Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hannover 96 Die Geheimnisse des 96-Erfolges
Sportbuzzer Hannover 96 Die Geheimnisse des 96-Erfolges
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:12 24.09.2010
ÜBERMÜTIG: Ein 96-Fan zeigt die Meisterschale – so weit ist es noch nicht.  Quelle: zur Nieden

VON ANDREAS WILLEKE

HANNOVER. Auch wenn die Meisterschale am Saisonende eher nicht nach Hannover kommt – der 96-Aufschwung ist offensichtlich. Was sind die Gründe für die neue Stärke?

Die Fitness: Die entscheidende Voraussetzung für das aufwendige 96-Spiel. Ohne die enorm hohe Laufbereitschaft funktioniert das 96-System nicht. Die Spieler sind „richtige Athleten geworden“, sagt Trainer Mirko Slomka.

Das Trainerteam: Slomka hat das Training bereits in der letzten Saison umgestellt, damals aber mit hohem Risiko. Gerade noch rechtzeitig vor dem Saisonende griffen die Einschnitte. Wchtigster Berater von Slomka ist dabei Professor Jürgen Freiwald. Der Bewegungswissenschaftler analysiert die Leistungen der Spieler, danach lässt sich das Training planen. 96 bietet den Spielern „einen professionellen Rahmen“, erklärt Slomka, „alle Fehler außen um das Team herum“ sind ausgeschaltet, „wir bleiben berechenbar für die Spieler“. Das heißt: Auch nach ärgerlichen Niederlagen wie beim Pokalaus in Elversberg oder schönen Erfolgen wie jetzt gegen Bremen ändert sich nichts an der Einstellung, „wir lassen nicht locker“.

Es ist eine Mannschaft: Manchmal ist nicht nur wichtig, wer verpflichtet wird, sondern auch, wer geht. Werden Spieler nach Gründen für den Aufschwung befragt, nennen sie zuerst den Stimmungsumschwung. „Wir haben vielleicht etwas weniger Qualität als im Vorjahr, aber eine Super-Stimmung. Jeder spielt für den anderen, das ist unsere derzeitige Mentalität“, findet etwa Karim Haggui. Wobei das mit der geringeren Qualität in Frage zu stellen ist.

Die Aussortierten: Die neue Atmosphäre hat auch mit Spielern zu tun, die nicht mehr zur Mannschaft gehören. Der schwierige Charakter Hanno Balitsch etwa spielt in Leverkusen, und Jan Schlaudraff sitzt auf der Tribüne. Schlaudraff passt trotz seiner großen spielerischen Klasse mit seiner schludrigen Körpersprache und seinem schlechten Defensivverhalten nicht zum neuen 96. Das Erfolgssystem heißt: Jeder für jeden. Schlaudraff macht da nicht mit, er klinkt sich immer wieder aus. Kein Trainer hat das so klar erkannt und den Ex-Nationalspieler so konsequent an den Rand gestellt wie Slomka.

Ruhe an der Spitze: Trainer Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke werden nie Freunde. Aber sie haben sich zusammengerauft und somit für Ruhe in der Führung gesorgt. Dabei hat ihr Chef kräftig nachgeholfen. Martin Kind machte Slomka und Schmadtke klar, dass sie nur zusammen Erfolg – oder eben beide ein Problem haben werden. Durch symbolische Akte wie gemeinsame Pressekonferenzen oder Umarmungen vor Kameras haben Slomka/Schmadtke das Bild geschaffen, das sich Kind wünscht und das dem Klub hilft.

Tolle Transfers: Seit Schmadtke bei 96 arbeitet, hat sich die Flop-Quote entscheidend verändert – es gibt kaum noch einen. Valdet Rama vielleicht, aber selbst ein Mitläufer wie Sofian Chahed schadet nicht. Mit Didier Ya Konan und Mohamed Abdellaoue gelangen zwei Volltreffer. Die beiden Topstürmer sind ein wichtiger Grund für den Erfolg. Sie arbeiten offensiv und defensiv, sind schnell, torgefährlich und stark am Ball. Ebenso wichtig ist Emanuel Pogatetz für die Abwehr. Aber auch Moritz Stoppelkamp und Lars Stindl deuten an, dass man von ihnen noch einiges erwarten kann.

Neues Selbstvertrauen: Manchmal braucht man auch ein bisschen Glück – wie beim Auftaktsieg gegen Frankfurt. Seitdem ist etwas in Bewegung geraten, mit dem spielerischen Höhepunkt beim 4:1 gegen Bremen. Die Steigerung „hat auch etwas mit Selbstvertrauen zu tun“, erläutert Slomka, „im Erfolgsfall funktionieren die Abläufe flüssiger“.

Die Fans: Nicht nur die Mannschaft hat sich gesteigert, auch die Fans sind besser dabei. Gegen Ende des Bremen-Spiels wars eine Gänsehautatmosphäre. Das Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Fans funktioniert lauter denn je. Das Stadion „kochte“, fand Slomka. Die Fans merken halt: Die Zutaten stimmen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein deutliches 4:1 gegen Werder Bremen – Hannover 96 springt mit zehn Punkten auf Platz drei der Bundesligatabelle.

21.09.2010

Jan Schlaudraff ist einer der bestbezahlten Menschen auf der Tribüne von Hannover 96. Der einstige Hoffnungsträger ist aussortiert. Der dreimalige Fußball-Nationalspieler darf mittrainieren - mehr nicht.

21.09.2010

Verkehrte Welt vor dem Nord-Derby zwischen Hannover 96 und Werder Bremen am Dienstag (20.00 Uhr): Der hoch gehandelte Champions-League-Teilnehmer reist mit der Hypothek der bitteren 0:2-Niederlage gegen Mainz und bislang nur vier Punkten aus vier Spielen nach Hannover.

20.09.2010