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Hannover 96 Martin Bader: "In der Lage, den Aufstieg zu realisieren"
Sportbuzzer Hannover 96 Martin Bader: "In der Lage, den Aufstieg zu realisieren"
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17:26 13.10.2016
IMMER ERREICHBAR:96-Geschäftsführer Martin Bader auf der Tribüne.
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Hannover

Herr Bader, zu Ihrer Stelle als Geschäftsführer sollten vor einem Jahr ein Sportdirektor und ein Chefscout kommen. Es kam der Sportliche Leiter Christian Möckel. Sie haben in Kauf genommen, dass man Ihnen vorwirft: Bader holt seinen Kumpel aus Nürnberg. Können Sie uns das erklären?

Ich halte es für hoch professionell, zu versuchen, den Besten zu kriegen. Und wenn man den Besten kennt, ist das kein Nachteil. Auch Christian Heidel ist nicht ohne Axel Schuster nach Schalke gegangen. Martin Kind hat sich auch allein mit Christian Möckel im persönlichen Gespräch unterhalten. Am Ende haben wir entschieden, dass er der Richtige ist - und ich bin immer noch davon überzeugt.

Kommt denn noch ein Sportdirektor dazu oder nicht?

Aktuell glaube ich, dass wir mit den handelnden Personen Kind, Bader, Möckel, einem starken Daniel Stendel, einem starken Co-Trainer Markus Gellhaus plus einer breiter aufgestellten Scouting-Abteilung und einer neuen Akademie gut aufgestellt sind. Daher wüsste ich im Moment nicht, wo aktuell eine zusätzliche Position geschaffen werden sollte. Wenn in der Zukunft der Wunsch von Herrn Kind besteht, zusätzlich jemanden zu installieren, werden wir uns damit inhaltlich auseinandersetzen. Mir geht es immer darum, erst Inhalte zu besprechen und dann die Leute zu suchen.

Können Sie ein Aufstiegsversprechen geben?

Nachdem viele Spieler wie Artur Sobiech und Manuel Schmiedebach geblieben sind und Transfers wie Martin Harnik oder Niclas Füllkrug dazukamen, konnten wir selbstbewusster werden. Wir haben die Wahrscheinlichkeiten erhöht, wieder aufzusteigen, auch dadurch, dass wir Salif Sané gehalten haben. Eine Garantie wird es nicht geben. Deshalb sage ich immer: Diese Mannschaft ist in der Lage, den Aufstieg zu realisieren.

Können Sie garantieren, dass Sané im Winter nicht wechselt?

Wir haben im Sommer gesagt, wir werden alles dafür tun, dass Salif bleibt. Dasselbe sagen wir jetzt: Wir werden alles dafür tun, dass Salif Sané sowohl im Winter als auch im Sommer zur nächsten Saison bei uns bleibt. Weil wir der Meinung sind, dass er eine außergewöhnliche Qualität hat. Unstrittig ist, dass er diese Qualität konstanter zeigen kann. Das Richtige für 96 ist, ihn definitiv zu halten.

Was haben Sie gedacht, als Sané die rote Karte sah? Alles falsch gemacht?

Ich kenne doch den Stefan Kutschke (Dresden-Stürmer, d. Red.). Er sollte nicht direkt eine rote Karte provozieren, aber er hatte doch den Auftrag, Salif aus der Souveränität zu bringen. Ins Tagebuch habe ich geschrieben: Einer der wichtigsten Spieler fehlt vier oder fünf Spiele.

Ist er aus Ihrer Sicht voll bei der Sache?

Selbst in Offenbach, als er von der Bank kam, hat er sofort funktioniert. Das tust du nicht, wenn du dich nicht zerreißt, wenn du auf dem Platz stehst. Betritt er das grüne Viereck, dann funktioniert er, obwohl viel auf ihn eingeprasselt ist.

Hat es Sie überrascht, dass die Mannschaft ohne Sané so gut funktioniert?

Das ist Daniels Verdienst. Er hat es hinbekommen, dass eine Mannschaft nicht nur aus elf, sondern aus 18 bis 20 Spielern besteht. Der Kader ist so aufgestellt, dass wir das ausgleichen können. Ich glaube, du hast nur eine Chance über 34 Spiele, wenn du einen breiten Kader hast und dazu einen Trainer, der alle objektiv fair beurteilt.

Ab wann müssen Sie eine Erstligamannschaft planen, sodass man nicht vom Aufstieg überrascht wird?

Seit dem 1. September. Wir sprechen Spieler an, die sowohl für die erste als auch für die zweite Liga interessant sind. So machen das alle Vereine, so hat es Freiburg auch gemacht. Und die Leipziger, allerdings auf einem anderen Niveau.

Mit wie vielen Spielern wird da vor einer Saison gesprochen? Zehn oder eher 40?

Es sind eher 40. Die Spieler, die man anspricht, sagen dann oft: Interessant, dass du anrufst, aber wir setzen uns nochmal zusammen, wenn klarer ist, ob 96 aufsteigt.

Hat es nicht jeder Spieler verdient, Bundesliga zu spielen, wenn er aufgestiegen ist?

Natürlich geht es um Qualität, aber vor allem geht es um Geschlossenheit. Dieser Teamgedanke ist uns vielleicht vor einem Jahr verloren gegangen. Wir sind nicht wegen der mangelnder Qualität abgestiegen. Ganz viele Spieler sind in ersten Ligen unterwegs: Sakai, Kiyotake, Zieler. Aber ja: Jeder, der beim Aufstieg dabei ist, hat es absolut verdient, in der ersten Liga zu spielen.

Es gab viele Negativerlebnisse in Ihrem ersten Jahr bei 96. Aber wann haben Sie in Ihr Tagebuch geschrieben: Danke, für diesen wunderschönen Tag?

Das war der Freitagabend, Saisonauftakt in Kaiserslautern. Wir sind mit so vielen Erwartungen in die Saison gegangen, auch in Richtung meiner Person. Da gewinnst du 4:0, egal wie, und dann weißt du: Ich habe das Wochenende gewonnen. 4:0, das war mal eine Ansage.

Haben Sie sich zu Hause nach der langen Heimfahrt eine Flasche aufgemacht?

Nein. Ich habe mir das Spiel nochmal angeguckt. Schlafen kann ich nach Spielen eh nicht.

Gibt es in Hannover noch Dinge, die Sie noch nicht kennen und noch sehen möchten?

Das gibts. Im Sprengel Museum war ich noch nicht. Ich habe es jetzt geschafft, mal in den Zoo zu gehen, das ist etwas Besonderes. Ich bin dreimal mit meiner Tochter in dem Boot gefahren. Ich werde von Tag zu Tag überrascht, wie schön diese Stadt ist. Von außen hat man das Gefühl, die Stadt macht sich kleiner als sie ist. Aber dann gehen Sie an den Maschsee, so einen Fleck gibt es sonst kaum in Deutschland. In Isernhagen-Süd haben wir unsere Ruhe. Martin Harnik und Oliver Sorg wohnen dort auch, wir könnten dort mal in Ruhe über Fußball reden. (lacht)

Welchen Sport machen Sie?

Ich golfe ab und zu. Zwar bin ich einmal den Marathon in Berlin mitgerannt. Aber laufen ist nicht wirklich etwas für mich.

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