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Hannover 96 Zwischen Genie und Wahnsinn: Stajner-Abschied bei 96
Sportbuzzer Hannover 96 Zwischen Genie und Wahnsinn: Stajner-Abschied bei 96
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13:12 07.10.2010
Machs gut, Jiri: 96-Kultstürmer Stajner hat Hannover 96 verlassen.
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Von Christian Schrader

Hannover. Die langgezogenen „Jiri“-Rufe werden am Samstag ein letztes Mal durch die Nordkurve schallen. Jiri Stajner hat bei den Fans von Hannover 96 einen Stein im Brett. Der Tscheche hielt dem Verein mit einer kurzen Unterbrechung acht Jahre lang die Treue und entwickelte sich zum absoluten Publikumsliebling. Ende der vergangenen Spielzeit ging seine Zeit bei den Niedersachsen zu Ende. Stajner wechselte in seine Heimat zu Slovan Liberec - und kehrt nun zu seinem Abschiedsspiel noch einmal nach Hannover zurück.

„Ich mache mein Spiel, alles andere ist doch scheiße“, hat er einmal seine Spielweise charakterisiert. Stajner hat stets sein Spiel gemacht - in 229 Bundesliga-Partien erzielte der Stürmer 42 Tore für die „Roten“. In bester Forrest-Gump-Manier lief er dabei vielen Gegnern und auch sich selber Knoten in die Beine. Darum liebten die Fans den Fußballprofi, der als tschechischer Torschützenkönig zu Beginn der Saison 2002/03 für 3,1 Millionen Euro von Liberec an die Leine kam. Damals war er der teuerste Zugang der Vereinsgeschichte.

Anfangs stolperte Stajner mehr schlecht als recht über den Rasen. Der Mann mit der Glatze hatte mit Übergewicht zu kämpfen. Erst am Ende der Saison kam die tschechische Dampfwalze ins Rollen - dann aber richtig. Am letzten Spieltag bewahrte er mit einem Last-Minute-Tor gegen Mönchengladbach das 96-Team vor dem Abstieg, und in der folgenden Spielzeit verzückten Stajner und sein Landsmann Jan Simak als das kongeniale Duo „Stajmak“ die Fans mit Zauberfußball vom Allerfeinsten - zumindest in den ersten Partien.

Nach einem Abstecher bei Sparta Prag kehrte Stajner bald zu Hannover 96 zurück. Seine Aktionen wechselten konstant zwischen Welt- und Kreisklasse. An guten Tagen vernaschte er einen Weltklasseverteidiger wie Sergio Ramos mit einem spektakulären Hackentrick, ein anderes Mal lief er alleine auf das Bremer Tor zu - sein Fehlschuss ging in den lauten „Jiri“-Rufen unter. Kaum ein anderer Fußballspieler kann sich so etwas erlauben.

Mit 34 Jahren ist Stajner nach guten Leistungen für Liberec in die tschechische Nationalmannschaft zurückgekehrt. Nationaltrainer Bilek hat ihn für die EM-Qualifikationsspiele gegen Schottland am Freitag und gegen Liechtenstein am Dienstag nominiert. Den Auftritt in seiner „zweiten Heimat“ am Samstag (15.30 Uhr) wollte er deswegen aber nicht absagen. „Ich freue mich sehr“, sagte Stajner vor der Partie zwischen Hannover 96 und einem Stajner-Allstar-Team. „Ich wünsche mir typische Stajner-Aktionen, mit vielen Kabinettstückchen und einer Portion Ernsthaftigkeit“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka.

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