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In Derbys ist alles ein wenig anders: Eric Haselbacher (links, Scorpoions) und David Sulkovsky (Indians).

In Derbys ist alles ein wenig anders: Eric Haselbacher (links, Scorpoions) und David Sulkovsky (Indians).
© Petrow

Eishockey

Emotionaler Doppelpack

Das Derby Indians gegen Scorpions elektrisiert die hannoverschen Eishockeyfans. Das Wichtigste, die Play-off-Qualifikation, gerät da schon mal zur Nebensache.

Hannover. Am Freitagabend geht es los. Um 20 Uhr treffen im Eisstadion am Pferdeturm die Hannover Indians und die Hannover Scorpions aufeinander. Es ist der erste Teil des Oberliga-Derbys. Am zweiten Weihnachtstag gibt es in Mellendorf (18.30 Uhr, Hus-de-Groot-Eisarena) das zweite Duell. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum weihnachtlichen Eis-Doppelpack.

Wie hoch ist die Bedeutung?

Sehr hoch. Von beiden Seiten wird betont, dass die Derbys die wichtigsten Partien der Saison seien. David Sulkovsky, Geschäftsführer der Indians, sagt sogar, „dass die beiden Mannschaften jetzt zwischen der Liga noch mal eigene Spiele bestreiten – man wird sehen, was hier im Eishockeysport möglich ist“. Aufseiten der Scorpions verspricht der Sportliche Leiter Eric Haselbacher, „dass wir ein Feuerwerk abbrennen werden, die Derbys sind das Salz in der Suppe und die Mutter aller Spiele“. Dass die Fans ebenso elektrisiert sind, zeigt der Blick auf die erwartete Besucherzahl: Insgesamt werden die Partien mehr als 8000 Zuschauer sehen.

Was ist anders im Vergleich zu den vorherigen Derbys?

Seit 2013 spielen beide Vereine gemeinsam in der Oberliga. Erstmals treffen die Indians jedoch auf die Hannover Scorpions nach der sogenannten Wiedervereinigung – zur aktuellen Saison fusionierten die in Langenhagen beheimateten Scorpions und der in Mellendorf ansässige ESC Wedemark Scorpions. Der neue Name: Hannover Scorpions – mit Sitz in Mellendorf.

Wer ist Favorit?

Laut hannoverschem Derby-Gesetz gewinnt immer die Heimmannschaft. Ausnahmen von der Regel: Im März 2015 gewannen die Scorpions, damals vom heutigen Indians-Coach Lenny Soccio trainiert, am Pferdeturm mit 2:1 und damit die Nordmeisterschaft. Der ECH siegte beim Vorgänger der heutigen Scorpions, dem ESC Wedemark, in den Pre-Play-offs mit 4:3 und warf die Wedemärker zwei Tage später aus dem Wettbewerb. Fakt ist aber definitiv: Die Scorpions sind dank der gebündelten Kräfte besser als in der Vorsaison.

Wie sind die beiden Mannschaften in Form?

Die Indians rumpeln sich in die Derbys. Zuletzt verlor Soccios Team drei von vier Spielen. Das Gegenteil bei den Scorpions: Sie gewannen drei von vier Partien, unterlagen aber am Sonntag beim Schlusslicht Timmendorfer Strand (2:4). „Da waren unsere Spieler mit den Köpfen schon bei den Derbys“, sagt Haselbacher.

Inoffizieller Stadt- und Weihnachtsmeister – geht es nur darum?

Losgelöst von allen Derby-Emotionen geht es natürlich um wichtige Punkte in der Tabelle. Beide Mannschaften wollen zum Ende der Vorrunde unter den besten sieben Teams landen, damit sie in der am 30. Dezember beginnenden Zwischenrunde in der sogenannten Meisterrunde weiterspielen können. Die Teilnahme an der Meisterrunde bedeutet bereits die Teilnahme an den Play-offs. Die Scorpions (Platz 4, 46 Punkte) und die Indians (6, 43) haben drei Spieltage vor dem Ende der Vorrunde ein kleines Polster auf den Herner EV (8/38). Sowohl Scorpions als auch Indians könnten ihren Fans also an Weihnachten gleichzeitig Derby-Sieg sowie Play-off-Qualifikation schenken.

Wie ist die personelle Situation?

Ausreden zählen nicht. Beide Trainer haben überhaupt keine personellen Sorgen und können ihre bestmöglichen Reihen in das Derby schicken.

Gibt es noch Karten für die Derbys?

Nein. Das Eisstadion am Pferdeturm (4608 Zuschauer) ist seit Wochen ausverkauft. Die Scorpions vermeldeten, dass es am Dienstag keine Abendkasse geben wird. Damit wird auch die Hus-de-Groot-Eisarena (3500 Plätze) nach Abschluss der Vorverkaufsphase restlos gefüllt sein.

Von Stephan Hartung


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