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Hannover 96 So kämpft der "nette Herr Slomka" gegen sein Image
Sportbuzzer Hannover 96 So kämpft der "nette Herr Slomka" gegen sein Image
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15:11 20.01.2010
Offiziell vorgestellt: Mirko Slomka Quelle: lni
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Das Engagement in seiner Heimatstadt ist ein ganz besonderes für den neuen 96- Cheftrainer. „Mein Herz hängt an dieser Stadt“, sagte Slomka bei seiner Vorstellung am Mittwoch in der AWD-Arena, die er wie seine Westentasche kennt. Seit vielen Jahren schon lebt der 42-Jährige mit seiner Familie im Stadtteil Buchholz, seinen neuen Arbeitsplatz könnte er jeden Tag mit der Straßenbahn erreichen.

Sein besonderes Verhältnis zur Stadt und zum Verein hat die Verantwortlichen dazu bewogen, den ehemaligen Schalke-Coach als Nachfolger für den am Dienstag beurlaubten Andreas Bergmann zu verpflichten. „Die Entscheidung fiel auf Slomka, weil er die Mannschaft am besten kennt. Er war top-vorbereitet“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Auch von Vereinschef Martin Kind gab es Vorschusslorbeeren: „Er wird ein Sympathieträger in Hannover.“

Dabei wartet auf den neuen Mann eine gewaltige Aufgabe. Er soll die total verunsicherte 96-Mannschaft vor dem Abstieg retten. Dabei kämpft er auch gegen das Image des „netten Herrn Slomka“, das ihm seit seiner Zeit bei Schalke 04 anhaftet. Slomka wehrte sich gegen diese Darstellung. „Ich bin menschlich und erreichbar, aber es ist dennoch notwendig, eiskalt zu sein.“

Sein Vorgänger bei Hannover 96, der „nette Herr Bergmann“, wollte seinen verbindlichen und kooperativen Stil im Umgang mit der Mannschaft nicht ändern. Kind und Schmadtke („Ich neige dazu, etwas massiver vorzugehen“) zogen nach sieben erfolglosen Spielen die Konsequenzen. Sie erwarten harte und vor allem erfolgreiche Arbeit von dem gelernten Mathematiklehrer, der bereits als Jugend- und Co-Trainer von Ralf Rangnick bei 96 war.

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„Er hat als Cheftrainer bei Schalke 04 erfolgreich gearbeitet und mit seinem Konzept überzeugt“, urteilte Kind über den neuen Trainer. Zum Amtsantritt stellte der Hörgeräte-Unternehmer, der den Abstieg aus finanziellen Überlegungen mit allen Mitteln verhindern will, auch neue Spieler in Aussicht. Doch die lehnt Slomka derzeit noch ab: „Ich habe noch nicht über Neuverpflichtungen nachgedacht.“ Die Wende will er mit dem aktuellen Kader versuchen. Dies soll bereits am Samstag in Mainz und im folgenden Heimspiel gegen Nürnberg gelingen.

Doch der neue Mann weiß, worauf er sich eingelassen hat. „Der Verein befindet sich in einer prekären Situation“, sagte Slomka. Er ist bereits der dritte 96-Coach in der laufenden Saison, der die als „untrainierbar“ erscheinende Mannschaft auf Vordermann bringen soll. Zudem scheint die Tragödie um den Freitod von Robert Enke dem Team stärker nachzuhängen als es die Verantwortlichen zugeben wollen. „Dass uns Robert sportlich und menschlich fehlt, ist unbestritten“, sagte Abwehrspieler Christian Schulz. Ein Geheimrezept hat auch der neue Coach nicht. „Ich kann nicht Trainer und Psychologe sein“, sagte Slomka, der es ablehnt, einen zusätzlichen Mentaltrainer einzustellen.

Nach seiner Entlassung bei Schalke 04 im April 2008 war Slomka bei zahlreichen Clubs im Gespräch gewesen. Er verhandelte mit dem deutschen Meister VfL Wolfsburg, trat als Talk-Gast und Experte im Rundfunk und Fernsehen auf und war vor allem in Hannover und Umgebung fast jede Woche präsent. Ob Radrennen, Marathonlauf, Modeschauen, Jugendtraining oder Benefizveranstaltung - zahlreiche Organisationen warben mit dem gebürtigen Hildesheimer für ihre Veranstaltungen. Wie sehr die 20-monatige Zeit des Wartens auf einen neuen Job an ihm nagte, machte Slomka nun deutlich: „Ich bin Trainer aus Fleisch und Blut und kein TV-Experte.“ lni

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