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Hannover 96 Arouna Koné : "Ich bin der Beste"
Sportbuzzer Hannover 96 Arouna Koné : "Ich bin der Beste"
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22:35 10.02.2010
AUFFÄLLIG: Sein kraftvolles Spiel und die Haarfarbe stechen bei Arouna Koné besonders hervor. Er wollte immer aussehen wie Basketball-Star Dennis Rodman: „Ich habe mir vorgenommen, wenn ich irgendwann mal Profi bin, werde ich so einen Look haben.“  Quelle: zur Nieden
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Arouna Koné, wie wichtig war Ihr erstes Tor für 96 in Hoffenheim?

Ich bin erst mal traurig, dass wir verloren haben. Aber für mich ist es natürlich gut, wenn man ein Tor schießt. Das gibt Selbstvertrauen.

Was haben Sie vorher über Hannover oder Deutschland gewusst, haben Sie sich informiert?

Ja. Ich habe die Info beikommen von Constant Djakpa und Didier Ya Konan. Als das Angebot aus Hannover kam, habe ich mich mit beiden in Verbindung gesetzt. Beide haben sehr gut über Hannover gesprochen. Für mich war wichtig, dass ich spiele. Deshalb musste ich nicht lang überlegen, ob ich hierherkomme.

Was wussten Sie vor diesem Gespräch von Deutschland und der Bundesliga?

Ich kannte die Bundesliga vom Fernsehen. Alles andere haben mir Constant Djakpa und Didier Ya Konan erzählt.

Welchen Bundesliga-Verein kannten Sie vorher?

Als ich bei Roda Kerkrade gespielt habe, hatte ich Kontakt mit Schalke. Sie wollten mich haben. Das hat damals nicht geklappt.

Kannten Sie den 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke? Er hat Sie in Kerkrade damals beobachtet.

Ich habe nie Kontakt zu ihm gehabt. aber er hat mir erzählt, dass er mich früher oft beobachtet hat. Er kannte mich ganz gut.

Wie schmeckt der Schnee für jemanden, der Sonne gewohnt ist?

(lacht) Ich habe mich daran gewöhnt. Aber früher, als ich aus Afrika nach Belgien kam (2002 zum SK Lierse, die Red.), war es noch schwieriger. Es ist immer noch schwierig, aber nicht so wie früher.

Im Frühsommer ist es in Hannover auch wieder freundlicher. Sehen Sie eine Möglichkeit, nach dem halben Jahr Ausleihe in Hannover zu bleiben?

Aber ja. Wenn es eine Möglichkeit gibt, würde ich hierbleiben. In Sevilla habe ich bei dem aktuellen Trainer nicht viel gespielt. Außerdem sind zwei Landsleute von mir hier. Da fühle ich mich sehr wohl.

Wie wichtig ist es, Kollegen aus der Heimat in Hannover zu haben?

Das ist sehr wichtig. Wir kennen uns von früher, wir sind wie Brüder. Zu dritt ist es viel einfacher.

Haben Sie den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste von 2002 bis 2005 miterlebt?

Da war ich schon in Europa. Das war nicht einfach für mich. Es gab viel Unruhe, auch da, wo ich herkomme. Ich war damals sehr beunruhigt. Das war keine schöne Geschichte für mich.

Wie wichtig ist die Weltmeisterschaft für Ihr Land und wie wichtig ist es für Sie, Ihr Land in Südafrika zu vertreten?

Das ist für die Nationalmannschaft und für mich sehr wichtig. Afrikanische Spieler haben nicht viele Möglichkeiten, oft bei der WM zu spielen. Das ist das Größte, was es gibt auf der Welt. Das war auch ein Grund, nach Hannover zu kommen, dass ich die Chance bekomme, bei der WM zu spielen.

Gibt es Kontakt mit Didier Drogba?

Ja. Er hat mich angerufen, als ich verletzt war. Ab und zu ruft er an, um sich zu erkundigen.

Hält Drogba als Kapitän die Nationalmannschaft also zusammen?

Er hält Kontakt zu den Spielern, um zu wissen, ob sie fit sind, damit die besten zur WM fahren.

Ist Ihr älterer Bruder Bakary ein Konkurrent für Sie?

Nein. Wir sind zwei unterschiedliche Stürmer. Bakarys Spezialität ist auf dem Flügel. Ich spiele eher zentral. Es hängt für mich auch ein bisschen davon, wie der Nationaltrainer spielen will, mit einem oder mit zwei Stürmern.

Welches System bevorzugen Sie, mit einem oder mit zwei Stürmern?

Zwei Stürmer.

Bei so vielen Geschwistern, sehen Sie überhaupt mal alle zusammen?

Ich habe 16 Geschwister. Ich habe einen Bruder in Italien, einen England, einen in Holland. Die anderen wohnen in Afrika. Wenn wir Urlaub haben, treffen wir uns dort alle zusammen. Ich lade dann alle Brüder und Schwestern zu mir ein, damit alle mal zusammen sind.

Spielen alle Ihre Brüder so gut Fußball?

Nein. Zwei sind Profis und der dritte spielt in Holland bei den Amateuren.

Wer ist der Beste?

Ich bin der Beste.

Nach Ihrem ersten Spiel, wie kann man Hannover 96 retten?

Es ist ein großes Problem, dass es so viele Verletzte gibt. Aber der Trainer macht einen guten Eindruck und gute Arbeit. Es fehlt das Selbstvertrauen und der erste Sieg. Wenn die Siege kommen, wird es richtig schön losgehen.

Waren Sie in Hoffenheim erschrocken, wie wenig Bälle Sie in der Spitze bekommen haben?

Nein. Das war ein Auswärtsspiel. Wir wollten einen Punkt holen. ich merke, dass es viele gute Spieler hier gibt. Aber wie gesagt, es fehlt das Selbstvertrauen.

Sie sind die große Hoffnung im Abstiegskampf. Belastet Sie das?

Nein. Ich sehe das positiv und habe keine Angst. Ich will auf meinem Niveau der Mannschaft helfen. Wenn das meine Rolle ist, nehme ich sie gerne an.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und Ihre Schwächen?

Mein Kopfball ist meine Schwachstelle. Ich arbeite daran, ich bin schon besser geworden. Aber ich bin schnell, habe eine gute Technik und bin kräftig.

Wie ist der Unterschied zwischen dem spanischen und dem deutschen Fußball?

Man kann den deutschen mit den englischen Fußball vergleichen. Im spanischen Fußball spielt die Technik eine größere Rolle.

Wieso passen Ivorer und die Bundesliga gut zusammen?

Wer hier spielt, erzählt nur Positives über die Liga. Deswegen kommen auch mehr Afrikaner in die Bundesliga.

Sie haben sich nach dem Tor verneigt. Jubeln Sie bei jedem Tor so?

Ich mache das meistens, wenn ich eine schwierige Phase hatte und dort rauskommen will. Oder ich mache es, wenn ich bei einem neuen Verein spiele. Ich bin Muslim, ich glaube an Gott und das ist ein Zeichen der Dankbarkeit. Es war mein erstes Spiel, mein erstes Tor und ein Dankeschön an Gott.

Der frühere Basketballer Dennis Rodman ist Ihr Vorbild. Warum?

Sein Look hat mir gut gefallen. Ich habe seine Karriere aus Afrika verfolgt. Und ich habe mir vorgenommen, wenn ich irgendwann mal Profi bin, werde ich so einen Look haben. 

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