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Hannover 96 Darum weint Bruggink
Sportbuzzer Hannover 96 Darum weint Bruggink
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10:00 23.11.2009
Tapfere Verlierer: 96-Kapitän Arnold Bruggink (links) und Christian Schulz bedanken sich bei ihren Fans. Quelle: zur Nieden
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VON DIRK TIETENBERG

Arnold Bruggink, Sie haben im TV-Interview direkt nach dem Spiel geweint. Wie geht es Ihnen?

Nach dem Spiel kommen die Emotionen raus. Wie gerade bei dem Fernseh-Interview. Wenn man alles überlegt, wie es heute abgelaufen ist, und es auf den Fußball fokussiert, haben wir es sehr gut gemacht.

Wie sind Sie mit diesem Spiel umgegangen?

Die Trauerminute war sehr schwer, auch emotional. Fußballerisch haben wir das gut gemacht. Wir konnten in Führung gehen, wenn man es realistisch sieht und bei allem, was heute war. Nach dem 0:1 hat man dann aber gesehen, dass wir eingebrochen sind. Das 0:2 war nicht mehr so wichtig.

Was sagen Sie zu den Reaktionen der Fans?

Riesenkompliment, nicht nur an unsere, sondern auch an die Schalke-Fans. Alles ist sehr respektvoll gelaufen, das war gut.

Was sagen Sie zur Leistung von Florian Fromlowitz?

Florian hat heute den Riesen-Spagat hinbekommen. Was Flo abgerufen hat in seinem Alter, das war schon klasse. Er hat super gehalten und sich fokussiert auf Fußball, was absolut nicht einfach war für ihn. Klasse-Leistung.

Konnte man den Tod von Robert Enke denn wirklich ausblenden?

Nach dem Spiel wird es wieder emotional. Man kommt zur Ruhe, man bekommt Fragen gestellt. Aber auf dem Platz war alles fokussiert auf Fußball. Meine Chance in der zweiten Halbzeit war vielleicht die größte, um in Führung zu gehen. Wir können auch einen Elfmeter bekommen, dabei hat Stajni sich sehr fair verhalten und einfach weitergespielt. Ein Standard war zu viel für uns heute.

Haben Sie bei der Chance den Ball nicht richtig getroffen?

Nicht richtig, wird der Ball ein bisschen mehr abgefälscht, dann geht er rein.

War es die richtige Entscheidung, auf Schalke zu spielen?

Ja. Ich glaube, dass es gut war. Schon das Training war eine gute Ablenkung, um sich auch abzureagieren. Wir hatten Spaß miteinander. Aber je näher das Spiel rückte, desto schwieriger wurde es. Wir haben uns Schalke am Donnerstag angeguckt und gedacht, oh, in zwei Tagen spielen wir. Trotzdem war es eine gute Entscheidung zu spielen. Die ersten Minuten waren für mich die schwierigsten auf dem Platz.

Fühlte es sich seltsam und unrealistisch an?

Sehr emotional auch. Dann kommt der Pfiff - und es geht einfach wieder los. Es war hart, aber wir habens gut gemacht.

Wird das kommende Heimspiel gegen die Bayern nicht wieder hart?

Ich glaube schon. Es kommt alles nochmal auf uns zu. Vielleicht wissen wir besser, was auf uns zukommt. Auch mit den Fans, die im ersten Heimspiel bestimmt etwas vorhaben. Es kommen so viele Dinge, die für uns immer wieder neu sind, ohne Robert. Ich hoffe sehr, dass wir mit der schwarzen 1 auf dem Trikot weiterspielen können. Aber das liegt jetzt nicht an uns. 

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