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Hannover 96 Heiko Herrlich: Ein Eigentor fällt nicht
Sportbuzzer Hannover 96 Heiko Herrlich: Ein Eigentor fällt nicht
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13:53 18.12.2009
Heiko Herrlich Quelle: Archiv
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VON THORSTEN LANGENBAHN

Herr Herrlich, nach gut sieben Wochen als Cheftrainer in Bochum: Wie herrlich ist es als Klubtrainer im Profibereich?
(lacht) Wie herrlich? Nach wie vor genauso wie am Anfang. Mir macht es Spaß, tagtäglich mit den Spieler zu arbeiten. Dass es schwer wird, war von Anfang klar. Ich habe die Mannschaft als Vorletzter übernommen, jetzt sind wir immerhin schon Drittletzter.

Was konnten Sie außerdem verändern?
Gewisse Details in unserem Spiel, auch Entwicklungen im athletischen Bereich. Natürlich ist es immer schwer, so etwas nach einer 1:5- Niederlage nach außen zu transportieren.

Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie auf die vielen Ballverluste des VfL hingewiesen. Hat sich das gebessert?
Ich habe gesagt, dass wir einfache Dinge gut machen wollen. Die Fehlpassquote war hoch. Da gabs schon eine kleine positive Entwicklung. Aber wir müssen noch ballsicherer werden, auch was die Ballbesitzzeiten angeht.

96 nach dem Eigentor-Debakel, Bochum nach Bayern-Debakel. Wer ist bei diesem Duell zweier angeschlagener Teams im Vorteil?
Wir gehen auf jeden Fall davon aus, dass am Samstag kein Eigentor fallen wird, sowohl bei Hannover als auch bei uns. Wir haben ja auch eins gemacht. Ich glaube nicht, dass wir auch so Geschenke bekommen.

Was für eine Reaktion erwarten Sie nach dem 1:5?
Viele haben kritisiert, dass wenig Herz und Leidenschaft zu erkennen war. Das waren in unseren Augen nicht die Hauptbaustellen.

Sondern?
Wenn man analytisch an die Sache rangeht, haben wir bis zur 25. Minute defensiv gut gestanden und eigentlich nur einen Schuss auf unser Tor zugelassen. Die Fehler haben wir im Spielaufbau gemacht, danach das Eigentor – das waren eigentlich zwei Geschenke. Gegen eine Mannschaft, die vier Tage zuvor noch bei Juventus Turin 4:1 gewonnen hat, dann befreit aufspielt und in einen Spielfluss kommt, ist es dann in unserer Situation einfach schwer.

Sie haben gesagt, Bochum müsse gegen andere Mannschaften als Bayern punkten. Zählt 96 zu diesen Anderen?
Hannover steht in der Tabelle nicht unmittelbar vor uns, aber in Reichweite. Wir fahren nicht chancenlos dahin. Vor drei Wochen haben wir 1:0 in Hamburg gewonnen, danach 1:1 in Stuttgart gespielt. Wir wollen auch in Hannover etwas mitnehmen.

Die Chancenverwertung ist jedoch ähnlich schlecht wie bei 96. Nur ein Viertel der Möglichkeiten wird verwandelt. Woran liegts?
Da fehlt momentan die Sicherheit. Wichtig ist, dass du dir die Chancen überhaupt herausspielst. Aber dann braucht man auch die Sicherheit in der Umsetzung.

Wie kriegt man die? Sie als ehemaliger Torjäger müssen das wissen.
Es gibt Phasen, da ist das Tor wie vernagelt. Man muss an sich glauben, dass die Dinger reingehen und im Training konzentriert jeden Abschluss reinmachen. Das ist der einzige Weg, der in so einer Situation funktioniert.

Es gibt noch den Weg über Neuzugänge. Braucht Bochum im Winter einen neuen Stürmer?
Das ist niemals von einer Person abhängig. Wir haben gute Stürmer, die schon ihre Leistung gebracht haben.

Vielleicht Vahid Hashemian? Warum schafft es der frühere 96-Stürmer nicht zum Stammspieler?
Er kam jetzt gegen Bayern rein, hat eine Viertelstunde ordentlich gespielt. Ich habe mich bisher aufgrund von Trainingsleistungen für andere entschieden, aber er ist sehr bemüht und sorgt immer für Gefahr.

Christoph Dabrowski, ein anderer Ex-96er, gehört zur Stammelf. Wie wichtig ist er fürs Team?
Er ist ein absoluter Leader, leidenschaftlicher Kämpfer, der keinen Zweikampf scheut und andere mitreißen kann. Außerdem ist er immer für eine gefährliche Situation nach vorne gut.

Thomas Tuchel in Mainz und 96-Trainer Andreas Bergmann sind wie Sie Neulinge in der Bundesliga. Ist das der neue Trend?
Das kann ich schwer beurteilen. Nach der letzten Europameisterschaft hieß es: Alte Trainer sind gut. Ich glaube, jeder Verein hat ein Anforderungsprofil. Das muss dann alles zusammenpassen.

Kennen Sie Andreas Bergmann?
Nein. Bisher noch nicht.

Sie kennen aber Konstantin Rausch, den Sie in der U-17- und U-19- Nationalelf trainiert haben und mit dem Sie vor zwei Jahren in Südkorea WM-Dritter geworden sind. Hat er sich in der Bundesliga etabliert?
Das ist immer die Frage. Früher hieß es, wenn jemand 100 Bundesligaspiele gemacht hat, hat er sich etabliert. Ich denke, er hat alle Eigenschaften, um sich viele Jahre in der Bundesliga zu halten und Top-Leistungen zu bringen. Was mir als Trainer mit das Wichtigste ist: Er hat ein Riesenherz und ist ein absoluter Teamplayer, den jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft hat.

Sie auch in Bochum?
Klar, so ein Spieler ist für viele Mannschaften interessant.

Sein Vertrag läuft aus, er hat auch andere Anfragen, unter anderem von Schalke. Wozu würden Sie ihm raten?
Ich halte ihn für intelligent genug, die richtige Entscheidung für sich selbst zu treffen.

Was trauen Sie ihm in Sachen Nationalelf noch zu?
Viel. Aber man sollte die Erwartungen – gerade bei jungen Spielern – nicht zu hoch setzen, weil es oft Rückschläge gibt. Die hat er auch schon hinter sich. Da gibts Kurven in der Entwicklung, aber ich traue ihm unheimlich viel zu.

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