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HIER JUBELN DIE DERBYSIEGER: Die Indians gewannen in Mellendorf nach Penaltyschießen.

HIER JUBELN DIE DERBYSIEGER: Die Indians gewannen in Mellendorf nach Penaltyschießen.
© Lobback, Petrow

Eishockey-Oberliga: Derby-Sieg bei den Scorpions

Balsam für die Indians-Seele

Mit dem 4:3-Derby-Sieg nach Penaltyschießen bei den Scorpions verhindern die Hannover Indians eine Mini-Krise. Sie bleiben in Schlagdistanz zu den besten Play-off-Plätzen. Bei den Scorpions aus der Wedemark schwächelte das Power-Play.

Mellendorf. Seit 2013 treffen die Hannover Scorpions und die Hannover Indians mehrfach in einer Saison in der Eishockey-Oberliga aufeinander. Doch das Duell vom Sonntagabend ergab eine Premiere: Erstmals endete ein Derby im Penaltyschießen. Für die Indians war der 4:3-Erfolg dabei besonders wichtig, konnte damit doch eine Mini-Krise am Pferdeturm abgewendet werden.

Eine Niederlage nach regulärer Spielzeit hätte den Rückstand des ECH auf die Scorpions auf zehn Zähler anwachsen und die Indians auf den siebten Platz der Meisterrunde zurückfallen lassen. Gleichzeitig wäre das Defizit auf die komfortablen Play-off-Plätze und damit die Wahrscheinlichkeit von Duellen gegen die stärksten Südmannschaften wie Landshut und Rosenheim enorm ge­stiegen. Und tatsächlich sah es für die Indians nach dem 0:2-Rückstand, als sie zu diesem Zeitpunkt fünf Drittel in Folge ohne eigenes Tor wa­ren, nicht gut aus. „Es wäre sonst eine lange und harte Woche geworden. Die Jungs haben aber die Antwort ge­geben, die ich erwartet hatte“, sagte ECH-Trainer Lenny Soccio, dessen Mannschaft sogar zehn Sekunden vor dem Ende der Verlängerung durch den von der Strafbank kommenden Nicolas Turnwald die Großchance zum Sieg hatte. Auf der Gegenseite gab es nicht durchweg enttäuschte Gesichter, auch beim Blick auf die Spiele der Konkurrenz. „Wir haben so­gar einen Punkt gutgemacht. Andererseits ist es schade, dass wir uns mit einem Sieg gegen die Indians nicht ab­setzen konnten“, sagte Scorpions-Torschütze Robin Thomson.

Viele Faktoren kamen in dem packenden Derby zur Geltung, wir nennen drei Gründe für den Ausgang des Spiels:

Die Indians-Moral: Nach zweieinhalb Minuten gab es für die Gäste eine Schrecksekunde. Andreas Morczinietz krachte nach einem Zweikampf unglücklich in die Bande. Nicht mehr vollkommen bei Kräften, hielt er aber durch – und brachte zehn Sekunden nach dem 2:0 der Scorpions dem ECH durch seinen Anschlusstreffer das Momentum zurück. Auch Leon Lilik war das Herzblut in Person: Fehler vor dem 2:0 von Christoph Koziol, er rackerte aber auf dem Eis und warf sich in die Schüsse. Der Block gegen einen Schuss von Patrick Schmid (50.) ließ Lilik laut aufschreien, seine Mitspieler auf der Bank klopften mit ihren Schlägern auf die Bande – im Eishockey ein Zeichen für Respekt und Anerkennung.

Das Scorpions-Powerplay: Die Mannschaft von Trainer Dieter Reiss hat ein überragendes Überzahlspiel. „Aber wir haben das diesmal nicht genug gemacht. Dabei hatten wir genug Gelegenheiten für ein Tor“, sagte Reiss.

Sebastian Albrecht: Dreimal machte sich der Indians-Torhüter im Penaltyschießen so breit, dass die Scorpions den Puck nicht ins Netz brachten. Den letzten Versuch von Dennis Schütt fischte Albrecht sogar mit seinem Fanghandschuh. Der Keeper tanzte vor der ECH-Fankurve und schoss den Puck mit dem Schlittschuh über das Plexiglas ins Fangnetz. Ein echter Goalkick. „Ich gucke eben gern American Football“, sagte Albrecht und lachte. Auch zuvor war er ein Erfolgsgarant gewesen. 18 Strafminuten kassierte der ECH, insgesamt gab es sieben knifflige Unterzahlsituationen – vor allem in der Verlängerung. „Ich mag Unterzahl, da ist alles geordneter“, sagte Al­brecht: „Hauptsache gewonnen!“

Von Stephan Hartung


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