einlaufshow waren die Gäste immer noch nicht zu sehen. „Scorpions ham’ die Hosen voll!“, skandierten die ECH-Fans. Vielleicht ein kleiner Psychotrick der Scorpions? Die Indians ließen sich zumindest davon nicht beeindrucken, schon gar nicht aus der Konzentration bringen. Als der Puck fiel, brannten sie ein Feuerwerk ab.

Schon nach 20 Sekunden die erste Großchance, gerade einmal drei Minuten später war es dann passiert: Nicolas Turnwald traf mit einem Schlagschuss von Höhe des Bullykreises zum 1:0. „Die Jungs waren hochmotiviert. Man hat die Bedeutung des Derbys bis unters Hallendach gespürt“, freute sich Indians-Coach Lenny Soccio.

Auch beim Tor von Goller zum 2:0 (9.) brachten die Scorpions den Puck nicht gut aus der eigenen Zone – wäre aber zu verschmerzen gewesen, wenn sie kurz zuvor den Ausgleich erzielt hätten. In eigener Überzahl hatten sie Indians-Torhüter Sebastian Albrecht schon aus dem Spiel genommen. Doch Björn Bombis passte unnötigerweise quer auf Sebastian Lehmann, statt die Scheibe ins leere Tor zu schießen. Die irren ersten zehn Minuten vollendete Indianer Lasse Uusivirta mit seinem Treffer zum 3:0 (10.). Der Pferdeturm bebte, Scorpions-Trainer Dieter Reiss nahm eine Auszeit. „Wir haben das erste Drittel total verschlafen und nichts umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen haben“, meckerte Reiss. „So kann man hier nicht auftreten.“

Die mit den Indians sympathisierenden Zuschauer verabschiedeten ihr Team mit Applaus in die Drittelpause, darunter auch 96-Trainer André Breitenreiter. „Ich hatte früher eine Dauerkarte beim ECH. Es ist ein tolles Spiel in einer tollen Atmosphäre.“ In den verbleibenden 40 Minuten agierten die Scorpions auf Augenhöhe, mehr als der Ehrentreffer von Patrick Schmid (27.) sprang jedoch nicht heraus. „Wir haben verdient gewonnen“, fand Indians-Coach Soccio.

Doch schon am Dienstag geht’s ja weiter mit dem nächsten Derby!

Tore: 1:0 (3:11) Turnwald (Pfennings, Lilik), 2:0 (8:52) Goller (Lilik), 3:0 (9:23) Uusivirta (Pfennings Bacek), 3:1 (26:31) Schmid (Fischer, Pantic).

Strafminuten: Indians 18; Scorpions 29 plus Spieldauerdisziplinarstrafe für Lehmann.

Von Stephan Hartung


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