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© Nigel Treblin

Hannover 96

Bakalorz im Interview - Harmonie im Haifischbecken

Bakalorz schwärmt vom 96-Team. Er lobt Sané, dankt Breitenreiter und ist verliebt in Sorgs Hund.

Hannover. Marvin Bakalorz (27) hat sich vom Bankdrücker zum 96-Leistungsträger hochgearbeitet. Er sorgte aus dem Mittelfeld für Stabilität bei den vergangenen drei Zu-null-Siegen. Aktuell ist er wegen einer Muskelverhärtung verletzt. Die NP traf Bakalorz in der HDI-Arena.

Marvin Bakalorz, wie geht es nach der Verletzung im Training?

Die Untersuchung hat nichts Ernstes ergeben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wie es aussieht, kann ich nächste Woche schon wieder ins Training einsteigen.

Aber eine Schrecksekunde war es schon?

Ja klar. Ich hatte zuerst ein bisschen Schiss. Gerade nach der Verletzung in der letzten Woche vor dem Saisonstart. Aber es ist alles gutgegangen.

Wie haben Sie das empfunden, als Sie nach der Verletzung von der Bank zum Leistungsträger wurden?

Es ist nie schön, auf der Bank zu sitzen. Aber die Jungs, auch Iver (Fossum) und Manu (Schmiedebach), haben das richtig gut gemacht in den ersten beiden Spielen. Da habe ich selbst auch keinen Grund gesehen, das Team zu verändern. Aber dann verliert man mal oder steht nicht so gut als Mannschaft. Mit meinem ersten Spiel in Bielefeld ist es nicht so perfekt gelaufen. Aber ich habe das Vertrauen bekommen. Das hat mir gutgetan, und ich hoffe, dass ich das auch gut gemacht habe. Ich freue mich riesig, dass ich drin bin, aber ich weiß: Ich muss jeden Tag darum kämpfen, dass ich drin bleibe.

War die Bank eine neue Erfahrung nach der Paderborn-Zeit?

Ja, das war wirklich eine Umstellung. Ich habe diese Erfahrung aber auch schon in Dortmund und Frankfurt gemacht. In Frankfurt habe ich mich ein bisschen hängen lassen, als ich nicht spielte. Ich habe immer gedacht: Die anderen sind schuld. Daraus habe ich gelernt.

Ist es so bei 96, wie Martin Harnik sagt: Alle, auch die Ersatzspieler, gönnen jedem alles?

Der Fußball ist ein Haifischbecken. Aber hier ist es anders, ich habe es selten so positiv erlebt wie hier. Das erinnert mich an American Football. Da gibt es keine Missgunst, da ist das Team die Familie. Wenn die Ersatzspieler auf dich zukommen und sagen: „Hey, du machst das gut, mach so weiter“, dann ist es das größte Lob. Das zeigt, wie intakt das Team ist.

Haben Sie als Team das Leistungsloch schon hinter sich?

Es war kein Loch. Grundsätzlich ist wichtig, dass wir nach nicht so guten Spielen schnell wieder die Kurve bekommen. Es kommt auch darauf an, dass die Fans weiter hinter uns stehen. Das ist ja unfassbar, was hier passiert. Fast 50 000 im Stadion. Das ist schon außergewöhnlich, das brauchen wir in der Saison.

Salif Sané kommt nach der Sperre zurück. Wie war die Situation mit der roten Karte?

Salif ist ein Super-Spieler. Als es hieß fünf Spiele Sperre, da haben wir uns erschrocken.

Er könnte auch auf Ihrer Position spielen.

Das ist halt der Konkurrenzkampf. Ich habe gezeigt, was ich kann. Der Trainer entscheidet. Natürlich will ich spielen. Vielleicht stehen Salif und ich ja zusammen auf dem Platz.

Wie hat Sané sich verhalten?

Viele schätzen ihn vielleicht anders ein. Aber er hat sich riesig für uns gefreut, er bringt Spaß in die Kabine. Er ist einfach ein guter Junge und haut sich immer voll rein. Auch während der Sperre im Training: immer Vollgas.

Was unternehmen Sie in Hannover?

Das ist echt bemerkenswert, wie viel ich mit den Jungs aus der Mannschaft unterwegs bin. Ich unternehme viel mit Olli Sorg. Meine Frau und ich sind gerade dabei, uns auch einen Hund anzuschaffen, wegen Olli, weil ich mich in seinen Hund verliebt habe.

Wie schön ist das, nach zwei Abstiegen von Paderborn mal wieder oben zu stehen?

Es tut einfach richtig gut. Ich war Kapitän in Paderborn, und da kommt alles, was schiefläuft, auf dich zu. Ich habe immer noch zu kämpfen damit, wie es dort auf und ab geht. Ich stelle mir Fragen: Was hätte ich besser machen können? Das war ein sehr hartes Jahr für mich. In Hannover tut mir das ganze Umfeld einfach gut. Ich fühle mich pudelwohl.

Haben Sie noch Kontakt zu André Breitenreiter?

Wir tauschen uns ab und zu mit Nachrichten aus. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken. Er hat mich aus Frankfurt geholt. Er hat mich nur unterstützt, auch wenn mal ein schlechtes Spiel von mir dabei war. Und natürlich tut das gut, wenn der Trainer zu dir kommt und sagt: Ich brauche dich.

von Dirk Tietenberg


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