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Eishockey

Indians nach Sieg im Derbyhimmel

So ausgelassen feierten die Hannover Indians ihren Sieg im Eishockey-Derby gegen die Scorpions - mit Sirtaki und David Bowie.

Hannover. Er ging voran. Oder besser: Er rutschte voran. Die Ehrenrunde der Hannover Indians nach dem 3:1-Derbysieg in der Eishockey-Oberliga gegen die Hannover Scorpions war abgeschlossen, da kniete Indians-Torhüter Sebastian Albrecht auf dem Eis und zog die ganze Mannschaft hinter sich her. Vor ihren Fans feierten die ECH-Spieler mit der sogenannten Raupe. Wenige Minuten zuvor hatte Albrecht noch seine tänzerischen Qualitäten gezeigt und vor der Nordkurve eine Mischung aus Sirtaki und Michael Jacksons Moonwalk hingelegt.

Die Indianer machten die Derbysieg-Feier zur Riesengaudi. Einige Stunden zuvor deutete darauf noch nichts hin. Die Scorpions gingen mit der besseren Form in das ewig junge Nachbarschaftsduell. Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky gestand nach der Partie, „dass ich nachts bis 3 Uhr wach war, mir gingen noch so viele Dinge durch den Kopf“. Zwar nicht schlaflos in Hannover, aber ebenso angespannt war Andreas Morczinietz, mit immerhin 39 Jahren schon ein Routinier auf dem Eis. „Ich war so nervös vor dem Spiel wie schon lange nicht mehr“, sagte der Stürmer, für den es das erste Hannover-Derby im Indians-Trikot war – umso mehr freute er sich über den Erfolg gegen den früheren Verein. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir mit Schwung aus der Kabine kommen – dass es so gut geklappt hat, war überragend“, sagte Morczinietz nach der Begegnung während eines Gesprächs im VIP-Zelt.

Mit einer furiosen Anfangsphase legten die Gastgeber den Grundstein für den 3:1-Sieg, ihre drei Tore erzielten sie in den ersten neuneinhalb Minuten des Spiels. Offenbar heiß gemacht auf das Derby hatten rund 80 Fans die Mannschaft, die zum Abschlusstraining am Donnerstagabend im Eisstadion erschienen waren und das Team bei der Übungseinheit anfeuerten. Zur Partie selbst bereitete die Nordkurve den Spielern einen warmen Empfang mit einer einstudierten Choreografie und einem riesengroßen Banner mit dem Schriftzug „Landeshauptstadt Niedersachsen“.

Während nur wenige hundert Meter entfernt an der Ecke Clausewitzstraße eine offenbar abgesprochene Schlägerei zwischen den Fans von Scorpions und Hannover 96 stattfand (32 Festnahmen, sechs Verletzte), verlief im VIP-Zelt der Indians die Mischung aus Weihnachts- und Derbyfeier entspannt bis ausgelassen. Auch hier war Sebastian Albrecht der Vorreiter, er trug dem feierlichen Anlass entsprechend eine Fliege. Aus den Lautsprecherboxen dröhnte Musik, die David Sulkovsky über seine iWatch steuern konnte. Und als das Lied „Heroes“ von David Bowie an der Reihe war, drehte der Indians-Geschäftsführer die Lautstärkenregler deutlich nach oben.

Von Stephan Hartung


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