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Hannover 96 Hannover 96 verliert mit Niklas Feierabend sein jüngstes Lachen
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 verliert mit Niklas Feierabend sein jüngstes Lachen
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12:02 02.05.2016
Hannover

Er wurde am Donnerstag 19 Jahre alt. Da trainierte er mit den Profis, am Sonnabend spielte er für das U-19-Team. In der Nacht zum Sonntag verunglückte er tödlich. Er hatte Fans und Journalisten immer höflich gegrüßt und jedem die Hand gegeben. „Er war gut erzogen“, bestätigt 96-Kapitän Christian Schulz traurig, „Nicky war einer aus unseren Reihen.“

Vor einem Jahr hatte er Abitur an der KGS Hemmingen gemacht. Bis Februar machte er sein freiwilliges soziales Jahr an seiner Schule. Er leitete die Fußball-AG und war Assistent des Sportkoordinators Joachim Hofmann. „Wenn er nicht top in Ordnung gewesen wäre, hätte ich ihn nicht genommen“, sagt Hofmann.

In Ordnung, freundlich, hilfsbereit. „So habe ich ihn kennengelernt“, sagte 96-Geschäftsführer Martin Bader. Der plötzliche Unfalltod schlug jetzt bei 96 „ein wie der Blitz“, erklärte Kapitän Schulz. „Vor zwei Tagen haben wir noch zusammen gelacht“, erinnerte sich Charlie Benschop bei Twitter, „ich kann nicht glauben, dass das Leben jetzt für dich zu Ende ist.“

„Nicky“ hatte fast immer gelächelt. Nun hat 96 sein jüngstes Lachen verloren. Sonntag Morgen wurde Feierabend vermisst. Er sollte mit den Profis trainieren. „Wir haben ihn angerufen, die Eltern, den Berater, aber niemanden erreicht“, erzählt 96-Geschäftsführer Martin Bader, „dann haben mich die Eltern zurückgerufen.“ Um 12.30 Uhr wusste 96 Bescheid. Die Eltern, sagt Bader, „bekommen jede Unterstützung, wenn sie es wünschen. Eine brutale Nachricht. Er war ihr einziger Sohn.“

96 rief alle Profis für 13 Uhr im Stadion zusammen. „Es herrschte Totenstille“, berichtet Schulz über die Kabinenstimmung. Spieler weinten, die jungen Talente hatte es besonders hart getroffen. Stendel fuhr um 14.40 Uhr vom Stadion zum Nachwuchsleistungszentrum. Dort waren die A-Junioren und die Amateure versammelt. Der Trainer? Nicht in der Lage, etwas zum Tod seines Talents zu sagen. Bader versuchte es, war aber fassungslos wegen des Verlusts: „Ich habe das noch nicht erlebt, in Berlin nicht, in Nürnberg nicht. Da bist du einfach nur leer.“ Einen Versuch, die Leere zu füllen, starteten Sonntag viele Bundesligisten mit Beileidsbekundungen. Darunter der VfL Wolfsburg, der vor einem Jahr den Spieler Junior Malanda bei einem Autounfall verloren hatte.

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