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Hannover 96 Größte Trauerfeier seit Adenauers Tod
Sportbuzzer Hannover 96 Größte Trauerfeier seit Adenauers Tod
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17:25 13.11.2009
Hannover 96 bereitet sich auf einen Riesenandrang bei der Trauerfeier für Robert Enke vor. Quelle: Dröse

Hannover. Die Trauer um den Fußball- Profi, der unter Depressionen und Versagensängsten litt und nur 32 Jahre alt wurde, ist in der deutschen Sport-Historie einmalig. Die größte Trauerfeier in der deutschen Nachkriegsgeschichte fand nach dem Tod von Konrad Adenauer statt. Als der erste Bundeskanzler im April 1967 starb, defilierten fast 300 000 Menschen in einem Trauerzug am Sarg des Politikers vorbei.

Wahrscheinlich reichen die 45 000 Plätze im Stadion von Hannover nicht aus. „Die Trauerfeier wird deshalb auch auf einer Videoleinwand am Nord-Eingang übertragen“, berichtete 96-Pressechef Andreas Kuhnt am Freitag. Der Verein konnte kurzfristig eine Großbildleinwand aufstellen. Die ARD überträgt die rund einstündige öffentliche Gedenkveranstaltung (Beginn 11.00 Uhr) live und stellt die Bilder anderen TV-Sendern zur Verfügung. Der Bundesliga-Club und die Polizeidirektion Hannover riefen die Fans auf, sich „angemessen ruhig und friedlich zu verhalten.“ Mit Störungen und Zwischenfällen wird nicht gerechnet.

Erwartet werden unter anderem die Spieler der deutschen Nationalmannschaft, Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff, der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler und ehemalige Nationalspieler wie Jens Lehmann oder Christoph Metzelder. Fast alle Bundesliga-Clubs haben ihr Erscheinen angekündigt. Auch Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière steht auf der Gäste-Liste. Neben einem Gottesdienst soll im Stadion auch die 96-Vereinshymne „Alte Liebe“ gesungen werden.

Der Sarg von Robert Enke wird zunächst auf dem Rasen im Stadion aufgebahrt. Nach der Trauerfeier, auf der DFB-Chef Theo Zwanziger, 96-Präsident Martin Kind, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil als Redner vorgesehen sind, soll der Sarg auf den Friedhof im Neustädter Ortsteil Empede gebracht werden. Enke wird dort im privaten Kreis neben seiner Tochter Lara beigesetzt. Sie war 2006 im Alter von zwei Jahren gestorben. Im Mai dieses Jahres hatte die Familie die kleine Leila adoptiert.

„Wir bitten Sie außerdem dringend, nach dem Ende der Veranstaltung in der AWD-Arena nicht dem Trauerzug in den Raum Neustadt zu folgen. Die Beisetzung soll auf Wunsch von Teresa Enke im engen Kreis von Angehörigen, Freunden und Weggefährten erfolgen“, appellierten 96- Clubchef Martin Kind und Polizeipräsident Uwe Binias an alle Teilnehmer der Trauerfeier. „Bei aller verständlichen Trauer appellieren wir an die Fans, diesen Wunsch zu respektieren.“

Enkes Witwe Teresa gedachte am Freitag in einer Traueranzeige in Hannovers Tageszeitungen mit einem Zitat des tschechischen Schriftstellers Václav Havel ihres gestorbenen Mannes: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Unter dem Spruch des früheren Staatspräsidenten stand: „In ewiger Liebe - Teresa, Leila und Dein kleiner Engel“.

Seit dem Tod des Publikumslieblings am Dienstagabend steht die Zeit in Hannover fast still. Das Schicksal von Sympathieträger Enke und der bemerkenswerte Auftritt seiner Witwe Teresa, die auf einer Pressekonferenz am Tag danach mit Enkes Arzt Valentin Markser offen über die Krankheit ihres Mannes sprach, sind das alles andere überlagernde Gesprächsthema. 35 000 Menschen beteiligten sich schon am Mittwochabend am Trauermarsch durch die Innenstadt zum Stadion.

Auch am Freitag dokumentierte ein Kerzen-Lichtermeer, zahlreiche Blumen, Schals, Trikots und Briefe vor dem Stadion die Verbundenheit der Fußball-Fans mit ihrem Idol - ein Bild, das an die Reaktionen nach prominenten Todesfällen wie von Lady Di oder Michael Jackson erinnerte. Enke war, entgegen dem Trend in der „Glitzerwelt“, aber kein Showman. Er hatte sich den Respekt und die Liebe der Fans durch seine bescheidene Art, seinen Einsatz für die Mannschaft und die Gesellschaft sowie seine offene Art gegenüber den Anhängern erworben.

Auf neuepresse.de und in weiteren Internetforen forderten viele 96-Fans die Clubführung auf, Enkes Trikot mit der Nummer 1 nicht mehr zu vergeben. Die Anhänger sprachen sich auch dafür aus, einen Platz nahe des Stadions oder die AWD-Arena selbst in „Robert-Enke-Stadion“ umzubenennen. Oberbürgermeister Weil empfahl, die Diskussion über die Würdigung des Keepers zu vertagen. Zunächst solle man sich Zeit zum Trauern nehmen. „Danach können wir über alles reden“, sagte Weil. lni

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Hannover 96 und die Polizeidirektion Hannover haben die Fußballfans zu einem ruhigen und friedlichen Verhalten bei der Trauerfeier für Robert Enke aufgerufen. Die Verantwortlichen appellieren außerdem an die Fans, dem Trauerzug nach Neustadt nicht zu folgen.

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