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Hannover 96 Hanke setzt weiter auf den Psychologen
Sportbuzzer Hannover 96 Hanke setzt weiter auf den Psychologen
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23:25 06.07.2010
HEISSES DUELL: Mike Hanke (rechts) am Montag im Trainingslager gegen Moritz Stoppelkamp. Quelle: Petrow
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Ein Vorbereitungstrainingslager ohne lange Läufe. Sind Sie verwundert?

Das ist schon eine leichte Umstellung. Ich war es vorher immer gewohnt, dass wir längere Dauerläufe machen – aber so ist fußballspezifischer, wir bekommen die nötige Ausdauer fürs Spiel.

Schon Muskelkater?

Absolut, das gehört dazu. Wir geben richtig schön Gas, waren heute Morgen vor dem Frühstück schon eine Dreiviertelstunde auf dem Spinning-Bike. Natürlich ist man müde, aber so solls auch sein.

Wie fit sind Sie nach dem Urlaub?

Ehrlich gesagt, bin ich auch ein bisschen erstaunt, dass ich so spritzig bin. Ich durfte wegen meiner OP an der Brust eigentlich sechs Wochen keinen Sport machen, aber nach vier Wochen hat der Arzt gesagt, du kannst locker laufen. Das habe ich dann im Urlaub auch gemacht.

Wie viel Kilometer laufen Sie eigentlich pro Spiel?

Es wurde in einem der letzten Spiele gemessen, gegen Gladbach oder Bochum, da waren es rund zehn, elf Kilometer.

Wie wichtig ist das hohe Laufpensum auch für einen Stürmer?

Man hats ja jetzt gegen Argentinien gesehen: Wenn ein Messi oder ein anderer Spieler vorne stehenbleiben, dann haben die einfach keine Chance. Das haben die Deutschen gut gemacht, da können wir uns einiges von abgucken.

Vor vier Jahren waren Sie selbst beim Sommermärchen dabei. Wie haben Sie die WM jetzt erlebt?

Ich habe richtig mitgefiebert. Dass es in den letzten beiden Spielen gegen so Top-Mannschaft so eindeutig war, ist schon sehr beeindruckend. Jetzt ist auch der Titel drin. Es ist natürlich viel schöner, wenn man dabei ist, aber das habe ich mir einfach nicht verdient.

Was wollen Sie sich diese Saison mit 96 verdienen?

Mein Ziel ist es, wieder in Tritt zu kommen und regelmäßig zu spielen. Die letzten beiden Spiele waren richtig gut für mich, da habe ich nochmal gezeigt, dass ich da selber rausgekommen bin – mit der ein oder anderen Hilfe. Aber letztendlich muss ich es selber umsetzen. Das habe ich auch gemacht und mich auch mit den Fans wieder versöhnt.

Wie groß war der Bankfrust zwischendurch?

Der war tierisch, das kann man nicht beschreiben. Klar habe ich auch selber Fehler gemacht: Ich habe getrotzt, vielleicht auch mal weniger gemacht. Daraus habe ich gelernt und gebe jetzt Vollgas im Training.

Inwiefern hat der Trainer Ihnen geholfen, wieder zurückzukommen?

Mirko Somka hat mir immer gesagt, dass ich nie aufgeben und immer weitermachen soll. In den letzten drei Spielen hat er mir die Chance gegeben, mich zu beweisen. Die habe ich auch genutzt.

Haben Sie auch beim 96-Psychologen Andreas Marlovits Hilfe gesucht?

Mit ihm habe ich intensiv gearbeitet. Er hat einen großen Anteil daran, dass es zuletzt so eine Kehrtwende gegeben hat. Ich habe noch Kontakt zu ihm und denke, dass ich ihn in der Saison weiter in Anspruch nehmen werde.

Mandel-OP, Mandel-Knie, Brust-OP – ist das Maß an Verletzungen langsam voll?

Es sind ja keine schwerwiegenden Verletzungen. In der Hinrunde war es natürlich eine Katastrophe, da war ich komplett weg und habe nicht wieder Fußfassen können.

Haben Sie darüber nachgedacht, 96 zu verlassen?

Gerade, wenn man auf der Bank sitzt, denkt man schon darüber nach. Auch jetzt in der Sommerpause, wo es Angebote gab. Aber letztendlich haben mein Berater und ich mit 96 geredet. Sie wollen mich behalten und habe mir ein klares Zeichen gegeben, dass sie mit mir planen.

Ihr Vertrag läuft noch ein Jahr.

Genau. Ich will mich hier durchbeißen, fühle mich hier wohl. Ich finde die Stadt, das Stadion, die Fans und die Mannschaft geil. Jetzt möchte ich einiges zurückgeben.

Wie sehen Sie den Konkurrenzkampf im Sturm, vielleicht kommt noch ein weiterer Angreifer?

Von mir aus kann gerne noch einer kommen. Ich muss mich gegen jeden durchsetzen, egal wer vorne meine Position spielen kann.

Welches System passt am besten?

Das muss der Trainer entscheiden. Für mein Spiel ist es relativ egal. In der ersten Saison habe ich vorne alleine gespielt, da liefs richtig gut, aber mit zwei Stürmern gehts auch. Das System ist egal, wenn wir alle mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen.

Mit Ihnen als erfahrenem Spieler in der Verantwortung?

Gerade für uns – Schulle (Christian Schulz), Pinte (Sergio Pinto), Schlaufi (Jan Schlaudraff) – ist es eine große Herausforderung. Wir sind jetzt mit die ältesten Spieler. Ich denke, wir haben reichlich Spiele in der Bundesliga gemacht. Ich bin jetzt schon seit acht Jahren Profi. Langsam muss ich auch mal höhere Ansprüche stellen, dass ich auch intern was sage – und auf dem Platz natürlich dann auch, um Verantwortung zu übernehmen.

Das geht auch mit dem neuen Adidas-Ball, dem Sie zu Beginn der Vorbereitung skeptisch gegenüberstanden?

Ehrlich gesagt ist es von Tag zu Tag immer besser. Am ersten Tag dachte ich: Boah, ich krieg gar keinen Pass hin. Jetzt kommen die Bälle richtig gut, scharf und flach. Heute habe ich auch wieder viele Tore gemacht. Ich habe gesagt, wir brauchen ein, zwei Wochen, bis wir uns an den Ball gewöhnt haben. Jetzt ist die Phase, wo es immer besser klappt.

Gut, dass es den Einheitsball gibt?

Auf alle Fälle. Man muss sich in der Trainingswoche nicht mehr an einen neuen Ball gewöhnen. Wäre schön, wenn der Name Torfabrik Programm wird.

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