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Hannover Indians Hier spielt die Indians-WG
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21:34 13.12.2012
HABEN SPASS: Feodor Boiarchinov (links) und Dennis Reimer sind die ersten Nationalspieler der Indians. In der Freizeit spielen sie häufig X-Box oder schauen amerikanische Serien. Reimers Favorit ist „Homeland“, Boiarchinov schaut lieber „The Walking Dead“ Quelle: Florian Petrow
Hannover

Es ist ein bisschen Nervosität im Spiel. Mario Gomez vergibt einen Kopfball. Roman Weidenfeller ist noch mit den Fingern dran. Dann landet das Leder nach einem Doppelpass zwischen Gomez und Franck Ribéry am Pfosten. Oh, nein. Wieder nicht drin. Feodor Boiarchinov fasst sich an den Kopf. Solche Großchancen darf er bei „Fifa“ auf der X-Box gegen WG-Kumpel Dennis Reimer nicht auslassen.

Die beiden symphathischen Eishockeytalente haben sich schnell eingelebt bei den Hannover Indians - und fühlen sich in Hannover wohl. „Die Leute sind hier so nah an der Mannschaft, das habe ich noch nie erlebt“, sagt Reimer begeistert. Und Boiarchinov ergänzt: „Man merkt, dass die Indians ein Traditionsverein sind. Die Fans sind auch an den Spielern interessiert, nicht nur an den 60 Minuten.“

In ihrer Spaß-WG in Misburg versteht sich das Sturm-Duo (beide 19) genauso gut, wie auf dem Eis. Mit Ausnahme des Küchenplans. „Wenn beim Abwaschen einer beim Schnick-Schnack-Schnuck verliert, ist die Hölle los“, lacht Boiarchinov.

Meistens gewinnt der Berliner. Außer neulich. „Da sagt Feo zu mir: Sei froh, der Abwasch ist fertig“, berichtet Reimer mit einem breiten Grinsen. „Und dann steigt er mit einem Korb voller Geschirr aus dem Auto.“ Das hatte er zuvor bei den Eltern in Berlin in die Spülmaschine gestellt. Gekocht wird auch eher selten. „Wir haben ja nette Nachbarn. Max Schmidle und Marius Garten wohnen in der Nähe. Die kochen extra mal ein bisschen mehr“, erzählt Boiarchinov.

Auf der X-Box läuft die 82.Minute, immer noch stehts 0:0. Kein Eishockeyergebnis. „Ich habe noch nie zu Null gespielt“, sagt Boiarchinov - und drückt mit dem Fuß die Konsolenschublade auf. Spielabbruch. Die harten Jungs lachen sich kaputt.

In ihrem Beruf als Eishockey-Profis haben sie derzeit auch gut lachen, im Gegensatz zu den meisten Spielern ihrer Altersklasse in Deutschland. Was daran liegt, dass Indians-Trainer Christian Künast gerne Talente ausbildet. Alte Hans-Zach-Schule. „Man sollte deutsche Spieler mehr fördern, erst recht im Nachwuchs“, meint der Bayer, „dann hätten wir 90 Prozent unserer Probleme im deutschen Eishockey gelöst.“

Für Boiarchinov und Reimer ein Glücksfall. Weil sie häufig und ordentlich spielen, nominierte U-20-Nationaltrainer Ernst Höfner beide für einen Testspieltrip nach Norwegen - sie sind die ersten Indians-Nationalspieler. Auch das unterstützte ihr Vereinstrainer. „Er hat uns bei sich in Landshut übernachten lassen und am nächsten Morgen zum Münchener Flughafen gebracht.“

Nächste Woche beginnt die U-20-WM in Ufa (Russland). Reimer ist nominiert. Boiarchinov kämpft um den letzten Platz. Heute soll die Entscheidung fallen. „Ich hoffe natürlich. Falls es nicht klappt, freue ich mich aber riesig für Dennis“, meint „Feo“.

Gespielt wird auch: Heute empfangen die Indians die Bietigheim Steelers (20 Uhr) am Pferdeturm.

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