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Hannover 96 Funkel: "Wollen in Hannover unsere Aufholjagd starten"
Sportbuzzer Hannover 96 Funkel: "Wollen in Hannover unsere Aufholjagd starten"
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22:35 14.01.2010
NOCH LACHT ER: Hertha-Trainer Friedhelm Funkel am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Berlin. Quelle: dpa
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VON THORSTEN LANGENBAHN

Herr Funkel, die Hertha war im Trainingslager auf Mallorca, 96 hat sich unter den herrschen Witterungsbedingungen vorbereitet. Was verspricht mehr Erfolg?

Die Temperaturunterschiede zwischen Hannover und Mallorca waren nicht so groß. Ob der eine zu Hause geblieben ist und der andere nicht, davon wird das Ergebnis nicht abhängig sein. Wichtig war für uns, die Truppe mal eine Woche zusammen zu haben; so wurden die drei neuen Spieler sehr schnell in die Mannschaft eingebunden.

96-Neuzugang Jan Durica ist erst seit zwei Tagen in Hannover. Kann das gut gehen?

Das kann allemal gut gehen. Er ist ein Klassespieler mit vielen Einsätzen für die slowakische Nationalelf. Gute Spieler fügen sich sehr schnell in neue Umgebungen ein. Von daher erwarte ich, dass er spielt.

Nur 2:1 gegen Drittligist Mallorca, 1:1 gegen den FSV Frankfurt. Wieso waren Sie mit der Vorbereitung trotzdem zufrieden?

Ich bin jemand, der den Ergebnissen in der Vorbereitung keinen allzu großen Wert beimisst. Wir wollten gut und hart trainieren. Da kann es schon mal sein, dass man nicht die körperliche Frische hat, die man mitbringen muss, um erfolgreich zu sein. Wichtig ist, dass man zum ersten Spiel zu hundert Prozent da ist.

In Hannover und Berlin herrschen Kühlschrank-Temperaturen. Wie frostig ist die Atmosphäre beim Tabellenletzten?

Wir haben keine frostige Stimmung. Wir wissen, dass wir in der Rückrunde eine sehr schwierige Aufgabe haben, aber wir haben uns darauf eingeschworen. Wir wissen auch, und das spüren wir in der Stadt, dass wir die Rückendeckung unserer Fans haben. Berlin ist davon überzeugt, dass wir die Aufholjagd erfolgreich beenden können.

Wäre ein Punkt in Hannover zu wenig?

Das hängt vom Spielverlauf ab. Wir wollen dort unsere Aufholjagd starten, aber es ist nicht das alles entscheidende Spiel. Der Start besteht für mich aus vier, fünf Spielen, nicht aus einem. Da müssen wir erfolgreich sein.

Sie haben als Ziel 25 Punkte plus x ausgegeben. Ist das angesichts der schwachen Hinrunde nicht sehr optimistisch?

Ich glaube nicht. Das wäre eine normale Halbserie für Hertha BSC, wenn man die letzten fünf Jahre sieht, abgesehen vom zurückliegenden Halbjahr. Die Mannschaft ist in der Lage, diese Punkte zu holen.

In Frankfurt war den Fans Ihre Spielweise nicht attraktiv genug. Wie launisch ist die „Alte Dame“ Hertha?

Das stimmt nicht ganz. Wir haben in Frankfurt attraktive und weniger attraktive Spiele gehabt. Es gab ja auch Gründe, warum wir in Frankfurt am Ende nicht mehr so erfolgreich waren. Wir wollen mit der Hertha nach vorne spielen, dürfen aber die Defensive nicht vernachlässigen.

96-Boss Martin Kind hat von Andreas Bergmann mehr Härte gefordert. Würden Sie sich so eine Einmischung gefallen lassen?

Das ist ja kein Einmischen, das ist seine Meinung. Martin Kind ist mit der wichtigste Mann bei Hannover 96 überhaupt. Ich denke, er ist da auch einer Meinung mit Schmadtke und Bergmann. Das darf der erste Mann des Vereins mit Sicherheit auch mal kundtun.

