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Hannover 96 Schlaudraff fühlt sich gut: "Es gibt keinen Grund, mich nicht aufzustellen"
Sportbuzzer Hannover 96 Schlaudraff fühlt sich gut: "Es gibt keinen Grund, mich nicht aufzustellen"
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22:35 07.07.2010
EHER AM BALL: Jan Schlaudraff (rechts) setzt sich im Trainingslager in Göttingen gegen Mike Hanke durch. Quelle: Petrow
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VON DIRK TIETENBERG

Jan Schlaudraff, wie waren die ersten Trainingstage?

Sehr gut. Ich habe einen entspannten Urlaub gehabt, konnte abschalten von der schwierigen letzten Saison mit den ganzen Verletzungen. Ich bin froh, dass ich gesund starten konnte und habe bisher keine Einheit verpasst. Natürlich weiß ich, dass ich im Kraftbereich zulegen kann. Ansonsten waren meine Werte sehr gut, was Ausdauer und Schnelligkeit angeht.

Seitdem Sie in Hannover sind, ist Ihre körperliche Statur ein Problem. Hatten Sie das Problem nicht schon früher?

Der Trainer wird gemeint haben, dass ich verletzungsanfällig bin. Wir stellen ein Programm zusammen, damit ich nicht so viel ausfalle. Man kann viel dafür tun, da wollen das Trainerteam und ich den Hebel ansetzen und haben jetzt damit angefangen. Ich hoffe, dass es besser wird.

Sie sind vor zwei Jahren als Stammspieler mit hohen Erwartungen gekommen. Wie sind Ihre Erwartungen heute?

Nicht mehr so wie am Anfang. Vielleicht ist auch ganz gut für mich. Fakt ist, dass ich den zwei Jahren viel verletzt war. Fakt ist auch, dass ich unter meinen Möglichkeiten gespielt habe. Ich habe zwar ein paar gute Spiele gemacht, aber tendenziell die Erwartungen nicht erfüllt. Jetzt will ich die komplette Vorbereitung mitmachen, das ging in den letzten zwei Jahren nicht. Ich möchte gesund bleiben und gesund in die Saison starten.

Waren Sie mal wütend, ungeduldig oder sauer?

Ich war mit meinen sportlichen Leistungen nicht zufrieden. Ich war enttäuscht, dass ich verletzt war und ich werde auch nicht gerne dreimal im Jahr an der Leiste operiert.

In der Schlussphase der Saison waren Sie am Abstiegskampf kaum beteiligt. Fühlten Sie sich nicht zugehörig?

Doch. Wir sind eine Mannschaft. Ich bin halt nicht der Typ, der sich auf den Zaun stellt und sich feiern lässt, wenn ich selten gespielt habe und die Mannschaft die Klasse gehalten hat, auch wenn ich zur Mannschaft gehöre. Für mich lief es immer so, dass alles super war, wenn wir gewonnen haben. Wenn wir verloren haben, wurde immer in eine Richtung gezeigt.

In Ihre?

Ja. Wenn wir verlieren, heißt es, der Schlaudraff ist nicht gelaufen. Das ist zu einfach.

Grundsätzlich würden Sie sich schon gern mal feiern lassen?

Ich muss nicht unbedingt im Rampenlicht stehen und gefeiert werden.

Gehört das nicht dazu?

Das ist eine Einstellungssache. Ich bin halt so. Wenn andere das so auslegen, dass ich mich nicht an der Mannschaft beteilige, dann kann ich nur sagen: Man sieht dann das, was man sehen will. Ich habe kein Problem damit, mit der Mannschaft gefeiert zu werden.

Was sagen Sie zu Stimmen der Fans, die meinen, Sie sollten 96 verlassen, weil Sie zu viel Geld kosten?

Jeder kann seine Meinung äußern. Ich muss ja nur die Zeitungen aufschlagen und lesen, was ich gekostet habe und verdiene und die Erwartungen nicht erfüllt habe. Dass es zum Thema gemacht wird, interessiert mich eigentlich wenig.

War ein Wechsel Thema im Klub?

Mit mir hat niemand darüber gesprochen, also ist es für mich kein Thema. Ich habe noch zwei Jahre einen Vertrag und werde versuchen, den so gut wie möglich zu erfüllen.

Und die Suche nach dem Regisseur? Erst ist Jan Moravek ein Thema, jetzt Elson. Aber Sie wären auch einer.

Entscheiden wird das der Verein. Trainer und Manager sind verantwortlich. Wenn sie der Meinung sind, dass Moravek oder Elson besser sind als ich, müssen sie einen holen. Wenn einer kommt, muss er zeigen, dass er besser ist. Ich glaube nicht, dass jemand Anlass hat, die Leistung meiner ersten Trainingstage zu kritisieren.

Haben Sie es jetzt leichter, weil Führungsspieler wie Arnold Bruggink oder Hanno Balitsch nicht mehr da sind?

Führungsspieler entwickeln sich. Mit viel reden ist noch keiner zum Führungsspieler geworden.

Tut die aktuell flache Hierarchie in der Mannschaft Ihnen gut?

Wir müssen zeigen, wo im Kollektiv unsere Stärken liegen.

Können Sie versprechen, dass es besser läuft mit Ihnen bei 96?

Versprechungen sind immer schwierig im Fußball. Aber natürlich sieht es so aus, dass ich eine deutlich bessere Saison spiele, wenn ich gesund bleibe. Keine Frage.

Welche Position?

Da, wo der Trainer mich aufstellt. Wenn man die Leistungen der letzten Tage sieht, gibt es keinen Grund, mich nicht aufzustellen.

Die Stimmung in der Mannschaft scheint besser denn je zu sein. Stimmt das?

Die Stimmung war nie so schlecht wie sie medial dargestellt wurde. Aber es stimmt, dass die Stimmung besser ist als sie es je war. Ich glaube, es tut uns gut, dass die Last auf mehreren Schultern liegt.

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