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Hannover 96 Cherundolo träumt von WM-Duell gegen Deutschland
Sportbuzzer Hannover 96 Cherundolo träumt von WM-Duell gegen Deutschland
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22:35 25.06.2010
GESCHAFFT: Steven Cherundolo (links) und sein Teamkollege Jay DeMerit jubeln nach dem 1:0 gegen Algerien. Der Last-Minute-Sieg brachte die USA ins Achtelfinale. Quelle: dpa
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VON THORSTEN LANGENBAHN

Steven Cherundolo, sind Sie enttäuscht, dass Sie im Achtelfinale nicht gegen die Auswahl Ihrer Wahlheimat spielen?

Nein, überhaupt nicht. Wir können Deutschland im Laufe des Turniers noch über den Weg laufen. Ich freue mich, dass wir die Chance aufs Viertelfinale bekommen haben. In der K.o.-Runde gegen Ghana stehen die Chancen fifty fifty. Wir sind richtig gespannt.

Sie haben gesagt, das 1:0 gegen Algerien sei ihr emotionalstes Spiel gewesen. Kommt jetzt das schwerste?

Das würde ich nicht sagen. Wir sehen es als große Chance für uns. So eine Chance bekommt man nicht jeden Tag. Wir haben keine Angst, sondern wollen etwas Besonderes schaffen. Und das können wir.

Wie ist die Stimmung im Team?

Ziemlich locker. Die Zeit zwischen den Spielen ist recht kurz, es bleibt wenig Zeit zur Erholung. Aber die Mannschaft steht, die Mentalität auch. Wenn wir von der ersten Minute an mit vollem Selbstvertrauen zeigen, dass wir gewinnen wollen, bin ich mir sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden.

Wie erleben Sie Land und Leute?

Sehr schön, sehr offen, sehr warmherzig. Bis jetzt habe ich nur positive Gespräche mit den Südafrikanern geführt. Ansonsten haben wir nicht wirklich viel gesehen, weil wir wegen der Sicherheit ja auch nicht ganz frei rumlaufen können.

Mit wem sind Sie im US-Quartier auf einem Zimmer?

Ich teile mir ein Zimmer mit Carlos Bocanegra, dem Kapitän.

Oh, mit Ihnen als Vizekapitän. Quasi das Kapitänszimmer.

(lacht) Kann man so sagen, ja.

Hat 96-Trainer Mirko Slomka mit Ihnen schon drüber gesprochen, ob er Sie zum neuen 96-Kapitän machen will?

Ich weiß nicht, ob der Trainer das selber entscheiden wird oder ob die Mannschaft das entscheidet. Ich bin dafür, dass die Mannschaft den Kapitän wählt. Das werden wir zur richtigen Zeit alles noch in Ruhe besprechen.

Bei 96 könne Sie sich das Zimmer auf jeden Fall weiter mit Altin Lala teilen. Wie froh sind Sie über Ihre Vertragsverlängerung?

Über die Zusage, noch habe ich nicht unterschrieben. Aber mein Wort zählt fast wie eine Unterschrift. Ich freue mich riesig, natürlich auch auf Altin. Ich hoffe, dass er bald wieder fit wird und wir uns ein Zimmer teilen können.

Warum sind Sie nicht noch einmal zu einem Verein in Spanien oder England gegangen?

Es war eine Entscheidung für Hannover und nicht gegen die anderen. Sicherlich gab es Optionen, aber 96 hat sich für mich entschieden und ich mich für 96. Wenn Verein und Spieler aneinander wachsen und sich verbessern, dann ist es der richtige Ort. Das stimmt alles. Ich kann es nicht anders sagen: Ich liebe den Verein, die Stadt und ich freue mich auf die nächsten hoffentlich drei Jahre.

Wie entscheidend war Ihre Frau Mandy bei der Entscheidung für Hannover?

Sie hat mich mit Ihrer Entscheidung unterstützt und freut sich, dass sie in Hannover bleibt. Egal, was wir entschieden hätten, wir hätten es zusammen gemacht.

Kommt Mandy noch nach Südafrika?

Das müssen wir noch besprechen. Ich glaube, wir werden erst das Ergebnis gegen Ghana abwarten.

Wie stehen Sie zurzeit in Kontakt mit Hannover?

Mit meiner Frau skype ich fast täglich, durch Blackberry-Messenger ist das sehr praktisch. Mit Vini (Vinicius, Anm. d. Red.) über Facebook, mit Altin texte ich ab und zu, mit Thommy Westphal (96-Betreuer, Anm. d. Red.) natürlich auch.

Warum sind die europäischen Teams bislang relativ schwach?

Es kann schnell gehen. Ich glaube, es hat nicht nur damit zu tun, dass die Großen schlecht gespielt haben, sondern viel mit den Gegnern. Die vermeintlich kleineren Mannschaften haben recht stark gespielt. Was die Mentalität angeht, hat jede Mannschaft an sich selber geglaubt und an ihre Chance, weiterzukommen.

Was ist die Mentalität des US-Teams?

Wir sind eine Mannschaft, die sehr ergebnisorientiert spielt. Jeder Gegner ist anders, deswegen muss man flexibel sein.

Was ist gegen Ghana möglich?

Wir müssen weiterkommen – egal wie. Und wenn das im Elfmeterschießen ist.

Gäbe es dann auch den Schützen Steven Cherundolo?

Oh, das weiß ich nicht. Das werden wir noch im Training besprechen. Ich hätte nichts dagegen.

Viel Erfolg dabei. Vielleicht treffen Sie ja doch noch auf die deutsche Elf.

Das wäre im Finale, oder?

Oder im Spiel um Platz drei.

Warum nicht. Der Traum gegen Deutschland ist noch machbar.

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