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Hannover 96 Hannover 96 hadert mit dem Schiedsrichter
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13:09 12.09.2010
Mirko Slomka war nicht mit jeder Entscheidung des Schiedsrichters einverstanden.
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Von Michael Rossmann

Hannover. Mirko Slomka kniete nieder, schlug die Hände vors Gesicht und schwieg. Und trotzdem flog der Trainer von Hannover 96 vom Platz und musste sich die letzten zwölf Minuten des Spiels gegen Bayer Leverkusen von der Tribüne aus anschauen. Aus ungewohnter Perspektive sah Slomka, wie Patrick Helmes ihm die Party zum 43. Geburtstag am Sonntag verdarb und in der 90. Minute doch noch das 2:2 für den Werksclub erzielte.

Eigentlich hätte der Trainer von Hannover 96 nach sieben Punkten aus drei Spielen zum Start der Fußball-Bundesliga zufrieden sein können, doch ärgerte sich der Coach nicht nur über den späten Ausgleich, sondern vor allem über den aus seiner Sicht völlig unberechtigten Platzverweis. „Die Strafe kann und werde ich nicht akzeptieren“, sagte Slomka, der schon in der ersten Halbzeit mehrfach wegen Reklamierens aufgefallen und zweimal ermahnt worden war.

Guido Winkmann hatte für den theatralischen Kniefall in der Schlussphase wenig Verständnis. „Wir erwarten von draußen einfach Respekt, Anstand und Benehmen“, sagte der Schiedsrichter im Interview mit der ARD: „Und der Kniefall von Herrn Slomka in der 79. Minute war einfach zu viel. Das wiegelt auch das Publikum auf. Das war einfach zu viel des Unsportlichen.“

Dabei hatte Slomka keinen wirklichen Grund zur Klage über den Referee. Die Gelb-Rote Karte für seinen Spieler Emanuel Pogatetz (36.) war völlig unumstritten, die Leistung des Schiedsrichters frei von spielentscheidenden Fehlern. Und zum Zeitpunkt von Slomkas Kniefall hatten die Leverkusener lediglich ein Tor durch Eren Derdiyok (62.) erzielt, während sein dezimiertes Team durch Treffer von Didier Ya Konan (20.) und Mohammed Abdellaoue (50.) führte.

„Er darf das zweite Foul nicht begehen“, kritisierte der Übungsleiter den österreichischen Verteidiger. „Da war er zu emotional.“ Letztlich aber war der Coach genauso undiszipliniert wie der ungestüme Pogatetz.

Die Hannoveraner überzeugten trotz des späten Ausgleichs durch den Freistoß von Helmes, der von Fehlern in der Mauer begünstigt wurde. „Das war ein richtig gutes Spiel“, lobte 96-Manager Jörg Schmadtke: „Das war aller Ehren wert.“ Die Gastgeber spielten gegen Leverkusen mit dem Selbstbewusstsein von zwei Siegen aus den ersten beiden Partien der Saison. Mit viel Einsatz störten sie die Bayer-Elf und zeigten Schwächen in Leverkusens Abwehr auf.

“96 hat das sehr geschickt, sehr clever gemacht“, lobte Bayer- Coach Jupp Heynckes, der als Profi einst für 96 spielte. „Wir hatten auch noch die ein oder andere brisante Situation zu überstehen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir noch zu einem Unentschieden gekommen sind.“

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