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Hannover Indians Der Indians-Finne holt sich Appetit aufs Derby
Sportbuzzer Hannover Indians Der Indians-Finne holt sich Appetit aufs Derby
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19:45 20.12.2017
“Das ist ein bisschen wie in meiner Heimat“: Lasse Uusivirta wird vom Duft des Flammlachses im finnischen Dorf angezogen (oben). Der Eishockeyspieler der Hannover Indians kostet auch etwas Glögi (rechts) – natürlich ohne Schuss. Quelle: fotos: Hartung (2)
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Hannover

Das finnische Dorf auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt: Sitzbänke rund um einen Feuerkorb, dazu der Geruch von Glögi und Flammlachs – kein Wunder, dass sich Lasse Uusivirta wohlfühlt. „Das ist ein bisschen wie in meiner Heimat“, sagt der Finne, der in Diensten des Eishockey-Oberligisten Hannover Indians steht.

In dieser gemütlichen Atmosphäre kann man wunderbar ins Plaudern kommen. Und Uusivirta ist aufgeschlossen und kommunikativ, ganz anders als man es für gewöhnlich den Finnen nachsagt – allen voran Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen gilt oft als stur und schweigsam.

Der Eishockeyspieler kann sogar etwas deutsch sprechen, aus seiner Schulzeit in Finnland sind noch Grundkenntnisse übrig geblieben. Und was typisch deutsch ist, hat er nach vier Monaten längst herausgefunden. „Alles ist pünktlich“, sagt er und lacht. „Und Schnitzel ist sehr gut. Auch super ist der Weihnachtsmarkt. So groß ist das in Finnland nicht.“

Ansonsten verläuft das Gespräch mit Uusivirta aber in englisch. Er erzählt, wie er sich in Hannover eingelebt hat. „Meine Teamkollegen haben mich fantastisch aufgenommen. Ohnehin gefällt es mir hier sehr gut. Alles ist gut organisiert“, sagt der 28-Jährige.

Längst haben ihm seinen Mannschaftskameraden natürlich erzählt, wie wichtig die Derbys gegen die Hannover Scorpions sind. „Wir wollen unbedingt gewinnen. Ich freue mich auf diese Spiele, bin vor allem auf die Atmosphäre bei unserem Heimspiel gegen die Scorpions am Freitag gespannt“, sagt der Abwehrspieler und trinkt einen Schluck Glögi, das finnische Heißgetränk aus Waldbeeren – natürlich ohne Schuss. „Nein, keinen Alkohol, das wäre eine schlechte Vorbereitung auf die Derbys“, sagt Uusivirta und lacht. Dem Freitag fiebert er entgegen. „Das wird Play-off-Feeling, die Fans sind hier unglaublich, das gibt mir als Spieler nochmal einen Extraschub.“

Zwischendurch gibt es ein Geschenk. Minna Lakkonen, Leiterin des finnisches Dorfes, kommt ins Zelt, hat für ihren Landsmann eine süße Platte kreiert: Kekse in der Form von Eishockey-Schlägern und Pucks. Mit blauem Überzug gebacken: die finnische Flagge, die „Soumen Lippu“. Uusivirta strahlt. „Ich habe vor zwei Wochen von dem finnischen Dorf auf dem Weihachtsmarkt gehört. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Heimweh kann demnach gar nicht aufkommen. „Am letzten Freitag waren wir zum Spiel in Braunlage. Dort lag ein Meter Schnee – das war ja wie in Finnland!“ Und natürlich kommt man bei einem Gespräch mit einem Finnen nicht um das Thema Sauna herum. „Ich war hier schon in einer Sauna. Aber das ist nicht mit den Saunen in Finnland vergleichbar“, sagt Uusivirta. In Finnland gehöre zu jedem Haus eine Sauna, sei quasi Bestandteil des Bauplans – also Privatsauna und nicht öffentlich wie in hiesigen Bade- oder Wellnesslandschaften. „Und die Deutschen bleiben nicht so lange in der Sauna, außerdem ist der Aufguss nicht so heiß wie bei uns.“

Bleibt nur noch die obligatorische Frage dieser Tage zu klären: Wie wird denn Weihnachten gefeiert? „Ganz normal wie auch bei den Deutschen: mit gutem Essen und der Familie.“ Seine Eltern kommen in diesen Tagen nach Hannover. „Sie sind sogar zum Heimspiel gegen die Scorpions dabei“, sagt Uusivirta. Und vielleicht reicht die Zeit ja auch für einen gemeinsamen Besuch im finnischen Dorf. „Ja, das muss ich ihnen zeigen.“

Von Stephan Hartung

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