Wo ordnen Sie sich ein: Kumpel-Typ oder harter Hund?

Das kann man so pauschal gar nicht beantworten. Als Trainer ist wichtig, dass man der Mannschaft situationsbedingt gegenübertritt. Das kann mal etwas härter sein, mal ein bisschen kumpelhafter, mal etwas ernster, mal fröhlicher. Auch von den Spielern erwarte ich, dass sie auf dem Platz situationsbewusst handeln.

Kann da auch mal eine Wutrede hilfreich sein, wie sie 96- Sportdirektor Jörg Schmadtke nach der 1:2-Pleite gegen Union Berlin gehalten hat?

Ich weiß nicht, ob es eine Wutrede war. Es war bestimmt eine lautstarke Rede, aber das muss nicht unbedingt mit Wut zu tun haben. Wenn man wütend ist, ist man oft unkontrolliert. Das sollte man nicht sein. Aber eine lautstarke Ansprache vor oder nach einem Training oder Spiel ist situationsbewusst – da haben wir wieder dieses Wort – mit Sicherheit auch mal angebracht.

In seiner Ansprache hatte Schmadtke auch fehlenden Teamgeist bemängelt. Ist der Zusammenhalt das A und O?

Natürlich ist es wichtig, einen gewissen Teamgeist zu spüren. Da haben wir aufgrund der negativen Hinserie schon Nachholbedarf. Aber wir haben einiges erreicht durch Gespräche und den Umgang der Spieler untereinander. Doch das alles Entscheidende ist, was auf dem Feld passiert.

Hilft dafür auch ein Mannschaftsabend mit lustigen Gesangseinlagen?

Das ist gut, auf jeden Fall – wenn man den Zapfenstreich dann einhält. Es ist schon ganz wichtig, dass man mal zwei Stunden länger wegbleiben darf im Trainingslager, aber nicht bis zum anderen Morgen. Das hat die Mannschaft gut gemacht, selbst organisiert.

Zehn Spieltage ohne einen Dreier. Ist das die längste Sieg-Durststrecke in Ihrer 19-jährigen Trainerkarriere?

Ich glaube nicht. Wir haben mal in Uerdingen Anfang der Neunziger eine noch etwas längere Durststrecke gehabt. Aber in jüngster Vergangenheit – Frankfurt, Köln oder Rostock – ist es schon die längste. Und die wollen wir schnellstmöglich beenden.

Sie haben viel Erfahrung im Abstiegskampf. Was ist dabei das Wichtigste?

Dass man selbstbewusst ist, trotz einer misslichen Situation. Dafür haben wir auch die neuen Spieler geholt. Theofanis Gekas war in Bochum im Abstiegskampf, Lean Kobiaschwili in Freiburg. Sie sind erfahren, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Dazu zählt auch Roman Hubnik, der frei aufspielen kann. Florian Kringe ist nach seiner Verletzung im ersten Spiel für Hertha auch wieder dabei. Er ist wie ein vierter Neuzugang.

Auf welche 96er müssen Ihre Spieler besonders aufpassen?

Es gibt einige, die ein Spiel entscheiden können. Zum Beispiel Jan Schlaudraff, der im letzten Spiel zwei Tore gemacht hat. Arnold Bruggink, der – wenn er gut drauf ist – ein guter Vorbereiter ist, aber auch selber den Abschluss sucht.

Was wird in dieser wichtigen Partie den Ausschlag geben?

Entscheidend wird sein, wer sehr diszipliniert spielt, sehr konzentriert ist, wenig Möglichkeiten zulässt und wenig Fehler macht.

Gegen 96 hat die Hertha am ersten Spieltag ihren einzigen Sieg geholt. Ein psychologischer Vorteil?

Nein. Das ist Monate her, wir haben eine neue Situation. Aber wir wollen das natürlich wiederholen.

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