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Hannover 96 Cherundolo erklärt die Geheimnisse des 96-Erfolges
Sportbuzzer Hannover 96 Cherundolo erklärt die Geheimnisse des 96-Erfolges
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18:57 09.03.2011
DER JUBEL DES 96-KAPITÄNS: Steven Cherundolo nach dem 3:1 gegen Bayern. Quelle: zur Nieden

VON THORSTEN LANGENBAHN

Steven Cherundolo, Sie sind ein Freund von Städtereisen quer durch Europa. Welche Ziele wollen Sie noch ansteuern?

Ich habe schon alle hinter mir. Jedes weitere wäre ein zusätzliches Plus. Aber es stimmt: Wenn wir zwei Tage frei haben, fahre ich gerne mit meiner Frau weg und schaue mir mit ihr zusammen die europäische Kultur an. Die USA sind nicht so alt wie Europa, deshalb muss ich diese kulturelle Vielfalt als Amerikaner ausnutzen.

Vielleicht bekommen Sie ja bald auch beruflich noch einiges von Europa zu sehen?

Das wäre nicht schlecht. Aber als Fußballer siehst du meistens nur den Flughafen, das Stadion und das Hotel. Die jeweilige Stadt kann man so leider nicht kennenlernen.

Beschäftigen Sie sich als Tabellendritter nach 25 Spieltagen mit der Europa League oder auch mit mehr?

Wenn das am Saisonende so kommen sollte, egal was, werden wir sicher nicht nein sagen. Wir sind eine Mannschaft geworden, die schwer zu schlagen ist. Aber andere Mannschaften versuchen auch, das Maximale rauszuholen und weiter zu punkten. Wir sind wirklich gut beraten, von Spiel zu Spiel denken. Eine andere Richtung entspricht nicht unserem Charakter und tut uns nicht gut.

Was gut tut, ist die 96-Saison der Rekorde. Wann knackt die Mannschaft den nächsten?

Das kann schon Freitagabend gegen Köln sein. 50 Punkte sind unser Ziel, das wäre der Vereinsrekord.

Fiebern Sie auch Ihrem eigenen Rekord entgegen, Ihrem 250. Bundesliga-Spiel?

Das ist natürlich schön, aber das ist für mich kein Ziel oder Rekord. Ich freue mich, wenn ich gesund bleibe und vernünftig Fußball spielen kann. Das klappt im Moment ganz gut.

Was ist das Geheimnis des aktuellen Erfolgs?

Dass wir eine Mannschaft sind. Das mannschaftliche Gefühl ist sehr stark, wir können über alles sprechen. Über die Dinge, die wir gut machen, aber auch über Fehler – und zwar, ohne dass das Spuren hinterlässt.

Was noch?

Die Mannschaft lässt nicht locker, der Trainerstab auch nicht. Nach einem Sieg atmen wir nicht auf, und sagen: Puh, Gott sei Dank haben wir jetzt ein bisschen Ruhe. Wir haken den Sieg ab und freuen uns auf die nächste Aufgabe. Dieser neu gewonnene Ehrgeiz, diese Siegermentalität ist für mich sehr entscheidend in dieser Saison. Das hatten wir in den vergangenen Jahren so nicht.

Spüren Sie das auch in der Kabine? Ist die Stimmung anders?

Ja. Wir haben zum Beispiel gar nicht großartig darüber geredet, dass wir die Bayern besiegt haben. Das waren für uns auch drei Punkte – mehr nicht. Jetzt konzentrieren wir uns voll auf Köln.

96-Chef Martin Kind hat gesagt, die nächsten beiden Spiele gegen Köln und Hoffenheim werde eine Weichenstellung sein. Was muss die Mannschaft aus diesen Partien holen, um auf Kurs zu bleiben?

Wir werden holen, was geht. Wir schauen aber erstmal nur auf Köln. Sie sind sehr heimstark, das wird ein hartes Spiel.

Ihre Elf rennt 90 Minuten. Ist das die fitteste 96-Mannschaft, in der Sie je gespielt haben?

Wir waren auch sonst fit. Der große Unterschied ist: wir laufen zusammen. Deswegen ist es auch so effektiv, weil wir den Gegner als Kollektiv bearbeiten und nicht einzeln.

Wie füllen Sie dabei Ihre Rolle als Kapitän aus?

Ich bin keiner, der rumbrüllen muss und rumschreit. Ich muss diese Autorität auf dem Platz oder in der Kabine nicht ausnutzen. Wichtig ist, wie ich auf dem Trainingsplatz arbeite und wie ich Fußball spiele. Die Jungs sollen sehen, der etwas ältere Kapitän (grinst), gibt trotzdem Gas, sodass die anderen sagen: jetzt müssen wir auch. Wenn in der Kabine was angesprochen werden muss, dann mache ich das auch.

Wie oft sprechen Sie mit dem Trainer über mannschaftliche Belange?

Gar nicht so oft. Das ist gar nicht nötig, weil wir eine sehr ähnliche Sichtweise, ein ähnliches Fußballverständnis haben. Wenn es Kleinigkeiten gibt, ist der Weg aber sehr kurz. Da gehen wir aufgrund seiner Vergangenheit als Kotrainer hier sehr locker mit um. Ich muss bei ihm für ein Vier-Augen-Gespräch keinen Termin vereinbaren.

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