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Hannover Scorpions Baustellen-Chaos bei den Scorpions
Sportbuzzer Hannover Scorpions Baustellen-Chaos bei den Scorpions
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22:59 23.09.2010
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Achterbahnfahrt bei den Hannover Scorpions: im April der Gewinn der DEL-Meisterschaft, anschließend fast das Aus. Jetzt droht den Spielern eine abermalige Gehaltskürzung. Die NP analysiert die wichtigsten Baustellen dieses Chaos.

> Scorpions-Chef Günter Papenburg: Der 70-jährige Großunternehmer pumpt seit Jahren sein Geld in den Verein. Jede Saison aufs Neue, in der Hoffnung, dass sich die Scorpions in Hannover etablieren, die Fans das Produkt annehmen und der Verein sich irgendwann allein trägt. Verständlich, dass Papenburg mittlerweile frustriert ist und überlegt, sich komplett zurückziehen. Allerdings gibt es offensichtlich auch ein Kommunikationsproblem. Während der Chef die Gehaltskürzung um 15 Prozent als normal ansieht, haben die Spieler Verträge, in denen volles Gehalt zugesichert wird. Eine Reduzierung ist nur in beiderseitigem Einvernehmen möglich. Im letzten Jahr haben die Spieler schriftlich zugestimmt, um den Verein am Leben zu erhalten. Machen sie das diesmal nicht, müssten die vollen Gehälter weiter gezahlt werden – Konflikte drohen.

> Geschäftsfüh­­rer Marco Stichnoth: Ackert unermüdlich und gibt auch zum Selbstschutz regelmäßig Wasserstandsmeldungen über den Zustand der Scorpions ab. Der 44-Jährige hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, dass sich der Verein aus der Abhängigkeit Papenburgs lösen will – ohne Erfolg. Da sich die Verluste nach der Vorsaison auch durch die zwar ausgelobte, aber wohl nicht ernsthaft einkalkulierte Meisterprämie in diesem Jahr auf Rekordniveau bewegen, kündigte Stichnoth eine Radikalkur nach Saisonende an – um auch ohne Papenburg überleben zu können: So soll der Etat für die Gehälter um die Hälfte auf unter zwei Millionen reduziert werden.

> Die Marke „Hannover Scor­pions“: Sie ist sportlich erstklassig, wird aber durch fehlende Marketingmaßnahmen und Sommer-Querelen, die wochenlang öffentlich breitgetreten werden, stark beschädigt. Und das auch noch nachhaltig.

> Die Spieler: Sie gehören laut Papenburg der teuersten Mannschaft der DEL an. Und genau das ist das Problem. Im letzten Jahr waren sie bereit, auf 15 Prozent ihres Gehaltes zu verzichten. Und in diesem Jahr? Die Spieler erfuhren von der Wiederholung dieser Sparmaßnahme lediglich aus der Presse. Ko-Kapitän Sascha Goc: „Das lässt uns relativ kalt. Herr Papenburg war nicht bei uns in der Kabine. Wir haben unser Geld, ich gehe davon aus, dass das auch weiterhin der Fall sein wird. Für uns gibt es keinen Grund, Theater zu machen, wir haben unsere Verträge.“

> Was sagen die Fans dazu? Im Internet (www.forum-hannover-scorpons.de) sind die Meinungen kontrovers.

Open Eyes: „Wenn man die Artikel in den Zeitungen zwischen den Zeilen liest, dann hat Marco Stichnoth wohl innerlich schon aufgegeben.“

Luis22: „Langsam nervts mich, weil es ein Fass ohne Boden ist.“

noobnick: „Für mich ist die Saison nach sechs Spieltagen schon im Eimer, der fade Beigeschmack wird sich durch die Saison ziehen.“

MAC: „Wenn sich die Spieler zusammenreißen, können wir wieder um den Titel mitspielen. Die möglichen Prämien gleichen die 15 Prozent Minderung wieder aus.“

(Tim Burchardt, Simon Lange)

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