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Saisonende

Hannover 96 plant ohne Kapitän Christian Schulz

So viel Konfetti war noch nie nach einem 96-Spiel. Rote und goldene Fetzen regneten vom Arena-Dach herunter, die Stars des Sonnabends kippten sich Mass-weise Bier über und in die Köpfe. Die Bayern feierten ihre 26. Meisterschaft eher rund um das Duell gegen Absteiger Hannover als während des 3:1. Unterdessen entschied 96: Der Wiederaufstieg soll ohne Kapitän Christian Schulz klappen.

München. 96-Torwart Ron-Robert Zieler wunderte sich „über die ganze Blasmusik und die ganzen Luftballons“. Der 96-Bundesligaballon war schon längst geplatzt. Der Abschied „tut sehr weh“, wusste Torschütze Artur Sobiech. Einigen weniger, anderen mehr. Noch am Sonntag schickte 96 Kapitän Christian Schulz weg. Mit ihm wird bei der Mission Wiederaufstieg nicht mehr geplant.

Schulz wurde in München nicht mehr eingewechselt, obwohl 96-
Trainer Daniel Stendel den Kapitän nochmal hätte bringen können. „Kann man machen, kann man nicht machen, alles gut“, sagte Schulz nachher. In Hannover war dann nichts mehr gut. Nach NP-Informationen teilte Stendel Schulz die Entscheidung in der Trainerkabine mit. Tränen sollen geflossen sein. Bitter für den Kapitän, der sich in neun Jahren große Verdienste um 96 erarbeitet hatte.

Auf den letzten Metern wollte 96 Ceyhun Gülselam noch halten. „Aber ich habe andere Pläne“, erklärte Gülselam. Er wechselt wohl zu Bursaspor. Außerdem geht Zieler sicher, bei Leon Andreasen läuft der Vertrag aus, Miiko Albornoz flirtet mit Gladbach, Hiroki Sakai will weg, Hiroshi Kiyotake wird wechseln. Andre Hoffmann wurde von Stendel nicht mehr berücksichtigt. Auch er geht.

Sogar den angeblich unverkäuflichen Salif Sané ziehts nach Mainz oder Berlin, wie die NP erfuhr. Die Abstiegsabwanderung hat begonnen, die ersten Neuen verpflichtete 96 am Pfingstsonntag.

Mit jugendlichem Elan war 96
ins letzte Bundesligaduell gestartet. Aber Bayern ließ sich die Show nicht stehlen. Robert Lewandowski erledigte seinen Job schon in der zwölften Minute und schoss sein 30. Saisontor. Mario Götze tanzte der 96-Jugend zweimal was vor (28., 54.), und 96 lag mit 0:3 zurück, hielt aber dennoch mit. Iver Fossum, Waldemar Anton und Edgar Prib vergaben 100-prozentige Chancen. Nur Sobiech traf nochmal (66.), das letzte 96-Tor der 14-jährigen Bundesliga-Geschichte.

Pep Guardiola lobte 96: „Wenn ihr so spielt in der zweiten Liga, dann habt ihr die Möglichkeit, sofort wieder aufzusteigen.“ Zum Trost stellten die Bayern den traurigen Absteigern aus Hannover ausreichend Bier in die Kabine.
Tröstlich war auch die Stimmung der mehr als 7000 Fans, die zum Teil lauter waren als 68 000 Meistersinger. 96 muss jetzt schnell die letzten Bundesliga-Tränen aufsammeln. Sobiech fing damit noch in München an. „Es gibt nichts anderes als den Aufstieg“, sagte er, „wenn wir weiter so spielen, dann wird das schon klappen.“ Da war er mit Pep einer Meinung.


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