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Wir sind 96 So geht es auf die Siegesstraße
Sportbuzzer Hannover 96 Wir sind 96 So geht es auf die Siegesstraße
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17:55 15.05.2015
SELBSTVERTRAUEN: Arzt Marco Ezechieli rät den Spielern, sich erfolgreiche Szenen aus der Vergangenheit immer wieder auf Video anzuschauen. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Der Trainer wurde ausgewechselt, der Stürmer auch, die Mannschaft war sogar im Kloster. Nichts half. Was kann 96 jetzt noch für einen Dreier machen? Wir sind dahingegangen, wo sich Hannovers Fußball-Profis zuletzt nicht mehr befanden. In Hannovers Siegesstraße haben wir die letzten Tipps für den Abstiegskampf gesammelt.

Im schicken Zooviertel liegt die ruhige Seitenstraße. 1872 wurde sie dem Sieg über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg gewidmet. Viel ist hier heute nicht los. Die Anwohner sind fußballinteressiert, aber Tipps für 96? Da schütteln einige mit dem Kopf. Hilfe kommt erst aus dem Steuerberater-Büro „Lager und Weißkichel“. Da arbeiten echte 96-Fans. „Wir leiden mit und hätten da den einen oder anderen Hinweis“, meint Chefin Hedwig Lager schmunzelnd. „Wenn 96 endlich mal nicht nur eine Halbzeit richtig gut spielen würde, reicht es vermutlich. An der Kondition dürfte es nicht liegen, also ist es eine Frage der Konzentration.“ Und wie kann man die steigern? „Vorher die Aufgabe visualisieren, das Ziel immer wieder im Kopf durchspielen“, rät Lager. Auch ihre Kolleginnen geben Ratschläge. „Vielleicht sollten die Jungs mal Boxen gehen. Dann werden sie aggressiver. Ich bin auch Eishockey-Fan, da gibts echte Zweikämpfe“, sagt Cornelia Wagner. Und Katja Kosma setzt auf Rückendeckung: „96 braucht Glück. Wenn ganz Hannover die Daumen drückt, wird es klappen.“

Marco Ezechieli wohnt an der Siegesstraße. Der Arzt ist Orthopäde im Annastift der MHH und betreut seit 2000 auch die Scorpions. „Aus medizinischer Sicht kann man den Jungs jetzt nicht extra noch Beine machen“, meint der 96-Fan. „Sie müssen halt mehr Tore schießen“, rät der Doc. Aber wie platzt der Knoten bei Joselu oder Kiyotake? „Sie brauchen Selbstvertrauen. Das kann man sich holen, wenn man alte DVDs mit eigenen Toren anschaut.“ Motivation im Abstiegskampf könne auch die Aussicht auf die zweite Liga bringen. „Wollen die wirklich nach Sandhausen und Aue statt Dortmund und Schalke?“, fragt Ezechieli zu Recht.

Schließlich spazierte Miriam-Janine Michels durch die Siegesstraße - fast wie ein Rettungsengel. Die gut gelaunte Blondine mag 96, guckt aber meist nur Fußball, wenn EM oder WM ist. Aber die waschechte Hannoveranerin hat ein gutes Gespür. „Die Mannschaft braucht Teamgeist“, sagt Michels. „Wir gehen im Kollegenkreis immer essen, ins L‘Osteria.“ Ein Italiener. MIt Pizza und Pasta aus dem Abstiegsstrudel. „Wenn das nichts bringt, hilft es nur noch, die ganze Mannschaft auszuwechseln. Ich habe gehört, dass die U 23 in der Rückrunde schon mal Spiele gewonnen hat...“

Robert Schreier

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