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Hannover 96 Mirko Slomka: "Es ist nicht zu spät"
Sportbuzzer Hannover 96 Mirko Slomka: "Es ist nicht zu spät"
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22:16 07.02.2010
ES LÄUFT AUCH UNTER IHM NOCH NICHT: 96-Trainer Mirko Slomka wütend bei der 1:2-Niederlage in Hoffenheim. Quelle: zur Nieden
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Herr Slomka, wie bewerten Sie die Niederlage?

Es gibt nichts schönzureden. Fakt ist, wir haben 1:2 verloren. Wir haben in der ersten Halbzeit auf unserer rechten Seite immer wieder Probleme, auch wegen einer hohen taktischen Qualität der Hoffenheimer. Deshalb haben wir auch die Gegentore kassiert, weil sie uns da überlegen waren. Aber es gab gute Zeichen im Hinblick auf die nächsten Wochen. Wir waren auf der Sechserposition gut aufgestellt, auch wenn Christian Schulz den Elfmeter verursacht hat. Die zweite Halbzeit haben wir unterm Strich für uns entschieden. Es gab noch Möglichkeiten, die man besser verwerten kann.

Welche?

Zum Beispiel den Freistoß kurz vor Schluss. Wenn man da das 2:2 macht, geht man ganz anders in die Trainingswoche für das Bremen-Spiel. Ohne es zu beschönigen, soll die Mannschaft weiter an sich glauben. Die Arbeit wird sich dann auszahlen in Toren und Punkten.

Wie lange braucht die Mannschaft, bis sie so weit ist?

Zunächst mal haben wir die Mannschaft auf sechs Positionen verändert. Leon Andreasen war seit acht Monaten nicht dabei. Sofian Chahed hat auch längere Zeit kein Rechtsverteidiger gespielt. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Jiri Stajner war erst seit Donnerstag im Training. Im fehlten die Einheiten wegen seiner Leistenproblematik, das konnte man sehen. Daran sehen die Spieler auch, dass man jede Einheit nutzen muss.

Warum wurde Rausch ausgewechselt?

Eine überraschende Verletzung am Schienbeinmuskel. Jan Rosenthal habe ich aus Leistungsgründen ausgewechselt. Das war notwendig.

Sind Sie entsetzt über Rosenthals Leistung?

Ich habe ihn schon sehr häufig ermahnen müssen. Er war nicht präsent. Er ist sicher ein sehr talentierter Spieler, aber ich finde, dass er drei Kilo mehr an Muskelmasse braucht. Aber das ist unser Job.

Bis die Spieler soweit sind, wo Sie sie haben wollen, ist es bis dahin nicht zu spät?

Nein. Es ist nicht zu spät, weil man im Spiel erkennt, dass die Spieler das Training annehmen. Es gibt einige Spieler, bei denen ist die Erholungsphase zu lang.

Verkraftet die Mannschaft Ihr intensives Training?

Die Intensität wird hoch bleiben. Damit die Mannschaft tagtäglich spürt, worum es hier geht. Es ist trainingswissenschaftlich der richtige Weg. Aber es ist im Spiel auch zu erkennen, dass wir da sind. Eine sehr gute Hoffenheimer Mannschaft hat uns nicht in Grund und Boden gespielt. Wir haben 58 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Das ist für ein Auswärtsspiel ein positiver Wert. Wenn man unten drin ist, muss das Zweikampfverhalten besser sein als das des Gegners. Das ist das mindeste, was wir verlangen. Auf der anderen Seite wirkt das Training ja sofort. Uns fehlten in Hoffenheim nur ein paar Prozentpunkte mehr für den Ausgleich.

Was sagen Sie zu Stajners ersten guten Chance?

Der Pass von Elson war wunderbar. Wenn man da in Führung geht, läuft das Spiel komplett anders. Diese Konzentration, die Ruhe zu haben vor dem Tor, das unterscheidet uns von anderen Mannschaften, die dann doch das entscheidende Tor machen. Wir schaffen es einfach nicht, diese Führung zu erzielen. Das wäre ein riesiger Auftrieb. So rennen wir dem Rückstand hinterher, machen zwar das Tor, aber müssen unheimlich viel Kraft aufwenden. Man sieht ja, dass das Spiel unruhig wird, die Bälle werden unsauber. Das ist eine Frage der Kraft und der Konzentration. Beides gepaart ist schlecht für die Zeit zwischen 80. und 90. Minute. Wir müssen es hinbekommen, es doch zu schaffen.

Fehlt der Mannschaft die trainingsfreie Woche nach Enkes Tod?

Es ist schwierig, von 100 auf null runterzufahren, wieder hochzukommen und dann kommt eine kurze Wintervorbereitung. Das ist vielleicht zu wenig. Aber Entschuldigung, wir sind alle Profis und haben täglich die Möglichkeit, das zu verbessern, ohne am Sonnabend platt auf dem Platz zu stehen. Es ist ja nicht so, dass ich die Mannschaft blind irgendwo hineintrainiere.

Sind Sie überrascht oder enttäuscht vom Fitnesszustand der Mannschaft?

Nein, beides nicht. Ich glaube, dass meien Vorgänger Dieter Hecking und Andreas Bergmann sehr gute Arbeit geleistet haben. Die Spieler sind auf einem sehr guten Stand. Aber ich sage, man kann mehr machen und man kann noch mehr aus dieser Mannschaft herausholen. Und wenn wir den Tabellenstand sehen, dann müssen wir das auch. Das große Ziel ist Platz 15. Momentan zeigt sich, dass die untersten vier Mannschaften bis zum letzten Spieltag darum kämpfen. Wenn wir weiter so arbeiten, können wir es schaffen. Aber meine Vorgänger zu kritisieren, liegt mir fern. Ich arbeite völlig anders und hoffe, dass die Mannschaft darauf anspringt. Davon gehe ich aus.

Stajner hatte ein Fitnessproblem?

Das ist ein Thema der gesamten Trainingswoche. Stajni ist ein richtig guter Ausdauersportler, aber drei oder vier Tage Trainingsausfall kann selbst er nicht kompensieren. Alles muss ineinandergreifen, jedes Rädchen, jede Aktion des Trainerstabes, die Spieler untereinander, alles muss zueinander passen. Dann funktionierts auch.

Kann sich die Mannschaft an Koné aufrichten?

Jeder muss seine eigene Leistung abrufen. Wir sind froh, dass Koné diese Leistung gezeigt hat. Er kann die Bälle vorne halten, ist torgefährlich, er bringt ein bisschen Schnelligkeit. Außerdem hat er mit Elson einen guten Anspieler.

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