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Hannover Scorpions Auf WM-Rausch folgt DEL-Kater
Sportbuzzer Hannover Scorpions Auf WM-Rausch folgt DEL-Kater
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18:51 05.08.2010
Was wird aus dem deutschen Eishockey? Nach einer guten WM im eigenen Land herrscht wieder Katerstimmung in der Liga. Quelle: dpa
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Hannover. Der komplizierte Rechtsstreit mit den Kassel Huskies, die Insolvenz der Frankfurt Lions, das jeweils nur knapp abgewendete Aus in Köln und bei Meister Hannover: Von der positiven Stimmung nach der besten WM-Leistung eines deutschen Teams seit 57 Jahren ist kaum etwas geblieben.

„Das tut schon weh, das zu sehen“, offenbarte der Generalsekretär des Deutschen Eishockey Bundes (DEB), Franz Reindl, der Nachrichtenagentur dpa mit Blick auf die DEL-Querelen. Vier Wochen vor dem Saisonstart der Deutschen Eishockey-Liga scheint der sensationelle WM-Halbfinaleinzug weiter weg denn je, auch wenn Reindl immer noch eine „positive Stimmung um die Nationalmannschaft“ ausmacht. Doch auch er bekennt: „Die Probleme insgesamt kann man nicht wegdiskutieren.“

Im Mai sorgte das DEB-Team mit dem Weltrekordspiel zum Auftakt vor 77.803 Zuschauern „auf Schalke“ gegen die USA (2:1) und dem nur knapp verlorenen Halbfinale gegen schier übermächtige Russen (1:2) für zwei der größten Sport-Highlights in diesem Jahr. Knapp neun Wochen später schüttelt die Öffentlichkeit den Kopf über das deutsche Eishockey und den Rechtsstreit der Liga mit den insolventen Huskies. Kassel darf trotz Lizenzentzug nach dem Urteil des Landgerichts Köln vom Dienstag vorerst für die neue Saison planen. „Das zehrt an den Nerven“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der dpa. „Wir hätten nach der WM gerne Ruhe gehabt.“

Tripcke ist das Sommertheater fast peinlich: „Dass wir das nicht schön finden, ist klar. Das gibt falschen Gesprächsstoff in der Öffentlichkeit. Wir füllen unfreiwillig das Sommerloch.“ Der Jurist schiebt den Schwarzen Peter wie der Großteil der DEL den Huskies und den Gerichten zu: „Es gibt einen Club, der sich partout nicht an unsere geschaffenen Strukturen in der Liga halten will. Wir in der Liga haben nicht das Gefühl, dass wir das hätten verhindern können.“

An dieser Darstellung gibt es allerdings Zweifel. Lance Nethery, Geschäftsführer der DEG Metro Stars, wirft der DEL vor, den Huskies den Zugang zu ordentlichen Gerichten durch einen Formfehler erst ermöglicht zu haben. „Den hat Kassels Anwalt ausgenutzt. Jeder andere hätte gleich reagiert“, sagte Nethery mit Blick auf eine nicht der Satzung entsprechende Einladung zur Gesellschafterversammlung im Mai, bei der Kassel ausgeschlossen werden sollte.

Der Kanadier sieht zudem ein Akzeptanzproblem bei potenziellen Fans aufgrund der ständigen Modusänderungen. „Wir verlieren sehr viele Zuschauer, weil es keine Kontinuität gibt“, schimpfte Nethery. „Ich bin jetzt 16 Jahre in der DEL und erlebe den 12. oder 13. Modus. Wir brauchen aber Stabilität. Da ist es egal, ob wir mit 12, 14 oder 16 Mannschaften spielen“, betonte Düsseldorfs Manager.

Noch wissen die Clubs wegen der Causa Kassel nicht, ob die Saison mit den derzeit 15 Teams zu Ende gespielt wird, die Fans blicken erneut einer quälend langen Vorrunde mit 60 Spieltagen entgegen, und doch hofft Tripcke auf Ruhe zum Saisonstart: „Ich glaube, dass dann der Sport wieder im Vordergrund steht.“ Eine endgültige gerichtliche Entscheidung über Kassels DEL-Zugehörigkeit könnte aber erst während der Saison fallen. Die Eishockey-Posse dürfte sich bis auf weiteres fortsetzen. dpa

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