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Hannover 96 Hannover 96: Hallo, hier kommt Papa Franca!
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96: Hallo, hier kommt Papa Franca!
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00:16 21.06.2013
SEIN STOLZ: Franca spielt am Flughafen mit Guilia. Das neue Kleeblatt-Tattoo soll ihm sportlich Glück bringen. Quelle: Ulrich zur Nieden
Hannover

Die Neugier gewinnt den Kampf gegen die Müdigkeit. Nach langem Flug von Sao Paulo über Amsterdam nach Hannover und der Landung schaut sich die kleine Giulia (2) auf dem Arm von Mama Evelyn mit großen Augen um. Das also ist Deutschland, hier arbeitet Papa.

Papa Franca setzte mit der Familie um 13.52 Uhr mit dem Flugzeug der Linie KLM in Langenhagen auf. Der 96-Profi aus Brasilien will jetzt „neu durchstarten“, sagt er und stemmte Guilia hoch. Francas Züge wirken weicher mit der Tochter auf dem Arm. Er hat einen Körper wie ein Bauarbeiter - geformt von Straßenarbeit, als Jugendlicher verdiente er in seiner Heimatstadt Bauru das Geld für die arme Familie.

Franca arbeitet endlich wieder als Fußballprofi in Hannover. In vier große Koffer packte die Familie das Leben aus Brasilien ein. „Es wird jetzt alles einfacher, wenn beide hier bei mir sind“, glaubt Franca. Evelyn verließ Brasilien zum ersten Mal: Der erste Stempel im Reisepass - ein Bundesadler. „Wir bleiben jetzt in Hannover“, sagt Franca auf Portugiesisch.

Der 22-Jährige wirkt leicht verändert, seine Tattoo-Sammlung hat er um ein Exemplar auf der rechten Stirn und ein vierblättriges Kleeblatt am Hals erweitert. Mehr Glück kann er gebrauchen.

Für die unglückliche Bruchlandung bei 96 im Winter kann Franca nichts (siehe „Anstoß“ und Meldung rechts). Gegen seine Tuberkulose-Erkrankung nimmt er immer noch zwei Tabletten. Heute Vormittag will er mit 96-Athletik-Trainer Kai Timm trainieren. Timm hatte ihn im März in der Oststadtklinik besucht, als auf der TBC-Station an Training kaum zu denken war.

Franca träumt von einem Comeback, das gar keine Rückkehr ist - weil der Mittelfeldspieler bei 96 nie eine Chance bekam. „Ich will der Mannschaft helfen und trainieren“, sagt er.

Es kann Monate dauern, bis Franca sein Bundesliga-Debüt gibt. Aber sein neuer Anlauf wird kein Kaltstart. Mit Felipe ist er befreundet, dazu kommt der Deutsch-Brasilianer Leonardo Bittencourt. Mehr Heimat in Hannover tut ihm sicher gut. 96-Fans dürfen weiter neugierig sein auf den Brasilianer, der vielleicht keine 1,90 Meter lang ist, aber extrem breite Schultern hat.

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